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Klima-Studie mit weißen Dachsteinen bzw."cool roofs"

(1.3.2010; Dach+Holz-Bericht) Das gewohnte Bild unserer Dachlandschaften könnte sich bald ändern, wenn es nach neuen Erkenntnissen aus Amerika geht: So soll der Sommer in den Städten erträglicher sein, wenn alle Hausdächer einen weißen Anstrich erhielten (bzw. hell gedeckt seien). Das behaupten Wissenschaftler am US National Center for Climate Research. Ihren Berechnungen zufolge wären Großstädte im Sommer um bis zu ein Grad Celsius kühler; dies wäre neben einer Steigerung der Lebensqualität auch ein positiver Beitrag zum Klimaschutz.


Hintergrund der vom amerikanischen Energieminister, Dr. Steven Chu, initierten "weißen Strategie" ist die Albedo. Darunter wird das Maß für das Rückstrahlvermögen von nicht selbst leuchtenden Oberflächen und der damit verbundene sommerliche Hitzeinsel-Effekt verstanden. Der Albedo-Wert wird bestimmt durch den Quotienten aus reflektierter zu einfallender Lichtmenge. So hat frischer Schnee eine Albedo von 0,8 bis 0,9, Asphalt hingegen nur 0,15. Die traditionelle Architektur im Mittelmeerraum mit ihren weiß getünchten Häusern nutzt etwa diese Tatsache. Städte erhitzen sich im Sommer im Schnitt ein bis drei Grad stärker als ländliche Regionen. Hauptursache dafür sind die verbauten Oberflächen, die mehr Wärme absorbieren, vor allem Straßen und auch Dächer, die in vielen Regionen der Welt mit dunklen Baustoffen abgedichtet sind. Die städtische Sommerhitze und der hohe Energieaufwand für Klimaanlagen in wärmeren Regionen tragen dazu bei, dass Städte als Hauptschuldige des Klimawandels gelten.

Dieser Wärmeinsel-Effekt kann durch die Schaffung von unversiegelten Bereichen, Begrünung oder Verwendung von Materialien mit geringer solarer Absorption positiv beeinflusst werden. So werden auch im Rahmen der Nachhaltigkeitszertifikate nach der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. Dokumentationen zu den Albedo-Werten abgefragt.

Zwar können weiße Dächer alleine auch keine Klimaanlagen ersetzen, aber es tritt dennoch ein positiver Effekt ein. In Computermodellen überprüften Forscher die Wirkung der Idee des US-Energieministers. Würden weltweit alle Dächer und Straßen weiß gestrichen, dann könnten einmalig rund 44 Milliarden Tonnen CO2 ausgeglichen werden. Für eine gleich große Einsparung müssten weltweit alle Autos 18 Jahre lang still stehen! 100 m² weiße Dachfläche reichten demnach aus, um den durchschnittlichen CO2-Ausstoß eines Deutschen im Jahr (ca. 10,5 t CO2) zu neutralisieren.

"cool roofs" in Kalifornien Pflicht

In den USA sind weiße Dächer ein Bestandteil der Klimastrategie der Regierung. Seit diesem Sommer müssen auf allen Neubauten in Kalifornien so genannte "cool roofs" gesetzt werden - Dächer, deren Materialien und Farben möglichst hell und reflektierend sind.

Braas stößt Diskussion an

Mit einer Studie hat Braas auf der Dach+Holz die Diskussion zu diesem Thema angestoßen. Gezeigt wurde die Frankfurter Pfanne Titano/x in einem weißgrauem Farbton. Durch diesen Farbton wird die Wärmestrahlung deutlich reflektiert. Ergänzend weist dieser Dachstein noch die umweltaktiven Eigenschaften von Titandioxid auf und reduziert gefährliche Stickoxide aus der Luft - siehe Beitrag "Braas-Dachsteine mit Katalysator-Technik" vom 7.3.2008.

Weißgraue Dachsteine werden derzeit in Langzeituntersuchungen getestet. Bei einem positiven Ergebnis kann die schnelle Markteinführung erfolgen.

Weitere Informationen speziell zu hellen Dachsteinen können per E-Mail an Braas / Monier angefordert werden.

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