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Plus 6%: Preise für Wohneigentum steigen 2017 erneut stärker als im Vorjahr

(17.9.2017) Die Wohneigentumspreise sind 2017 erneut gestiegen. Das zeigt der „Deutschlandtrend Wohneigentum 2017“ des Immobilienverbandes IVD. Die jährliche IVD-Auswertung kommt zu dem Schluss, dass Wohneigentum (Bestand, mittlerer Wohnwert) im Deutschland-Mittel um mehr als sechs Prozent teurer wurde: Die Verkaufspreise des zweiten und dritten Quartals 2017 weisen einen Preisanstieg von 6,56% aus. 2016 lag die Preissteigerung für Eigentumswohnungen im Bestand mit mittlerem Wohnwert bei 6,03% gegenüber dem Vorjahr, 2015 noch bei knapp 5%.


IVD-Präsident Jürgen Michael Schick begründet den Trend zu höheren Kaufpreisen, der seit 2010 ungebrochen ist, mit der nach wie vor herrschenden Wohnraumknappheit. Er fordert deshalb: „Die neue Bundesregierung muss reagieren und die Förderung von Wohneigentum wieder in ihr Blickfeld rücken. Nach zehn Jahren reiner Mietenpolitik ist es endlich an der Zeit, den Erwerb von Wohneigentum zu unterstützen.“

Eigentumswohnungen: Hohe Preisdynamik bei Bestandswohnungen hält an

Anders als im Vorjahr hat die Preisdynamik im Bestand in den Metropolen nachgelassen: Betrug sie in den Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern 2016 noch 9,71%, so hat sich das Wachstum 2017 auf 7,75% verringert und bewegt sich nun wieder auf dem Niveau von 2015. In den Großstädten mit 250.000 bis 500.000 Einwohnern stagnierte das Preiswachstum in diesem Jahr, allerdings ebenfalls nach einem kräftigen Anstieg im Vorjahr.

In allen anderen Städteklassen hat das Preiswachstum dagegen zugelegt. Insbesondere in den kleineren und mittleren Städten ist ein stärkerer Anstieg zu verzeichnen.


In Metropolen ist Neubau gefragt

Im Neubau zeigt sich ein anderer Trend: Vor allem die kleineren Großstädte und die Metropolen zeichnen sich durch eine erhöhte Preisdynamik aus. Im Neubau (mittlerer Wohnwert) sind die Preise in den Metropolen mit einem Plus von 8,15% in diesem Jahr stärker gestiegen als im Bestand.

„In den Ballungsregionen klafft eine enorme Lücke zwischen Angebot und Nachfrage, wodurch ein Wohnraummangel herrscht, der die Kaufpreise in die Höhe treibt. Zu lösen ist dieses Problem nicht durch Regulierungen wie die Mietpreisbremse, sondern ausschließlich durch ein größeres Angebot an bezahlbarem Wohneigentum und bezahlbaren Mietwohnungen. Das kann nur erreicht werden, wenn sich die Bedingungen für private Investoren verbessern - denn diese tragen den weitaus größten Anteil an der Entstehung von neuem Wohnraum", kommentiert Schick.

Das Einfamilienhaus: Ideal für Selbstnutzer

Die Kaufpreise für Einfamilienhäuser sind 2017 erneut stärker gestiegen als im Vorjahr. Im mittleren Segment stiegen die Preise im Schnitt 5,44%. 2016 betrug das Preiswachstum deutschlandweit noch 4,28%. Die nach wie vor sehr günstigen Zinsbedingungen und steigenden Löhne versetzen immer mehr Haushalte in die Lage, sich ein Eigenheim zuzulegen. Gerade für Familien ist das Einfamilienhaus als Wohnform oft attraktiver als die Eigentumswohnung, da es in der Regel über mehr Wohnfläche und einen Garten verfügt.


Am stärksten sind die Preise (mittlerer Wohnwert) in diesem Jahr in den Städten mit 100.000 bis 250.000 Einwohnern (um 7,46%) sowie in den Metropolen (um 8,56%) gestiegen. Einzig in den Städten mit 250.000 bis 500.000 Einwohnern und in den Kleinstädten lässt sich ein Rückgang des Preiswachstums feststellen

Reihenhäuser: Die Preisdynamik beschleunigt sich

Das Reihenhaus ist für Eigenheimerwerber weiterhin eine günstige Alternative zum Einfamilienhaus. Mit rund 187.000 Euro liegt der durchschnittliche Kaufpreis für ein Reihenhaus mit mittlerem Wohnwert rund 20% unter dem Preis für ein Einfamilienhaus (rund 233.000 Euro).

Jedoch sind die Preise in diesem Jahr ein wenig schneller gestiegen als die für Einfamilienhäuser. So verteuerte sich ein Reihenhaus mit mittlerem Wohnwert 2017 im Schnitt um 5,96%. Im Vorjahr waren es noch 4,64%. Insbesondere in den Metropolen ist mit 8,55% ein starker Preisanstieg zu verzeichnen. Leipzig sticht am deutlichsten vor, dort müssen Käufer 23,53% mehr zahlen als im Vorjahr.


Baugrundstücke: Der Preisdruck wird immer größer

Der Anstieg der Baugrundstückspreise hat sich 2017 in fast allen Städteklassen gegenüber dem Vorjahr noch einmal beschleunigt. Deutschlandweit sind Baugrundstücke in normaler Wohnlage um 6,11% teurer geworden, im Vorjahr betrug der Anstieg noch 4,95%.

