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54. BetonTage wollen der Betonfertigteilindustrie Chancen aufzeigen

<!---->(20.11.2009) Die Folgen der Finanzkrise haben auch vor der Beton- und Fertigteilindustrie keinen Halt gemacht. Auftragsrückgänge, hohe Lagerbestände und Insolvenz von Kunden stellen die Unternehmen vor besondere Herausforderungen. Doch jede Krise bringt auch Veränderungen und Chancen mit sich. Sie muss bewältigt und will genutzt werden. Strukturen und Produkte müssen auf den Prüfstand gestellt, Innovationen vorangetrieben und neue Wege beschritten werden.

"Chancen nutzen" ist daher auch das Motto der 54. BetonTage, die vom 9.-11. Februar 2010 wieder im Kongresszentrum Edwin-Scharff-Haus in Neu-Ulm stattfinden. Eröffnungsredner Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Keitel, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V. (BDI), Berlin, will dieses in seinem Vortrag aufgreifen und Strategien vorstellen, die das Industrieland Deutschland gestärkt aus der Krise führen sollen. Doch auch beim Baustoff Beton und der Bauweise mit vorgefertigten Betonelementen sind die Potenziale längst nicht ausgeschöpft. Richtungsweisende Innovationen im Bereich der Baustoffe und Fertigungsverfahren eröffnen neue Chancen und Möglichkeiten. In den rund 90 Beiträgen renommierter Fachleute aus Wissenschaft und Praxis sollen betontechnologische, ausführungstechnische, statisch-konstruktive sowie wirtschaftliche Aspekte gleichermaßen angesprochen und wegweisende Anwendungsbeispiele vorgestellt werden. Einen Vorgeschmack auf das Fachprogramm der 54. BetonTage gibt dieser Beitrag.

Zukunftsthema Nachhaltigkeit

Ein Schwerpunkt des Fachprogramms der 54. BetonTage ist das Thema Nachhaltigkeit. Im Rahmen des Podiums 1 "Anwendungsgerechte Forschung" sollen erstmals die Ergebnisse des Verbundforschungsvorhabens "Nachhaltig Bauen mit Beton" des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton (DAfStb) e.V. und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) einer breiten Öffentlichkeit präsentiert und anhand eines Referenzbeispiels erläutert werden. Auch die Umsetzung in das zukünftige Regelwerk werde dargestellt. Geplant ist das Thema Nachhaltigkeit auch für den zweiten Kongresstag. Im Plenum werden Inhalte und Anforderungen des gemeinsam vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Deutschen Gesellschaft Nachhaltiges Bauen entwickelten Bewertungs- und Zertifizierungssystems "Deutsches Gütesiegel Nachhaltiges Bauen" vorgestellt und die Rolle von Betonfertigteilen in diesem Kontext diskutiert. Welche wachsende Bedeutung die Nachhaltigkeit auch als Marketinginstrument für die Betonindustrie gewinnt, soll der Vortrag der renommierten Werbeagentur Scholz & Friends Hamburg zeigen.

Innovative Lösungen für den konstruktiven Fertigteilbau

Gleich zwei Podien widmen sich bei den 54. BetonTagen dem konstruktiven Fertigteilbau. Im Podium 3 "Konstruktiver Fertigteilbau 1" werden am ersten Kongresstag die Auswirkungen der neuen DIN EN 13670 und des Eurocodes 2 auf das Bauen mit Betonfertigteilen aufgezeigt. Am Beispiel des Einsatzes von Spannbetonfertigteildecken als Klimadecken wird die nachhaltige Nutzung von Betonfertigteilen demonstriert. Ein weiterer Vortrag weist auf die Besonderheiten hin, die bei der Planung und Ausführung von großen Logistikgebäuden in der Fertigteilbauweise zu berücksichtigen sind. Ausführlich dargestellt wird auch die Umsetzung einer Fußgängerbrücke aus textilbewehrtem Beton.

