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Was Kommunikation in der Wirtschaftskrise leisten muss

  • Autor: Thomas Mavridis, Jahrgang 1971, Inhaber der PR-Kanzlei

<!---->(18.10.2009) In der Wirtschaftskrise sind Unternehmer schnell bereit gewesen, ihre Werbebudgets zusammenzustreichen. Wird auf kostspielige, klassische Werbung verzichtet, müssen die Firmen aber ihre Kommunikation strategisch neu aufstellen. Den Rotstift generell bei Kommunikationsmaßnahmen anzusetzen, ist ein gefährlicher Weg, denn das Informationsbedürfnis nimmt in der Krise zu. Besonders in der Baubranche und in der Immobilienwirtschaft gilt: Angesichts von Leerständen und vieler Player auf einem zunehmend enger werdenden Markt sind systematische Marketing- und PR-Maßnahmen nötiger denn je.

Viele Menschen empfinden Unsicherheit als bedrohlich. Deshalb sollten Unternehmer gerade in der Krise Verhaltensweisen an den Tag legen, die Vertrauen und Glaubwürdigkeit schaffen. Besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind sie gut beraten, die interne und externe Kommunikation nicht zu vernachlässigen. Das Informationsbedürfnis der Mitarbeiter, Medien, Kunden, Partner und Analysten ist in diesen Zeiten sehr hoch. Unternehmen sollten jetzt nicht abtauchen, sondern erst recht den Kontakt zur Öffentlichkeit und ihren Zielgruppen suchen. Sich der eigenen Verwundbarkeit bewusst zu werden, ist nur der erste Schritt. Im zweiten Schritt muss mehr Wert auf sinnvolle Maßnahmen, klare Kommunikation und konsequente Aussagen gelegt werden.

Kommunikationsstrategie neu ausrichten

Kreativ und weitsichtig geführte Unternehmen haben jetzt sogar die große Chance, sich durch eine transparente Kommunikationsstrategie positiv vom Wettbewerb abzuheben. Überlegte und verlässliche Kommunikation unterstützt das Unternehmen dabei, gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Mit positionierten Referenzprojekten, einer gelebten Kunden- und Mitarbeiterorientierung lassen sich dabei deutliche Akzente setzen. Unternehmer sollten versuchen, potenzielle Unsicherheiten zu prognostizieren, relevante Risiken zu identifizieren und Ereignisse zu simulieren. Für den Fall der Fälle muss ein entsprechendes Team bereitstehen, um einen klaren und einheitlichen Informationsfluss zwischen den jeweiligen Zielgruppen sicherzustellen. Mitarbeiter beispielsweise sind eher bereit, auf Ziele hinzuarbeiten, wenn sie über bevorstehende Veränderungen auch gut informiert sind. Das kann die Kultur und damit auch das Ergebnis eines Unternehmens entscheidend beeinflussen. Besonders in der Krise ist es geradezu verheerend, wenn sich die interne Unternehmenskommunikation, das Personalmanagement und die Führungskräfte nicht abstimmen. Wer jetzt falsch kommuniziert, der verliert Image und auch Reputation. Diese wieder zu gewinnen und aufzubauen, kostet Zeit und Geld.

PR und Online-Kommunikation stärken

Im Gegensatz zu den oft umfassenden, aufwändigen Kampagnen vergangener Tage geht der Trend in wirtschaftlich schwierigen Zeiten hin zu einer pragmatischen Lösung nach dem ökonomischen Prinzip, mit dem geringsten Kraftaufwand Maximales zu erreichen. Jahrelang galt die Werbung als das zentrale Instrument der Kommunikationspolitik, zielt sie doch direkt auf die Kaufpräferenzen der Zielgruppen. Diese Rolle übernimmt speziell in Krisenzeiten strategische PR. Mit entsprechenden Maßnahen wird für Unternehmen und Produkte nicht nur ein adäquates Image und Nutzenversprechen systematisch herausgearbeitet, sondern zugleich die Vertriebsarbeit maßgeblich und nachweislich unterstützt. Große Chancen bieten dabei informative Kunden- und Mitarbeitermagazine. Zahlreiche Firmen haben sich schon vor der Wirtschaftskrise ihre eigenen Medien geschaffen, die sie nun sorgfältig einsetzen. Über 125.000 deutsche Unternehmen verfügen bereits über eigene Zeitungen, Magazine, Podcasts oder Web-TV. Unternehmensblogs, Websites mit Managementvideos, soziale Netzwerke - das Internet bietet gerade in der Krise wertvolle Möglichkeiten für einen offenen und persönlichen Informationsaustausch zwischen Unternehmen und interessierten Zielgruppen.

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