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AGI Arbeitsblatt: Korrosionsschutz durch Duplex-Systeme

(21.9.2011) Von der Arbeitsgemeinschaft Industriebau e.V. (AGI) stammt das Arbeitsblatt K20 „Korrosionsschutz von Stahl durch Duplex-Systeme (Feuerverzinkung + Beschichtung)“. Die Arbeitsgemeinschaft versteht sich als unabhängige Plattform für den interdisziplinären Erfahrungsaustausch im Industrie- und Gewerbebau. Ihr gehören neben Bauabteilungen deutscher Wirtschaftsunternehmen auch Produkthersteller, Verbände, Planungsbüros und Hochschulen an.

Das kostenpflichtige Arbeitsblatt K20 versteht sich als eine Arbeitshilfe für Duplex-Systeme - bestehend aus einer Feuerverzinkung und einer zusätzlichen Beschichtung. Es gilt für die Planung, Ausführung und Überwachung von Duplex-Systemen im Industrie- und Gewerbebau, kann aber auch sinngemäß für andere Bauten und Anwendungsbereiche verwendet werden. Das Arbeitsblatt ergänzt die für Duplex-Systeme relevanten Regelwerke. Dies sind ...

  • DIN EN ISO 1461 (Durch Feuerverzinken auf Stahl aufgebrachte Zinküberzüge (Stückverzinken)),
  • DIN EN ISO 12944 Teil 1-8 (Korrosionsschutz von Stahlbauten durch Beschichtungssysteme),
  • DIN EN ISO 14713 Teil 1-2 (Zinküberzüge - Leitfaden und Empfehlungen zum Schutz von Eisen und Stahlkonstruktionen vor Korrosion),
  • DIN 55633 (Korrosionsschutz von Stahlbauten durch Pulverbeschichtungssysteme) sowie
  • die Verbände-Richtlinie „Duplex-Systeme“.

Ein Duplex-System besteht aus einer Verzinkung in Kombination mit einer oder mehreren nachfolgenden Beschichtungen. Dabei können sowohl Flüssig- als auch Pulverbeschichtungen eingesetzt werden. Die Verzinkung und die Beschichtung ergänzen sich bei einem Duplex-System in idealer Weise. Der Zinküberzug wird durch die darüber liegende Beschichtung vor atmosphärischen und chemischen Einflüssen geschützt. Ein Abtrag des metallischen Zinks wird vermieden, der Zinküberzug bleibt lange Zeit in neuwertigem Zustand unter der Beschichtung erhalten. Hierdurch „lebt“ der Zinküberzug länger.

Durch die Feuerverzinkung haben Beschädigungen an der Beschichtung keine nachteiligen Auswirkungen zur Folge, da die hohe Widerstandsfähigkeit und Abriebfestigkeit des darunter liegenden Zinküberzuges auch hohen Belastungen standhält. Typische Unterrostungen können erst gar nicht entstehen, der Stahl bleibt auch an Stellen, an denen die Beschichtung schadhaft ist, wirksam geschützt.

Der wesentliche Vorteil von Duplex-Systemen ist die lange Schutzdauer. Sie ist im Regelfall deutlich länger als die Summe der jeweiligen Einzelschutzdauer aus Verzinkung und Beschichtung. Der sich einstellende Verlängerungsfaktor liegt je nach System zwischen 1,2 und 2,5. Duplex-Systeme werden aus gestalterischen Gründen eingesetzt und da, wo eine maximale Schutzdauer erreicht werden soll.

Das AGI-Arbeitsblatt K20 definiert Anforderungen an die Feuerverzinkung. Hierzu gehören die Dicke des Zinküberzuges und Vorgaben hinsichtlich Unregelmäßigkeiten der Oberfläche und für eventuelle Nacharbeiten an der Feuerverzinkung. Die Anforderungen an die Beschichtung beziehen sich auf die Beschichtungsstoffauswahl sowie die Oberflächenvorbereitung und -vorbehandlung. Im Kapitel „Beispiele für Duplex-Systeme“ werden Angaben zur Schutzdauer gemacht. Hierbei ist zu beachten, dass sich die Schutzdauer ausschließlich auf das Beschichtungssystem bezieht.

Des Weiteren werden im selben Kapitel in der Praxis bewährte Duplex-Systeme aus Flüssig- und Pulverbeschichtungen tabellarisch dargestellt (Tabelle 1 und 2) sowie Vorgaben zur Bestimmung der Trockenschichtdicke der Beschichtung gemacht.

Fazit: Das vierseitige Arbeitsblatt K20 gibt in praxisgerechter Form wichtige Hinweise zur Planung, Ausführung und Überwachung von Duplex-Systemen an Gewerbe- und Industriebauten, die auch auf andere Anwendungsbereiche übertragen werden können.

Das AGI-Arbeitsblatt steht unter agi-online.de bzw. immobilien-buch.com als kostenpflichtiger Download zur Verfügung.

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