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Mehr als eine normale Dachaufstockung: Glasgewölbe über drei Geschosse in London

(14.12.2016) Seit dem 19. Jahrhundert zieht der Stadtbezirk Brook Green im Westen London zahlreiche Unternehmen an. Noch heute prägt die Industriearchitektur des frühen 19. Jahrhunderts das Viertel, das nun zunehmend von der modernen Geschäftswelt entdeckt wird. Diese revitalisiert die alten Industriebauten von beispielsweise Osram oder J. Lyons & Co und führt sie neuen Nutzungen zu. Exemplarisch dafür ist das denkmalgeschützte Gebäude in der Shepherds Bush Road (siehe Bing-Maps und/oder Google-Maps bzw. Google-Streetview).

siehe auch richtiges Foto © Eugene Codjoe-UrbanSerenity Photography / Schollglass

Unter Federführung von ColladoCollins Architects wandelte sich das Gebäude an der Shepherds Bush Road von einem Präsentations- und Werkstattgebäude für Autos zu einem modernen Büroloft mit Industriecharme. Der Entwurf umfasst eine dreigeschossige Erweiterung auf dem Dach des bestehenden Gebäudes mit einem neuen Glasgewölbe, das an die Glaspaläste des 19. Jahrhunderts erinnert. 


Foto © se-austria GmbH & Co. KG

Trotz ihrer großen Ausdehnung von 60 m Länge, 30 m Breite und 14 m Höhe wirkt das Gewölbedach leicht und transparent. Das Gewölbe selbst bilden vertikal verlaufende stählerne Formrohre, die sich nach oben hin verjüngen. In Verbindung mit diagonal verlaufenden Rohren entsteht eine Gitterstruktur, gleich einem Diamant, der das geschwungene verglaste Dach bildet.


Foto © Eugene Codjoe-UrbanSerenity Photography / Schollglass

Solid- und Glas-Elemente

Im Sinne des sommerlichen Wärmeschutzes wurden 60 Prozent der Dachverglasung opak ausgeführt. Um trotzdem über das gesamte Dach hinweg eine einheitliche wirkende Hülle zu erhalten, entwickelten die Architekten und Dachplaner in Zusammenarbeit mit Schollglas eine so genannte Solid-Verglasung: Sie besteht ...

  • außen aus dem Einscheibensicherheitsglas Gewe-dur-H, das vollflächig siebbedruckt ist,
  • einem verklebten Dämmpaneel sowie
  • innen aus einem pulverbeschichteten Blech.

Die Anordnung dieser Solid-Paneele beruht auf einer bauphysikalischen Berechnung: Sie wirken zwar zufällig gestreut, werden aber nach oben hin immer dichter und bedecken im obersten Bereich die gesamte Fläche. Nach Süden und an der Seite zum Nachbargebäude ist der Anteil der Solidglas-Paneele höher. Zum einen um mehr Sonnenlicht zu gewinnen und zum anderen, um die Privatsphäre zu schützen.

Fotos © Eugene Codjoe-UrbanSerenity Photography / Schollglass

Für die transparenten Bereiche wählten die Planer die Gewe-therm multi Isolierglasscheiben mit neutraler Sonnenschutzschicht. Die Einheiten sind aus dem Einscheibensicherheitsglas Gewe-dur und dem Verbundsicherheitsglas Gewe-safe aufgebaut, das sich besonders für Überkopf-Verglasungen und Fassaden eignet. An der Außenseite sind die Wärmedämmgläser noch vollflächig mit einem Punktraster bedruckt. Dieses soll zusammen mit der Sonnenschutzschicht einen zu hohen Wärmeeintrag verhindern und sorgt außerdem für die einheitliche Optik mit den Solid-Elementen.

Eine besondere Herausforderung lag in den unterschiedlichen Formaten von Solids und Isolierglasscheiben: Wird das gewölbte Dach entlang von Längs- und Querachse in vier Viertel geteilt, so gleicht auf dem Dach innerhalb eines Viertels keine Raute in ihrer Größe oder in ihren Ausmaßen der anderen. Das Gleiche gilt für die Dreiecksflächen. So war es logistisch herausfordernd, die 2.670 Scheiben und Solids in der richtigen Reihenfolge und „just-in-time“ auf die Baustelle zu liefern:


Foto © se-austria GmbH & Co. KG

Bautafel

Weitere Informationen zu Überkopf-Verglasungen und „Solid“-Elementen können per E-Mail an Schollglas angefordert werden.

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