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Grundsätzliches zu Vogelschutzglas und Alternativen


Foto © BF/Arnold Glas
  

(5.11.2019) Jahr für Jahr kollidieren Vögel mit der Verglasung von privaten und öffentlichen Gebäuden. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich die Landschaft im Glas spiegelt oder das Glas so transparent ist, dass den Tieren eine freie Flugbahn vorgetäuscht wird. „Ein Großteil dieser Vorfälle kann durch einfache Maßnahmen verhindert werden – und das, ohne vorhandene Glasflächen zu verkleinern oder bei einem Neubau kleinere Glasflächen einzuplanen“, versichert Jochen Grönegräs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Flachglas (BF).

Fein bedrucktes Vogelschutzglas

Zum Schutz von Vögeln empfiehlt sich insbesondere spezielles Vogelschutzglas mit flächig aufgedruckten Strukturen, die nah beieinander liegen. „Für Vögel erscheinen diese Bedruckungen wie dichtes Geäst“, erklärt Jochen Grönegräs (Bild rechts). Das funktioniere allerdings nur, wenn gewisse Vorgaben eingehalten werden:

  • Die Abstände zwischen den aufgedruckten Motiven dürfen nicht größer als eine Hand sein. Deshalb funktionieren auch verstreut aufgeklebte Vogelsilhouetten nicht (siehe Eingangsbild oben).
  • Außerdem muss ein Bedruckungsgrad von mindestens 15% gegeben sein – dies wird von Vögeln wahrgenommen, Mensch haben trotzdem einen nahezu ungestörten Durchblick:

Fensterglas mit Strukturen wie im Bild rechts oben aus der Distanz (Foto © BF/Arnold Glas) 

UV-Licht reflektierendes Vogelschutzglas

Andere Fenstergläser machen sich die Fähigkeit von Vögeln zunutze, Teile des ultravioletten Lichtspektrums sehen zu können - also reflektieren sie mittels einer speziellen Beschichtung UV-Licht. Die Beschichtung wird nicht vollflächig, sondern partiell in Form einer Mikado-Struktur aufgebracht. Für das menschliche Auge bleiben diese Strukturen nahezu unsichtbar.

Alternativen

Darüber hinaus gibt es weitere Konzepte, die zwar weniger ausgefeilt sind aber auch helfen können, das Leben von Vögeln zu retten. Dazu zählen u.a. halbtransparente Gläser wie Milchglas, Glasbausteine und farbiges Glas. „Möglich ist auch, an den neuralgischen Stellen die Spiegelwirkung des Glases zu reduzieren“, erklärt Jochen Grönegräs. Hierfür bieten sich entspiegelte Gläser mit einer verringerten Außenreflexion an.

Beschichtungen erlauben die Bedruckung mit verschiedenen Motiven. (Foto © BF/Glas Trösch) 

Notlösung: Weniger putzen

Auch ungeputzt Fenster sind für Vögel besser sichtbar. Ebenfalls möglich ist die Behandlung der Glasoberfläche mit einem Stift mit UV-Licht absorbierender Lösung oder die Beklebung mit UV-Licht absorbierenden Folien. „Alternativen dazu sind regelmäßige Muster, die auf die Scheibe geätzt, geschliffen oder in Form einer Rasterfolie aufgeklebt werden“, so Grönegräs.

Eine weitere ad hoc-Option sind heruntergelassene Außenjalousien bzw. Rollläden. Ebenso helfen können vor den Glasscheiben angebrachte Netze, Fliegengitter oder spezielle Vogelschutzgitter. „Da diese jedoch den freien Blick nach draußen einschränken, kann man auch die Natur selbst für den Tierschutz einsetzen“, erklärt Grönegräs. So sei es beispielsweise sinnvoll, Bäume und Sträucher relativ nah am Fenster zu platzieren, damit die Vögel beim Abflug nur eine relativ geringe Geschwindigkeit hätten. Außerdem könne es Sinn machen, hochstehende Pflanzen auf Außenflächen bereits im Spätsommer zurück zu schneiden, damit den Tieren im Herbst und im Winter keine Nahrungsflächen in Gebäudenähe mehr zur Verfügung stehen – und sich damit auch keine Glasflächen mehr in ihrer unmittelbaren Abflugbahn befinden, schließt Grönegräs.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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