Auffällig ist insbesondere das zweistellige Preiswachstum in den Metropolen. In Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern haben die Preise für Baugrundstücke in normaler Wohnlage um 10,13% zugelegt und in guter Wohnlage um 12,18%. Auch in den etwas kleineren Großstädten mit 250.000 bis 500.000 Einwohnern sind die Baugrundstücke um knapp 10% teurer geworden. Der enorme Mangel an freien Bauflächen in den Großstädten führt zu dieser beschleunigten Dynamik.

„Eine breitere Ausweisung von Bauland ist dringend nötig“, unterstreicht Schick. „Die Grundstücksreserven der Kommunen müssen mobilisiert werden - bei kontinuierlich steigenden Grundstückpreisen kann die eine oder andere Kommune damit ein gutes Plus erwirtschaften. Aber auch eine Beschleunigung der Baugenehmigungsverfahren und mehr Flexibilität beim Thema Nachverdichtung in den Innenstädten sind notwendig, damit innerstädtische Wohnprojekte nicht in den Mühlen der Bürokratie versanden.“

Unter den Metropolen verzeichnet Berlin den größten Preissprung. Die Baugrundstücke in normaler Wohnlage haben sich um 25% verteuert, die in guter Wohnlage um 39,71%. Dennoch sind unter den sieben einwohnerstärksten Städten Deutschlands die Grundstücke noch immer in Berlin am günstigsten.

Beim Eigenkapital helfen

Mit der Veröffentlichung des „IVD Deutschlandtrends Wohneigentum 2017“ unterstreicht IVD-Präsident Jürgen Michael Schick die Bedeutung von Wohneigentum: „Es gibt derzeit keine bessere Altersvorsorge als die eigene Wohnung oder Immobilie. Wer eine Eigentumswohnung kauft, entspannt den Wohnungsmarkt. Viele Haushalte in Deutschland wären insbesondere angesichts der historisch günstigen Zinsen zwar in der Lage, eine Immobilienfinanzierung zu bedienen, jedoch haben sie Mühe, das beim Wohnungskauf geforderte Eigenkapital anzusparen. Genau da muss die Politik ansetzen und mit einem monetären Zuschuss unterstützen„, so Schick. Die Union mit „Baukindergeld“ und die SPD mit „Familienbaugeld“ hätten gute Ansätze in ihren Wahlprogrammen.

Wichtig sei dem IVD dabei, dass Haushalte mit mittlerem Einkommen auch die Möglichkeit haben sollen, Wohneigentum zu bilden. Deshalb müssten sie beim Eigenkapital unterstützt werden. „Der IVD schlägt vor, Familien mit einer Eigenkapitalergänzung von 10.000 Euro pro Kind (und flächendeckend) zu fördern. Die Familien sollten zudem eine Finanzierungssicherheit bei einer Laufzeit ihrer Kredite über 25 bis 30 Jahre und Sicherheit über einen möglichen Ausfallfonds bekommen“, fordert Schick.

Grunderwerbsteuer „größtes Hindernis“

Der IVD-Präsident macht zudem auf das „größte Hindernis beim Erwerb von Wohneigentum" aufmerksam: die Grunderwerbsteuer. „2006 bundesweit noch bei 3,5% gelegen, ist sie seither in fast ganz Deutschland deutlich angehoben worden. Hauskäufer in fünf Bundesländern müssen bereits 6,5% Grunderwerbsteuer zahlen. Eine Wohnung, die beispielsweise 300.000 Euro kostet, wird dadurch um knapp 20.000 Euro teurer. Die Senkung des Steuersatzes bundesweit auf 3,5% oder auch ein Freibetrag für Erstkäufer würde nicht nur die Kaufnebenkosten senken und den Immobilienerwerb erleichtern, sondern hätte außerdem Symbolkraft. Die Politik würde damit zeigen, dass ihr die Eigentumsförderung tatsächlich wichtig ist“, so Schick abschließend.

Zur Datenerhebung

Im IVD Deutschlandtrend Wohneigentum 2017 wird die Entwicklung des Immobilienmarktes in ca. 370 Städten der Bundesrepublik erfasst. Grundlage für die Preisangaben bilden aktuelle Verkaufspreise im 2. und 3. Quartal des Jahres 2017. Die Preise sind von den Marktberichterstattern des IVD übermittelt worden. Nach Sammlung der Preisdaten werden diese aufbereitet und zusammengefasst.

Die Preise für Einfamilienhäuser, Reihenhäuser, Eigentumswohnungen und Wohnungsmieten werden nach ihrem Wohnwert erfasst.

Einfacher Wohnwert: Nicht modernisiertes, jedoch instand gehaltenes Altobjekt, Lage in gemischt genutztem Gebiet (Mischgebiet) mit alter Bausubstanz, einfache Ausstattung, z.B. Typ „Siedlungshaus“. Bei EFH: Wohnfläche ca. 100 m².

Mittlerer Wohnwert: Objekt, das in Bausubstanz und Ausstattung einem durchschnittlichen „Standard“ entspricht und sich in einem allgemeinen Wohngebiet befindet. Bei EFH: Wohnfläche ca. 125 m².

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