Am zweiten Kongresstag sollen im Podium 6 technische Lösungen beim Einsatz von konstruktiven Fertigteilen präsentiert werden. Ein Beispiel ist der Einsatz von Gfk-Verbindungsankern bei der Bemessung von Elementwänden mit innenliegender Wärmedämmung. Angekündigt ist auch ein Bericht über den Einbau von Elementdecken in Holzhäusern, die zu einer Optimierung des Bauablaufs führen. Außerdem werden die Ergebnisse einer Untersuchung von Spannbetonbindern aus ultrahochfestem Beton mit Faserbewehrung vorgestellt. Das Podium befasst sich zudem mit der neuen Richtlinie VDI/BV-BS 6205 für Transportanker und Transportankersysteme für Betonfertigteile sowie den baupraktischen Konsequenzen der aktuellen Normung bei der Brandbemessung von Fertigteilstützen.

Zukunftsweisende Entwicklungen in der Betontechnologie

Im Rahmen des Podium 5 "Von der Forschung zur Praxis" werden die aktuellen Ergebnisse der betontechnologischen Forschung sowie deren erfolgreiche Umsetzung vorgestellt. So z.B. ein mikrobewehrter Hochleistungsbeton, der sich durch seine hohe Festigkeit, Duktilität und Dauerhaftigkeit auszeichnet und zeitgleich die Realisierung geringer Bauteilstärken ermöglicht. Gezeigt werden sollen außerdem alternative Bewehrungsformen, die durch den Einsatz von Stahlfasern bei Spannbetonträgern entstehen. Das Podium befasst sich auch mit der Wirkungsweise photokatalytischer Baustoffe und gibt Empfehlungen für marktgerechte Produktinnovationen aus ultrahochfestem Beton. Abschließend werden die Optimierungspotenziale des Mischprozesses zur Herstellung von Hochleistungsbetonen aufgezeigt.

Betonbauteile im Tiefbau

Die Erstellung von Verkehrsflächen innerhalb von Städten und Gemeinden wird zunehmend mit großformatigen Betonelementen realisiert. Welche Anforderungen die öffentlichen Auftraggeber haben, wie dies technisch und gestalterisch umgesetzt werden kann, aber auch welche Risiken zu beachten sind, das alles ist Gegenstand des Podiums 2 "Straßen-, Landschafts- und Gartenbau". Darüber hinaus wird über die neuesten Erkenntnisse bei der Ausführung von Tragschichten berichtet und die Möglichkeiten und Grenzen bei der Beschichtung von Flächenbefestigungen werden aufgezeigt. Ein weiterer Vortrag zeigt, wie die Qualität von Betonwaren durch eine optimierte Formbefüllung gesteigert werden kann.

Das Podium 11 "Beton- und Stahlbetonrohre" richtet sich an Hersteller, Planer und die öffentliche Hand. Zum Auftakt werden die Ergebnisse eines Vergleichs der Energiegehalte und der CO₂-Emissionen bei der Produktion von Rohren aus unterschiedlichen Werkstoffen präsentiert. Außerdem wird laut Vorankündigung ein neues selbstverdichtendes Verfüllmaterial für Leitungsgräben vorgestellt sowie über die Erfahrungen mit säurebeständigen Spezialbetonen und den Einfluss fluidgefüllter Druckübertragungsmittel auf Einsatzbereiche und statische Bemessung von Vortriebsrohren aus Stahlbeton berichtet. Die Teilnehmer erfahren außerdem, welche neuen Möglichkeiten es zur Inspektion alter Kanäle gibt und die Auswirkungen des neuen DWA-Arbeitsblatts A 139.

Im Dialog mit den Marktpartnern

Der dritte Kongresstag bildet als Tag der Marktpartner inzwischen einen festen Bestandteil der BetonTage. Bauunternehmen, die öffentliche Hand, Tragwerksplaner und Architekten finden an diesem Tag jeweils für sie konzipierte Podien, die ihre Fragen im Umgang mit Beton und Betonfertigteilen beantworten. So findet wieder das Podium 13 "Beton in der Architektur" statt, das gemeinsam mit der DBZ Deutschen Bauzeitschrift und Beton Marketing Süd veranstaltet wird, und in den vergangenen Jahren großen Anklang gefunden hat. Renommierte Architekten und Planer zeigen hier anhand ausgewählter Projekte, was mit dem Baustoff Beton heute machbar ist. In diesem Jahr werden der Architekt Prof. Albert Speer und Dr.-Ing. Hans-Peter Andrä vom namhaften Ingenieurbüro Leonhardt, Andrä und Partner den Tag der Marktpartner eröffnen.

