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Mobiles Testsystem zur Qualitätskontrolle von Sichtbeton

(16.5.2007) Die Qualität von Sichtbeton objektiv und schnell beurteilen zu können - das ist ein Thema, das vielen Baubeteiligten schon lange unter den Nägeln brennt. Denn immer wieder kommt es zum Streit zwischen den Vertragspartnern. Deshalb sollten auch bereits vor Baubeginn die Bauherrenwünsche mit den technischen Machbarkeiten abgeglichen werden - was auf Grund verschiedener Vorstellungswelten oft schwierig ist.

  • Forscher vom Institut für Fördertechnik, Baumaschinen und Logistik der TU Dresden,
  • Bildverarbeiter der Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik e.V. (Berlin) und
  • Baustoffspezialisten der TU Berlin

... stellten vor diesem Hintergrund jetzt bildbasierte Verfahren zur Qualitätskontrolle vor, um Betonoberflächen hinsichtlich ihres Porenanteils, der Gleichmäßigkeit der Farbe und der Oberflächenstruktur prüfen zu können. Die Verfahren sind sowohl für Gutachten vor Ort, Prozesskontrollen in Fertigteilwerken und Laboruntersuchungen einsetzbar.

Zwar haben diverse Fachverbände Qualitätskriterien erarbeitet, nach denen Sichtbeton bewertet werden kann, aber ein flexibles, robustes Messwerkzeug, das die formulierten Kriterien effektiv und vergleichsweise preiswert nachprüft, fehlte der Bauwirtschaft bisher. In einem durch das BMWi über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ (AiF) finanzierten Forschungsprojekt hat das Wissenschaftlerteam ein Testsystem entwickelt, das genau dies verspricht:

  • Mit einer Digitalkamera fotografiert der Gutachter die Betonfläche, auf die ein Referenzrahmen zur Geometrie- und Helligkeitskorrektur geklebt ist.
  • Die automatische Bewertung des Farbeindrucks erfolgt anhand einer Vergleichsfarbskala aus kleinen Betonsteinchen.
  • Eine Software zur Bildanalyse, Statistik und Visualisierung gibt unmittelbar Auskunft über die Porengrößen und -anteile sowie andere Strukturmerkmale, die bisher per Hand ausgezählt und vermessen werden müssen.

Über 120 Probebetonierungen wurden dem Vernehmen nach auf diese Weise bereits analysiert.

Die hier vorgestellte Entwicklung sollte ursprünglich dabei helfen, die durch neue Bautechnik und verbesserte technologische Prozesse erzielte Bauqualität leichter bewerten zu können. Jetzt ist auch an eine Weiterentwicklung für den täglichen Praxiseinsatz gedacht: mit Hilfe einer „Ein-Knopfdruck“-Lösung könnten Baufachleute beispielsweise Analysen erstellen, die im Streitfall rasch objektivierte Aussagen über die Qualität bon (Fassaden-)Oberfläche zulassen. Die Testmethode stieß inzwischen auf großes Interesse, da sie sich auf andere Oberflächen, wie Natursteine, Putze etc. erweitern ließe.

Für ihr bildgestütztes mobiles Testsystem hat das Wissenschaftlerteam jetzt in München den Innovationspreis der deutschen Bauwirtschaft 2007 in der Kategorie „Zukunftsweisendes Forschungsergebnis“ entgegengenommen.

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