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ZDB warnt wegen Entsorgungskosten vor Kostenexplosion bei Infrastrukturmaßnahmen


  

(30.5.2014) „Die Modernisierung der deutschen Verkehrsinfra­struktur dürfte noch wesentlich teurer werden als es die ers­ten Schätzungen befürchten lassen“, so die Einschätzung von ZDB-Präsident Dr. Hans-Hartwig Loewenstein: „Zwar gelingt es der deutschen Bauwirtschaft derzeit noch, ca. 90% der mi­neralischen Abfälle im Kreislauf zu halten, doch ist diese hohe Verwertungsquote durch immer höhere Umweltauflagen und eine sinkende Akzeptanz von Recycling-Baustoffen ernsthaft bedroht.“

Nach wie vor gelten im Zuge von Baumaßnahmen gelöste Bö­den als Abfall - sofern sie nicht wieder auf der gleichen Bau­stelle eingebaut werden können. Diese Böden müssen mit ho­hem Kostenaufwand auf Umweltschadstoffe untersucht werden. Völlig saubere Böden seien jedoch gemessen an den hohen Maßstäben der Umweltbehörden weder in Sied­lungsgebieten noch an Verkehrswegen anzutreffen, so Loewenstein. Gering und höher belastete Böden seien somit auf dafür zugelassenen Deponien zu entsorgen. „Da sich aber der entsprechende Deponieraum verknappt, werden wir in spätestens 5 Jahren auf erhebliche Entsorgungsengpässe treffen,“ befürchtet der ZDB-Präsident.

Entsorgungskosten verdrei- bis versechsfacht

Eine Umfrage unter ZDB-Mitgliedsbetrieben ergab, dass sich Entsorgungskosten für belastete Böden seit dem Jahr 2008 versechsfacht haben. Bei geringfügig belasteten Böden ergab sich laut den ZDB-Mitgliedsbetrieben eine Verdreifachung der Entsor­gungskosten. Ursächlich hierfür seien ...

  • die immer größeren zu entsorgenden Bodenmengen einerseits und
  • die bereits eingetretene drastische Abnahme von Anzahl und Restvolumen der Deponien andererseits.

Daher müssten höher belastete Böden bereits heute bis zu 250 km weit zur nächsten Deponie transportiert werden. Das belaste nicht nur Umwelt und Verkehr, sondern verschlechtere auch den Zustand der Straßen wesentlich. In Summe würden die an­stehenden Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen dadurch erheblich verteuert: Wenn sich die Verwertung oder Entsorgung der jährlich im Zuge von Baumaßnahmen anfallenden über 100 Mio. Tonnen Böden und Steine im Schnitt um nur 10 Euro je Tonne verteu­ern sollte, bedeutet dies 1 Mrd. Euro Mehrkosten jährlich.

„Diese Mehrkosten werden zum großen Teil bei öffentlichen Baumaßnahmen anfallen und die zusätzlichen Bundesmittel zur Erneuerung der Verkehrsinfrastruktur zu großen Teilen aufzehren“, so die Befürchtung des ZDB-Präsidenten.

Loewenstein forderte daher das Bundesumwelt- und Bauministerium auf, für ausgewo­gene Regelungen für die Verwertung mineralischer Abfälle zu sorgen, ansonsten drohe Deutschland ein Zusammenbruch der überaus erfolgreichen Kreislaufwirtschaft Bau und zudem ein Entsorgungskollaps bei mineralischen Abfällen.

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