Gemeinsam mit dem Deutschen Beton- und Bautechnik-Verein E.V. (DBV) wird im Podium 9 die DBV-Fachtagung: "Weiße Wannen - technisch und juristisch immer wieder problematisch?" ausgerichtet, in der über Chancen und Risiken von wasserundurchlässigen Bauwerken berichtet wird. Neben den Anforderungen an "Weißen Wannen" werden Planung und Ausführung sowohl aus bautechnischer als auch juristischer Sicht beleuchtet und Schadensfälle diskutiert.

Podium 10 "Beton in der Tragwerksplanung" befasst sich zunächst mit der Einführung der DAfStb-Richtlinie Stahlfaserbeton, die den Einsatz von Stahlfaserbeton im tragenden Bereich zukünftig auch ohne bauaufsichtliche Zulassung erlaubt. Außerdem wird über die Änderung der HOAI und deren Auswirkungen auf das Gewerk der Tragwerksplanung berichtet, ergänzt um Tipps für die Umsetzung in der Praxis. Das Podium bietet zudem einen kritischen Blick hinsichtlich der Effizienz von Normungsarbeit auf europäischer Ebene, insbesondere im Zusammenhang mit der Einführung des Eurocodes 2. Darüber hinaus steht das Thema "Bauen im Bestand" auf dem Programm. Hier werden die aktuellen Entwicklungen und Empfehlungen im Bereich der Prüfverfahren für Beton vorgestellt und Hinweise und Empfehlungen zur Abschätzung der Feuerwiderstands bei historischen Gebäuden abgegeben.

Ein spezielles Podium gibt es wieder für die Produktgruppe Kleinkläranlagen aus Beton, das sich an Hersteller und Sachverständige der Unteren Wasserbehörden bzw. Private Sachverständige in der Wasserwirtschaft (PSW) richtet. Zu den Inhalten gehören die aktuellen Entwicklungen der nationalen und internationalen Normungsarbeit und deren praxisgerechte Umsetzung. Außerdem sollen alternative Messmethoden bei der Ermittlung der Ablaufqualitäten bei Kleinkläranlagen sowie neuartige Sanitärsysteme vorgestellt werden, die den Ansatz verfolgen, die im Abwasser enthaltenen Ressourcen möglichst weitgehend zu nutzen. Das Podium ist für PSWs mit dem Anerkennungsbereich Kleinkläranlagen als Fortbildung anerkannt.

Technik, Wirtschaft und Recht

Betriebswirtschaftliche und rechtliche Themen ergänzen seit jeher das technische Fachprogramm der BetonTage. Im Podium 8 "Technik und Recht" wird zunächst auf die Sachmängelhaftung des Fertigteilherstellers im Zusammenhang mit dem Kauf- und Werkvertrag eingegangen. Anschließend werden im Zusammenhang mit konkreten Schadensfällen aus den Bereichen Konstruktion von Industrieböden, Planung und Ausführung einer Stahlbetonbalkonkonstruktion sowie Bewehrung von weitgespannten Decken die juristischen Fallstricke und deren Auswirkungen dargestellt.

Einen Schwerpunkt des Podiums 4 "Wirtschaft und Recht" bilden die Themen "Einkauf und Personalführung". Wie können Mitarbeiterkontrollen wirksam durchgeführt werden? Welche Vorkehrungen muss man treffen, falls der Chef unerwartet ausfällt? Wie sichert man Kostenstabilität im Einkauf? Das sind Fragstellungen, die hier beantwortet werden. Zudem werden die Tücken und Chancen des AGB-Rechts sowie des Marken- und Patentrechts aufgezeigt.

Detaillierte Informationen zum Programm der BetonTage können per E-Mail an FBF Betondienst angefordert werden.

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