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Selbstkletterschalung für schräge Pylone einer Schrägseilbrücke

(4.10.2007) Dieses neue Brückenbauwerk in Budapest ist Teil der nördlichen Autobahn. Die imposante Brückenkonstruktion mit zwei weithin sichtbaren Stahlbetonpylonen wird die Autobahn M3 mit der Hauptverkehrsstraße 11 verbinden und die Straßentrasse künftig über die Donau führen (siehe auch Google-Maps). Die 1862 m lange Brücke ist konstruktiv in fünf Abschnitte auf insgesamt 28 Stützen unterteilt. Zentrales Element ist die 590 m lange Schrägseilbrücke, welche mit Spannweiten von 145 m, 300 m, 145 m über den Hauptarm der Donau führt.


Die gewählte Konstruktionsart wird bei Autobahnbrücken in Ungarn erstmalig realisiert. Beim Bau von zwei Widerlagern, vier Fugenunterstützungen, sieben Hochwasser-Piers und zwei "A"-förmigen Pylonen im Hauptarm des Flusses bedient(e) sich die ausführende Arbeitsgemeinschaft Hídépítö Zrt. und Strabag Zrt. der Erfahrung und des Know-hows der Peri Schalungs- und Gerüstspezialisten.

Der Überbau der Schrägseilbrücke besteht aus einer Stahldecke mit Hohlkastenträgern unterhalb der Aufhängungspunkte. Insgesamt 88 Schrägseile in zwei Seilebenen zu je vier mal elf Seilen übertragen die Lasten des Fahrbahnkörpers in die beiden zentralen, als Haupttragglieder dienenden Pylone.

Für den Bau der "A"-förmigen Stahlbetonpylone mit vorgespannten Hohlkastenträgerquerschnitten kommt die kranunabhängige Peri ACS Selbstklettertechnik in Verbindung mit Peri Vario Träger-Wandschalung zum Einsatz. Eine Systemkombination, die bereits bei mehr als 300 wirklich hohen Bauwerken in vielen Ländern der Erde zur Realisierung der Projekte beigetragen hat.

Bei der Donaubrücke beträgt die Gesamthöhe der Pylone 100 m. Bis zur Betonspitze sind insgesamt 29 Betonierabschnitte mit variablen Betonierhöhen zwischen 2,55 m und 4,07 m zu bewältigen. Die unter 13,3° zur Fahrbahnmitte hin geneigten Pylonstiele weisen veränderliche Querschnitte auf. Beginnend mit Außenmaßen von 5,00 x 4,11 m an der Fundamentplatte, verjüngen sich die Stiele bis auf 3,50 x 4,11 m im Bereich der Schrägseilanschlüsse. Auch das Innenmaß verringert sich in Längsrichtung um 0,80 m.

Für die stark vor- und rückgeneigten Aussenwände findet als Klettergerüst die Peri ACS V Anwendung. Vorteil: durch stufenlos verstellbare Konsolen befinden sich die Arbeitsbühnen stets in waagerechtem Zustand, wodurch sicher und ergonomisch gearbeitet werden kann:


Innengerüste werden nur bis in eine Höhe von 60m benötigt, da anschließend Zwischendecken einzuziehen sind. Deshalb kommen hier Kran kletternde Innenbühnen zum Einsatz. Sie stellen laut Peri die wirtschaftlichste Lösung für diese Anforderung dar.

Die an den ACS R-Gerüsten angehängte und gemeinsam mit diesen gekletterte Verbindungsbrücke bietet dem Baustellenpersonal die Möglichkeit, komfortabel von einem Pylonstiel zum anderen zu gelangen. Ein Bauaufzug zum Personentransport ist damit nur an einem Pylonstiel notwendig. Durch die von Peri entwickelte Lösung ist sichergestellt, dass die Brücke unabhängig von der Position der Klettergerüste immer horizontal verläuft.

Die projektbezogen für 50 kN/m² Betondruck bemessene Vario Träger-Wandschalung wurde von den Peri-Ingenieuren für jeden Betonierabschnitt vorgeplant. Anpassungsarbeiten an der Schalung, die infolge des Bauwerkquerschnitts mit gerundeten Aussenkanten unvermeidlich sind, werden durchweg auf den Bühnen ausgeführt. Um die geforderte Oberflächenqualität und die notwendige Einsatzzahl zu erreichen, wurden die mit einem Radius von 30 cm gerundeten Eckelemente mit Stahlblech belegt.

Ab dem 15. Betoniertakt sind zur Aufnahme der Schrägseilhülsen massive Zwischendecken einzubauen. Durch die Verwendung einer Kombination aus Domino Rahmenschalung und Multiflex Träger-Deckenschalung ist in diesem Bereich eine einfache Anpassung der Innenschalung an die bei jedem Betonierabschnitt variierenden Durchstoßpunkte und -winkel der Schrägseile möglich. Pylonwände und Zwischendecken werden "in einem Guß" hergestellt.

Ferner waren besondere Anforderungen bezüglich der Betonoberflächenstruktur bei der Schalungsplanung zu berücksichtigen: So gilt es, die Pylonspitze ab dem 26. Betoniertakt mit Rippen von bis zu 50 cm Tiefe auszuführen. Dieses Relief wird durch Schalungskörper erzeugt, die auf den Vario Elementen befestigt werden.

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