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Deutsche Zementindustrie arbeitet an der Dekarbonisierung von Zement und Beton


  

(30.11.2020) Angesichts des globalen Klimawandels gilt es, die Treibhausgasemissionen weltweit innerhalb weniger Jahrzehnte drastisch zu reduzieren. Insbesondere auch die Zementindustrie steht dabei in der Pflicht. „Wir als Branche in Deutschland übernehmen Verantwortung und sind bereit, unseren Beitrag für eine klimaneutrale Zukunft zu leisten”, verspricht Christian Knell, Präsident des Vereins Deutscher Zementwerke (VDZ). Wie diese Transformation bis 2050 gelingen kann, zeigt die neue Studie „Dekarbonisierung von Zement und Beton - Minderungspfade und Handlungsstrategien“ des VDZ, die heute (30. November) veröffentlicht wurde.

Die deutsche Zementindustrie hat bereits in den vergangenen Jahrzehnten diverse Klimaschutzmaßnahmen ergriffen: Laut offiziellen Zahlen konnten seit 1990 die CO₂-Emissionen um etwa ein Viertel reduziert werden. „Bei der weiteren CO₂-Minderung stößt die Zementindustrie jedoch zunehmend an Grenzen. Das liegt besonders an den prozessbedingten Emissionen der Klinkerherstellung, die mit heute verfügbarer Technik nicht minderbar sind”, erklärt VDZ-Hauptgeschäftsführer Martin Schneider.

Komplett neue Wege erforderlich

Anhand von zwei Dekarbonisierungspfaden zeigt die Studie, welche CO₂-Einsparungen entlang der Wertschöpfungskette von Zement und Beton bis zum Jahr 2050 erreicht werden können. Mit konventionellen Minderungsmaßnahmen würde es bis 2050 gelingen, die CO₂-Emissionen um 36% gegenüber 2019 zu verringern (-50% gegenüber 1990). Insofern müssen für eine volle Klimaneutralität komplett neue Wege in der Herstellung des Zements und seiner Anwendung im Beton gegangen werden.

Wichtige Handlungsfelder auf dem Weg zu einer klimaneutralen Betonbauweise sind insbesondere der zunehmend geringere Einsatz von Zementklinker, der zu noch deutlich CO₂-effizienteren Zementen und Betonen führen wird. „Für die verbleibenden CO₂-Emissionen, die nicht anders gemindert werden können, stellt die CO₂-Ab­schei­dung aus heutiger Sicht die einzige Lösung dar“, hebt Herr Schneider hervor. Ziel müsse langfristig sein, dieses CO₂ zu nutzen, indem es in andere Stoffe und Produkte umgewandelt wird. Für eine Übergangszeit wird sich aber auch die Frage stellen, in welchem Maße CO₂ nicht auch gespeichert werden kann.

Die CO₂-Roadmap macht deutlich, dass der Anspruch einer klimaneutralen Industrieproduktion eine völlig neue Herangehensweise an die Produktion und die Wertschöpfung erfordert. „Als Zementindustrie stellen wir uns dieser Herausforderung. Klar ist aber auch, dass wir diesen Kraftakt nicht allein schultern können”, betont VDZ-Prä­si­dent Knell. Es bedarf hierzu der Mitwirkung vieler Akteure in der gesamten Wertschöpfungskette. Angefangen mit dem Anlagenbau und den Betonherstellern über die bauausführende Industrie bis hin zu Planern und Architekten. „Nicht zuletzt brauchen wir auch den Schulterschluss mit anderen Industrien sowie mit Politik und Gesellschaft, denn dieser Transformationsprozess wird am Ende nur miteinander gelingen”, so Herr Knell weiter.

Als Voraussetzungen für eine erfolgreiche Dekarbonisierung benennt die Studie eine Reihe zentraler Handlungsfelder:

  • Unter anderem sei ein wirksamer politischer Instrumentenmix vonnöten, der international die Wettbewerbsfähigkeit und Technologieführerschaft der deutschen Zementhersteller gewährleistet sowie Innovationen und grüne Leitmärkte fördert.
  • Aus technischer Sicht kommt dem Aufbau und Betrieb der notwendigen Infra­struktur - etwa für eine flächendeckende erneuerbare Stromversorgung oder den Transport von CO₂ und Wasserstoff - eine wichtige Bedeutung zu.

„Neben technischen und wirtschaftlichen Fragen der Dekarbonisierung wird es auch maßgeblich darauf ankommen, die Menschen vor Ort und die Gesellschaft insgesamt frühzeitig in diesen Prozess einzubinden”, unterstreicht Herr Schneider.

Herr Knell bleibt auch im Lichte der großen Herausforderungen optimistisch. „Die deutschen Zementhersteller haben sich der CO₂-Minderung in den letzten Jahren in bemerkenswerter Weise gewidmet“, so der VDZ-Präsident. Die Industrie sei bereit, mehr Verantwortung in Sachen Klimaschutz zu übernehmen. Auch Martin Schneider ist zuversichtlich: „Wir haben als Industrie die Dekarbonisierung von Zement und Beton ins Zentrum unseres Handelns gerückt. Wichtig ist dabei ein ganzheitlicher Ansatz, der die gesamte Wertschöpfungskette Bau einschließt.”

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