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VDI zum Infektionsrisiko in Schulen: Lüften allein hilft nicht

(28.10.2020) In geschlossenen Räumen wie etwa Klassenzimmern ist die Gefahr einer Infektion mit SARS-CoV-2 besonders hoch. Um das Infektionsrisiko zu reduzieren, sind anlässlich der kalten Jahreszeit schnell umsetzbare Lösungen gefragt. Allerdings ist der Einbau zentraler Lüftungsanlagen zeit- sowie kostenintensiv und wird für die aktuelle Pandemie zu spät kommen. Vorübergehend bieten sich dezentrale Geräte an - wobei eine signifikante Risikominderung dann nur durch eine Kombination aus technischen und organisatorischen Maßnahmen zu erreichen ist.

Die wenigsten Schulen verfügen derzeit über maschinelle Lüftungsanlagen, und in Klassenräumen ist wirksames Stoßlüften oft nicht möglich. Thomas Wollstein von der VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik fast zusammen: „Schulen bieten hervorragende Bedingungen zur Verbreitung des Virus. Es müssen schnell gut überlegte Maßnahmen ergriffen werden. Mit Fensterlüftung allein werden wir da nicht zum Ziel kommen.“

CO₂-Monitoring

Der VDI plädiert dafür, die Luftqualität in Innenräumen, vor allem in Unterrichtsräumen, durch CO₂-Ampeln zu überwachen, um gesundheitliche Risiken schnell zu erkennen. Denn je höher der CO₂-Messwert, desto höher ist auch die Aerosol-Konzentration im Raum. Da Umluftreinigungsgeräte ausschließlich Partikel aus der Luft filtern können, nicht jedoch CO₂, ist auch bei ihrem Einsatz eine Frischluftzufuhr notwendig.

Risikoreduzierung

Lüftungstechnische Maßnahmen können die Virenkonzentration nicht auf null reduzieren und damit auch nicht die Infektion durch große Tröpfchen bei zu geringem Abstand verhindern. Sie können nur das Risiko reduzieren. Ist keine Frischluftzufuhr möglich, sollte mindestens zu jeder halben Unterrichtseinheit eine drei- bis fünfminütige Stoßlüftung durchgeführt werden.

Fazit

Frische Außenluft verdünnt sowohl die CO₂- als auch die Aerosol-Last im Raum. Ist eine maschinelle Versorgung mit hohem Außenluftanteil nicht möglich, können dezentrale Fassaden- und Brüstungsgeräte zur Raumluftverbesserung beitragen. Neben fest installierten Lüftungsanlagen können auch mobile Umluftreinigungsgeräte die Aerosollast im Raum verringern. Es sollten dann aber Geräte mit HEPA- oder Schwebstofffiltern (H13/H14) sein.

Wichtig ist bei jeder Art von Lüftung eine geeignete Wartung (Inspektion, Filterwechsel). Hinweise hierzu sowie zur Qualifikation von Personal zur Beurteilung der Raumluftqualität finden sich in der Richtlinienreihe VDI 6022 - „Raumlufttechnik, Raumluftqualität“.

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