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Rostfreie Brücken und Stahlmasten dank neuartigem Wassereisstrahlen


Foto © Deutsche Bundesstiftung Umwelt
  

(28.11.2019) Rostige Brücken und verdreckte Hochspannungsmasten zu reinigen, ist nicht ohne: Die üblichen Verfahren belasten Arbeiter und Umwelt u.a. mit verunreinigtem Feinstaub. In einem Projekt des Unternehmens Jenpneumatik & Schlauchtechnik GmbH soll nun das Reinigen von Metallkonstruktionen mittels Wassereisstrahlen untersucht und weiterentwickelt werden.

Derzeit gibt es verschiedene gängige Verfahren zum Reinigen von Metallkonstruktionen, die dem Wetter ausgesetzt sind. Häufig genutzt werden Sand- oder Trockeneisstrahlverfahren. Beim Sandstrahlen wird der Reinigungsstrahl aus festem Material erzeugt, der Verschmutzungen und alte Farbschichten wirksam abträgt. Allerdings entstehen dabei größere Mengen Feinstaub und Abfall. Deswegen ist das Verfahren in vielen Arbeitsbereichen verboten. "Eine umweltfreundlichere, aber weniger leistungsfähige gängige Methode ist das Trockeneisstrahlen", erklärt Dr. Jörg Lefèvre, DBU-Referatsleiter für Umwelt- und gesundheitsfreundliche Verfahren und Produkte. Beide Verfahren haben also Vorteile und Nachteile.

Wassereisstrahlen: Das mit hoher Geschwindigkeit auftreffende Eis schmilzt beim Aufschlag und bindet den Staub (Foto © Jan-Peter Kasper/FSU) 

Alternative zu Sand- und Trockeneisverfahren: Eisstrahlen

„Eine weitere Möglichkeit ist das Reinigen mittels Eisstrahlen", erklärt Projektleiter Hannes Nowak von Jenpneumatik & Schlauchtechnik. In diesem gänzlich neuen Verfahren, das mit dem Trockeneisverfahren nichts zu tun hat, sollen die Vorteile des Sandstrahl- und des Trockeneisverfahrens kombiniert und die jeweiligen Nachteile verringert werden. „Das Eis schmilzt beim Aufschlag und bindet den Staub. Das abgetragene Material kann so sachgerecht entsorgt, oder wiederverwertet werden und die Arbeitsplatzbelastung wird verringert.“ Stickstoff, der als Treibgas verwendet werde, entweiche in die Atmosphäre, wo er ohnehin mit 80% Hauptbestandteil der Luft sei.

Entwicklung von Prototypen geplant

Zunächst muss die Technologie bis zu einem funktionsfähigen stationären Prototyp weiterentwickelt werden. Später soll auch ein Prototyp für den mobilen Einsatz auf Baustellen entstehen. „Die wichtigsten Aspekte des Verfahrens sind die ökonomischen, gesundheitlichen und ökologischen Vorteile. Es muss auf allen drei Ebenen überzeugen, um eine nachhaltige Entwicklung in der Industrie zu gewährleisten“, so Projektleiter Nowak. Insgesamt sollen die Prototypen günstiger und die Methode umweltschonender und gesünder als derzeit verfügbare Verfahren sein. Im Forschungsprojekt sollen die Grundlagen für die spätere Produktentwicklung zur Serienreife gelegt werden.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Projekt fachlich und finanziell mit 450.000 Euro. Kooperationspartner sind das Unternehmen RS Korrosionsschutz und die Friedrich-Schiller-Universität Jena.

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