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50 Jahre Fermacell-Gipsfaser-Platten


  

(7.3.2022) 1971 liefen im ersten Fermacell-Werk in Salzgitter-Heerte die ersten Fermacell-Gipsfaser-Platten vom Band: Lange bevor baubiologische Themen in den allgemeinen Fokus rückten, wurde diese Platte allein auf der Basis ökologischer Roh­stoffe - recycelte Papierfasern, Gips und Wasser - und ohne jegliche Leimzusätze hergestellt. Aber nicht nur die umweltverträgliche Fertigung war das Neue an der Platte: Das spezielle Herstellungsverfahren und die homogene Mischung der natürlichen Rohstoffe machten und machen Gipsfaser-Platten bemerkenswert stabil, belastbar und widerstandsfähig gegen mechanische Belastungen. Diese neuartigen Platten waren nicht brennbar, unempfindlich gegen Feuchtigkeit, nagel- sowie klammerbar und deutlich härter und belastbarer, als die bis dahin im Markt bekannten Gipsbauplatten.

Neuartige Kombination besonderer Eigenschaften

Aber nicht nur den herkömmlichen Gipsbauplatten waren die neuen Gipsfaser-Platten überlegen, auch im Vergleich zu Holzwerkstoffplatten entpuppten sie sich als eine ernstzunehmende Alternative. Denn aufgrund ihrer hohen Stabilität können Gipsfaser-Platten ebenso wie Holzwerkstoffplatten sowohl tragend als auch aussteifend verwendet und zur Beplankung und Bekleidung von Bauteilen eingesetzt werden (Nutzungsklasse 1 und 2 gemäß DIN EN 1995-1, s. DIN EN 1995-1-1:2010-10-Eurocode 5, Bemessung und Konstruktion von Holzbauten; Teil 1-1, Allgemeines).

Bereits einlagige Konstruktionen schneiden in den Disziplinen Schallschutz, Wohngesundheit, Feuerwiderstand und Statik mindestens gleichwertig, in den meisten Fällen sogar deutlich besser ab als Konstruktionen mit zweilagiger Beplankung aus Holzwerkstoffplatten und Gipskarton. Auch die Befestigung schwerer Lasten ist unproblematisch: So trägt bereits eine 12,5 mm dicke Fermacell-Platte Konsollasten von bis zu 50 kg (0,5 kN) pro Befestigungspunkt.

Foto © James Hardie Europe GmbH 

Schnell wachsende Nachfrage

Die Markteinführung der neuartigen Platten wurde bald zum Erfolg. In Münchehof im Landkreis Goslar wurde ein neues Werk gebaut. Ziemlich genau 10 Jahre nachdem die erste Gipsfaser-Platte überhaupt auf den Markt gebracht wurde, liefen hier 1981 die ersten großformatigen Platten aus der damals noch handbedienten Flächenpresse. 1992 ging eine zweite Fertigungslinie in Produktion. Heute ist das Fermacell-Werk in Münchehof der größte Produktionsstandort und hochgradig automatisiert.

Fermacell-Gipsfaser-Platten werden außerdem in einem Werk in Baden-Württemberg sowie im niederländischen Wijchen fabriziert, das 1993 mit der Produktion startete. 2013 wurde zusätzlich eine neue Fertigungsstätte in Orejo, nahe der kantabrischen Hauptstadt Santander im Norden Spaniens, in Betrieb genommen. Von hier aus werden in erster Linie die Trockenbaumärkte Frankreich und Großbritannien sowie die skandinavischen Traditionsländer des Holzbaus beliefert. In einem Werk in Calbe werden seit 2002 Aestuver-Brandschutzplatten gefertigt.

2019 übernahm James Hardie

Die Faserzementplatten von James Hardie, einem weltweit agierenden Baustoffhersteller, waren bzw. sind eine kongeniale Ergänzung zum Fermacell-Produkt-Portfolio - siehe auch Beitrag „Aus Fermacell GmbH wird James Hardie Europe GmbH“ vom 20.1.2019. Nunmehr können durch die Kombination von Gipsfaser-Platten mit Hardie-Plank- und Hardie-Panel-Fassadenplatten ganze Wandsysteme für den hochwertigen Tro­cken- und Holzbau angeboten werden - siehe auch Beitrag „Fassadenkonfigurator und Materialrechner von James Hardie online“ vom 9.3.2019.

Weitere Informationen zu Gipsfaser-Platten können per E-Mail an James Hardie angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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