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Warum steigen die Baupreise?

(7.4.2019) „Für die aktuellen Baupreissteigerungen sind nach wie vor zu einem großen Teil die gestiegenen Baumaterialkosten sowie die deutliche Tariflohnerhöhung des vergangenen Jahres verantwortlich. Aber auch der Staat selbst hat mit gestiegenen technischen Anforderungen zur Preissteigerung beigetragen.“ So erklärt Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), die gerade vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichten Baupreise - siehe auch Bauletter vom 4. April. Demnach sind die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude in Deutschland im Februar 2019 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,8% gestiegen.

Foto © baulinks/AO 

Kostenweitergabe und Eigenkapitalquote

„Zum einen können die Bauunternehmen - im Gegensatz zu früheren Zeiten - im Moment die gestiegenen Kosten weitergeben. Schließlich sollten Preise auskömmlich sein. Zum anderen nutzen sie die anhaltend gute Baukonjunktur, um ihre Eigenkapitalquote zu verbessern. Es ist ja auch im Interesse der Auftraggeber, wenn die Unternehmen über eine gute Liquidität verfügen, was eine langfristige Zusammenarbeit erst ermöglicht“, ergänzte Herr Babiel. Dass die Insolvenzquote im Baugewerbe in den vergangenen Jahren gesunken ist, sei nur darauf zurückzuführen, dass „die Bauunternehmen endlich auch mal etwas verdienen. Als die Bauunternehmen in Zeiten der Baurezession, auch aufgrund eines ruinösen Preiswettbewerbs, reihenweise Pleite gegangen sind, wurden wir ja auch nicht gefragt, schafft ihr das überhaupt?“.

Fair wären Preisgleitklauseln in Bauverträgen

Der HDB-Hauptgeschäftsführer stellte des Weiteren fest: „Uns ist eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit allen am Bau Beteiligten sehr wichtig. Mit dem Finger ständig auf die anderen zu zeigen, hilft dabei nicht, sondern vergiftet nur die Stimmung. Ein gutes Instrument zum fairen Umgang miteinander ist unseres Erachtens die konsequente Vereinbarung von Preisgleitklauseln in Bauverträgen. Risiken aus Preisschwankungen bei weltweit gehandelten Bauprodukten könnten damit abgefedert werden, gerade in Zeiten mit zunehmender Volatilität der Rohstoffpreise aufgrund von politisch ausgelösten Handelsstreitigkeiten. Beim Abschluss von längerfristigen Verträgen kann durch die Vereinbarung einer Stoffpreisgleitklausel das Preisrisiko beim Auftragnehmer bei steigenden bzw. beim Auftraggeber bei fallenden Stoffpreisen reduziert werden.“

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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