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Neue Tarifrunde ab Mai: IG BAU fordert kräftige Lohnerhöhung und Entschädigung der Wegezeit


  

(9.3.2021) Nach Einschätzung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat das Bauhauptgewerbe 2020 die Rekordumsätze der letzten Jahre trotz Corona-Krise nochmals deutlich steigern können: „Während viele Branchen stark unter den Lockdowns leiden, laufen die Arbeiten auf den Baustellen seit Beginn der Pandemie auf Hochtouren weiter“, erinnert Carsten Burckhardt vom IG BAU-Bundesvorstand. Im Wohnungsbau habe es, getrieben durch die hohe Nachfrage und den Überhang Hunderttausender Baugenehmigungen, sogar zweistellige Zuwächse gegeben.

„Der Bau zeigt sich weitgehend immun gegen die Krise und erweist sich als zentrale Stütze der Binnenkonjunktur. Nun muss es für die 850.000 Beschäftigten eine Anerkennung ihres Einsatzes unter erschwerten Bedingungen geben“, fordert Herr Burckhardt. In der im Mai beginnenden Tarifrunde werde sich die Gewerkschaft für ein „kräftiges Einkommensplus“ einsetzen.

64 km für die einfache Strecke zur Arbeit

Außerdem müssten Bauarbeiter für die meist unbezahlten Fahrten zu den Baustellen eine angemessene Entschädigung erhalten. Über eine tarifliche Regelung der Wegezeiten verhandelt die IG BAU derzeit zusammen mit den Arbeitgebern in moderierten Spitzengesprächen unter Beteiligung des Präsidenten des Bundessozialgerichts, Rainer Schlegel. Eine Untersuchung des Pestel-Instituts im Auftrag der Gewerkschaft hatte übrigens ergeben, dass Bauarbeiter in Deutschland im Schnitt 64 km für die einfache Strecke zur Arbeit zurücklegen. In der repräsentativen Umfrage unter 4.800 Bau-Beschäftigten gab jeder Vierte an, mehr als eine Stunde zum Einsatzort unterwegs zu sein - plus Rückfahrt. Zum Vergleich: Unter allen Arbeitnehmern betrifft das nur fünf Prozent.

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