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Hagelschlagtest mit 70-mm-Eiskugeln von Enkopur-Flüssigabdichtung bestanden

(3.11.2022) 2016 startete das Enke-Werk einen umfangreichen Hageltest in Zusammenarbeit mit dem IBS-Institut für Brandschutztechnik und Sicherheitsforschung in Österreich, denn bis dato gab es noch keine Prüfvorschrift für Flüssigkunststoffe. Alle Erkenntnisse aus diesen Materialprüfungen flossen in die Entwicklung einer Prüfvorschrift für Flüssigkunststoffe ein und sind heute zum Stand der Technik geworden.

Beschussübersicht: Bei allen Versuchen mit festem bzw. mindestens einlagigem Bitumenuntergrund blieb das Produkt bei allen Kugelgrößen von 40-70 mm schadenfrei (alle Fotos © Enke-Werk) 

Unter dem Prüftitel „Labortechnische Simulation von Hagelschlag mittels Eiskugeln“ wurden verschiedene, mit Enkopur-Flüssigkunststoffabdichtungen versehene Probeaufbauten untersucht. Dabei orientierte man sich an üblichen Flachdachaufbauten inklusive aufkragender Bauteile bzw. Hochzügen sowie diverser Kantenausführungen. Die Untergründe der Testaufbauten bestanden u.a. aus Faserzement-, Holzwerkstoff und Polystyrolplatten. Verschiedene Zusatzkomponenten wie Bitumenschweißbahnüberdeckungen (ein- und zweilagig) wurden als weitere Unterlagen/Trägermaterialien für die Enkopur- Flüssigkunststoffabdichtung aufgebracht.

Die Versuchsreihe startete erst, nachdem die Enkopur-Musterdach-Abdichtungen restlos ausgehärtet waren. Gemäß VKF-Prüfbestimmung wurden die Probanden vor dem Beschuss mit Eiskugeln über einen Zeitraum von drei Minuten abgekühlt, genässt und unmittelbar nach der letzten Nässung beschossen. Als Projektil kamen feste, rissfreie Eiskugeln ohne Lufteinschlüsse zum Einsatz. Die harten Eiskugeln der Durchmesser 40, 50, 60 und 70 mm wiesen bei der Testreihe Temperaturen zwischen -20 ±2°C auf.

Rückseite der beschossenen Faserzementplatte; die Enkopur-Abdichtung an der Vorderseite (siehe erste Bild oben) wurde nicht beschädigt. 

Der Beschuss der Versuchsaufbauten erfolgte im rechten Winkel sowie im Beschusswinkel von 45°. Die Ergebnisbeurteilung wurde gemäß festgelegter Prüfbestimmungen visuell und per Vakuumprobe durchgeführt. Zur Einteilung der jeweiligen Probanden in verschiedene Hagelwiderstandsklassen folgte die technische Kommission der Definition der Prüfanstalt, die Durchmesser der eingesetzten Eiskugeln mit der Hagelwiderstandsklasse gleichzusetzen. Konkret bedeutet das: Die Hagelwiderstandsklasse 2 (HW 2) entspricht der kinetischen Energie, die beim Aufprall eines Hagelkorns mit 20 mm Durchmesser freigesetzt wird. Analog dazu gilt dies für alle anderen HW-Klassen.

Materialprüfungsinstitut bescheinigt Hagelwiderstandsklasse 7

Die Ergebnisse der Enke-Versuchsreihe sind durchweg positiv, und das sowohl auf harten als auch auf weichen Unterlagen. Sogar der Mehrfachbeschuss mit 70-mm-Eis­ku­geln beeinflusste die Ergebnisse nicht: Nach dem Aufschlag der mehr als Tennisball-großen Eisprojektile waren lediglich leichte Dellen, aber keinerlei Anzeichen von Rissen oder Durchschlägen sichtbar. Das Prüfinstitut bescheinigte Flächen und Anschlüssen, die mit Enkopur abgedichtet wurden, selbst beim Beschuss mit 70-mm-Eiskugeln hundertprozentige Schadenfreiheit und Wasserdichtheit.

Schnitt durch einen der Dachaufbauten 

Dieses Ergebnis ist auch dann gültig, wenn bei Hochzügen EPS- oder Mineralwoll- Dämmplatten als Trägermaterial eingesetzt werden, die mit mindestens 6 mm Poly- und Elastomerbitumenbahn als Träger für die Flüssigkunststoffabdichtung ausgeführt wurden. Da der Anwendungsfall „Lichtkuppel“ aus Sicht der Prüfstelle nicht pauschal abgedeckt werden kann, wird dieser in einem separaten Prüfbericht behandelt.

Weitere Informationen zur Hagelschlag-festen Enkopur-Flüssigabdichtung können per E-Mail an Enke-Werk angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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