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Erneuerbare Energien deckten im 1. Halbjahr 2017 35% des Strombedarfs


  

(30.7.2017) In den ersten beiden Quartalen lag der Anteil von Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen an der Deckung des Strombedarfs in Deutschland erstmals bei 35% - zu diesem Ergebnis kommen vorläufige Berechnungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legte der Erneuerbaren-Anteil um zwei Prozentpunkte zu.

  • Mit 39,4 Mrd. kWh war Windkraft an Land erneut der größte Erzeuger von Ökostrom (1. Halbjahr 2016: 34,7 Mrd. kWh, Zuwachs: 13,6%).
  • Die höchste Zuwachsrate erzielte mit 47,5% auf 8,8 Mrd. kWh erneut Windkraft offshore (1. Halbjahr 2016: 5,9 Mrd. kWh).
  • Der Beitrag der Biomasse erhöhte sich um 2,2% von 22,7 Mrd. kWh auf 23,2 Mrd. kWh.
  • PV legte um 13,5% auf 21,9 Mrd. kWh zu (1. Halbjahr 2016: 19,3 Mrd. kWh).

Netzausbau hält nicht Schritt

„Der gestiegene Beitrag der erneuerbaren Energien ist erfreulich. Leider hält der notwendige Netzausbau nicht annähernd Schritt mit dem Zuwachs an regenerativen Anlagen, weil durch politische Diskussionen viel Zeit verloren ging. Um die immensen Kosten für die Stabilisierung der Netze zu senken, müssen Netzausbau und Erneuerbaren-Ausbau deutlich stärker miteinander verzahnt werden. Auch in Zukunft werden wir zudem auf konventionelle Kraftwerke als Back up für die Versorgungssicherheit nicht verzichten können", sagte Stefan Kapferer, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des BDEW am 28. Juli in Berlin.

Prof. Dr. Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW, ergänzte: „Trotz der guten Nachrichten aus dem Strombereich gilt es weiterhin, die Energieversorgung als Ganzes in zuverlässiger, bezahlbarer und umweltverträglicher Art und Weise zu entwickeln und die Energiewende auf politischer und gesellschaftlicher Ebene voranzubringen. Dabei darf die Energieeffizienz als zentrale Säule nicht außer Acht gelassen werden. Denn die Rechnung ist denkbar einfach: nicht benötigte Energie muss nicht erst erzeugt werden.“

Die Entwicklung der Stromerzeugung aus weiteren erneuerbaren Energiequellen im Überblick:

  • Rückgang bei der Wasserkraft um 18% auf 9,4 Mrd. kWh (11,5 Mrd. kWh),
  • Anstieg bei den Siedlungsabfällen (biogener Anteil 50 Prozent) um 7% auf 3,0 Mrd. kWh (2,9 Mrd. kWh),
  • Rückgang bei der Geothermie um 7% auf 0,078 Mrd. kWh (0,084 Mrd. kWh).

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