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"Weißes Haus" in Stuttgart FACE-geliftet

(29.1.2008) Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Das Weiße Haus in Stuttgart ist nicht der neue Regierungssitz des baden-württembergischen Ministerpräsidenten. Seinen Namen verdankt es weniger seiner Funktion, als vielmehr seiner in makellos glattem Weißbeton strahlenden Fassade.


Fotos: Dyckerhoff AG

Das Geschäftshaus im Zentrum Stuttgarts, zwischen der Königsstraße, und der Schmalen Straße gelegen, wurde bereits 1974 von dem Architekten Max Bächer gebaut (siehe Bing-Maps und Google-Maps). Die ursprünglich dunklen Metallfassaden aus eloxiertem Aluminium und die bauchigen Vorsprünge entsprachen der damaligen Material- und Formensprache. Mit der Zeit erkannte man aber, dass sich die in die Straße ragenden Vorsprünge nur wenig in die städtebaulichen Fluchten einordneten und die Eingangsbereiche von den schweren Metallvorhängen erdrückt wurden. Dass das Gebäude daher mittlerweile unattraktiv geworden war, zeigt auch die Tatsache, dass die Verkaufsflächen nicht mehr vermietet werden konnten. Man entschied sich daher, das Gebäude grundlegend umzubauen und ihm auch ein neues optisches Erscheinungsbild zu verleihen.

Grundlegender Umbau

Im Zuge eines Investorenwettbewerbs bekam das Stuttgarter Architekturbüro Lederer + Ragnarsdóttir + Oei den Auftrag, das Gebäude umzubauen. Die Architekten entschieden sich, die vorgehängte Fassade abzubauen und die Geschossdecken zu verlängern, um mehr Fläche zu erhalten. Klare Fluchten und Gebäudekanten sowie eine Aufstockung an der städtebaulich wichtigen Ecke zur Rotebühlstraße prägen nun das Aussehen des "neuen" Gebäudes und machen es zu einem klar strukturierten Haus, dessen Alter in keinster Weise mehr ablesbar ist. Die Architekten verfolgten mit diesem Projekt ein klares Bekenntnis zum Stadtraum und dessen Qualität und arbeiteten die vorhandenen Achsen, Plätze und Kanten in einer ganz eigenen Formensprache aus.

Weißer Sichtbeton als markantes Zeichen

In seiner Höhe fügt sich das Gebäude mit Erdgeschoss, fünf Obergeschossen und zwei Untergeschossen harmonisch in das städtebauliche Umfeld ein. Die klassisch ausgearbeitete Betonfassade mit einer Rastergliederung, in die sich bis zu raumhohe Fenster einfügen, ist aus Weißbeton (Dyckerhoff Weiss) hergestellt und orientiert sich in ihrem Stützenraster am Nachbargebäuden. Die Auswahl des Fassadenmaterials Weißbeton trägt zur gewünschten Helligkeit des Gebäudes bei, aber auch zur gewollten Auseinandersetzung mit den Themen Haltbarkeit und Zeitlosigkeit.

Geliefert wurde der Weißzement von der Dyckerhoff AG in Wiesbaden, einem Unternehmen, das auf über 75 Jahre Erfahrung bei der Herstellung von weißen Portlandzementen zurückblicken kann. Mittlerweile gilt der Produktname "Dyckerhoff Weiss" als Synonym für weißen Portlandzement und markantes Beispiel einer erfolgreichen Marke im Baustoffbereich, nicht nur in Deutschland, sondern auch über die Grenzen hinaus. In den letzten Jahren wurde die Marke Dyckerhoff Weiss konsequent weiterentwickelt und für verschiedene Anwendungsbereiche eigene Qualitäten kreiert. So gibt es heute die Qualitäten ...

  • FACE für den Bereich Transportbeton, Betonfertigteile und Betonelemente,
  • CONTACT für den Bereich Feinmörtel,
  • DECOR für den Bereich Edelputze und Mörtel,
  • SPEED für den Bereich Spezialbauchemie sowie
  • STRONG für den Bereich Betonwaren und Bauchemie.
  • Dazu kommt mit FLOWSTONE ein hochmoderner Baustoff, der speziell für die Herstellung von hochwertigsten Betonerzeugnissen entwickelt wurde.

Dyckerhoff Weiss FACE und seine Eigenschaften

Im Falle des Stuttgarter Weißen Hauses entschied man sich vor dem Hintergrund der von den Architekten vorgegebenen Sichtbetonvorstellungen für die Qualität Dyckerhoff Weiss FACE. Der weiße Portlandzement Dyckerhoff Weiss FACE wird bevorzugt in der Transportbeton- und der Fertigteilindustrie eingesetzt, speziell wenn es um die Herstellung hochwertiger Sichtbetonfassaden geht. Dyckerhoff Weiss FACE wird mit einem speziellen Herstellverfahren produziert und entspricht der DIN EN 197-1 (eigen- und fremdüberwacht) unter der Normbezeichnung CEM I 42,5 R (dw). Durch den hohen Weißgrad von Dyckerhoff Weiss FACE lassen sich bei der Fassadengestaltung nahezu alle Wünsche realisieren - von weißen bis hin zu brillant eingefärbten Betonen.

Bei dem in Ortbeton ausgeführten Stuttgarter Objekt wurde Dyckerhoff Weiss FACE in Kombination mit dem Weißpigment Titandioxid verwendet. Dem Einsatz von Titandioxid kommt dabei eine ganz besondere Bedeutung zu: Durch seine photokatalytische Wirkung wird ein Abdunkeln der Oberflächen verhindert. Dazu kommt eine gewisse selbstreinigende Wirkung, so dass die Fassaden kaum verschmutzen (siehe auch Beitrag "Titandioxid - ein wahres Multitalent auch am Bau" vom 14.12.2006).

Als Betonzusatzmittel wurden beim Bau des Stuttgarter Weißen Hauses sowohl Verzögerer (VZ) als auch Fließmittel (PCE) verwendet. Als Gesteinskörnung kam ein ausgesuchter weißer Sand bis 2 mm (Cramberg) sowie ein Kies mit einem Größtkorn 16 mm zum Einsatz. Die Betonoberfläche wurde nach dem Ausschalen nicht weiter bearbeitet, so dass die Sichtbetonoberfläche im wahrsten Sinne des Wortes ein Spiegelbild der Schalung darstellt.

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