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Balkonverglasung: Zusammenspiel aus Transparenz und Verschlossenheit beim Zipper in Düsseldorf

(17.8.2022) Insbesondere die Fassade macht das neue Zipper / RKM740 (Rheinkilometer 740; siehe Google-Maps) zum Eyecatcher: Die Gebäudehülle wirkt einerseits mit ihrer weißen, welligen, wolkenförmigen Aluminiumkonstruktion und den unterschiedlich großen Öffnungen verspielt, andererseits tritt das Hochhaus dank der wenigen Materialien souverän auf.

Fotos © Constantin Meyer für Solarlux GmbH 

Insbesondere an der Rheinseite gewährt Zipper großzügige Ausblicke auf den Fluss und Düsseldorf. Zur Straßen hin sind die horizontalen Wellen wiederum dichter und breiter. Sie schirmen so die Innenräume vor Lärm und Wind ab.

Um dem Gebäude trotz der teilweise großen Wellenelemente eine gewisse Leichtigkeit zu verleihen, wurde die weiße Aluminiumfassade perforiert. Zusätzlich verjüngt sich das 19-stöckige Gebäude nach oben hin, so dass einzelne Rücksprünge, die als Terrassen genutzt werden, das Gesamtbild auflockern. Da das Hochhaus einen solitären Standpunkt hat und sich gestalterisch von den angrenzenden Gebäuden des Stadtteils abhebt, sticht es hervor und ist sogar aus der Düsseldorfer Innenstadt deutlich sichtbar. Gemeinsam mit dem nahegelegenen Vodafone Tower (Google-Maps) wirkt Zipper / RKM740 von Westen aus wie ein Stadttor und ist ein Gegengewicht zum markanten Bestand der angrenzenden Klinik.

Detailverliebte Umsetzung

Mit ihrem Entwurf konnten J. MAYER H. Architekten den internationalen Wettbewerb zum Projekt für sich entscheiden. Für die Umsetzung des Fassadenkonzeptes wurde die Firma Ebener beauftragt, zu deren Kernkompetenzen Fassadenverkleidungen aus Voll-Aluminium zählen.


  

Unter der Projektleitung von Dipl.-Ing. Michael Greb wurde eine zweischalige Fassade entwickelt, die nicht nur den optischen Vorstellungen der Architekten entspricht, sondern zusätzlich die besonderen Wind- und Lärmverhältnisse des fast 70 Meter hohen Gebäudes an der vierspurigen Hauptstraße berücksichtigt. So befindet sich hinter den weißen Wellen eine Lärmschutzfassade, um die Wohn- und Schlafräume ab der sechsten Etage vor dem Verkehrslärm zu schützen.

Um eine hohe Wohnqualität zu erreichen, entschied sich J. MAYER H. zudem auf der Rheinseite für eine zusätzliche Glasfassade, die den Balkon umschließt, so dass der Außenraum bei allen Wetterlagen genutzt werden kann und die atemberaubende Weitsicht jederzeit ermöglicht wird.

Als Spezialist für bewegliche Glasfassaden wurde Solarlux von der Firma Ebener zum Projekt hinzugezogen. „Wir haben gemeinsam Lösungsansätze und innovative Sonderlösungen ausgearbeitet, so dass wir einen sehr professionellen Ablauf gewährleisten und termingerecht liefern konnten“, erklärt der Projektleiter Dipl.-Ing. Michael Greb.

Um die Windverhältnisse auch in den höheren Geschossen zu berücksichtigen, gab es eine große Herausforderung an die Statik. Darum wurden schließlich mit einer Sonderkonstruktion die Aluminiumwellen, die raumhohe Balkonverglasung sowie eine Glasbrüstung an einer Edelstahlkonsole befestigt.

Transparente Ausblicke

Insgesamt wurden 4.500 Wellen an der Fassade angebracht, die fast alle in Höhe, Ausladung und Größe der Ausschnitte variieren. 1.250 Glaselemente von Solarlux sorgen auf der Rheinseite sowohl für Lärm- als auch für Wind- und Wetterschutz. Die Schiebe-Dreh-Systeme SL 25 XXL können leicht geöffnet und als unauffällige, durchsichtige Glaspakete an der Seite geparkt werden, um den Freiluftcharakter der Balkone beizubehalten.

Im Winter wie im Sommer bildet die Verglasung zugleich eine thermische Pufferzone. Wobei trotz hoher Schlagregendichtigkeit durch einen Lüftungsspalt der Elemente von circa 3 mm in geschlossenem Zustand eine permanente Belüftung gegeben ist.


  

Die Glaselemente tragen umfänglich die Hauptmerkmale der einzigartigen Qualität des Gebäudes mit: die Transparenz sowie den großzügigen Rheinblick der 14 Wohnetagen. Diese sind zur Nutzung als Boardinghouse ausgelegt und variieren von klassischen Wohnungsgrundrissen, über Loftwohnungen und kleine Apartments bis hin zum aufteilbaren Penthouse mit darüber angeschlossener Dachterrasse.

Im sechsgeschossigen Sockel des RKM740 To­wer befindet sich eine interdisziplinäre Facharztklinik, die Synergien mit dem bestehenden Krankenhaus entstehen lässt. Da das neue Gebäude sich auf einem historischen Krankenhaus-Gelände befindet, das bereits seit 1892 Bestand hat, war es ein Anliegen, die reine Wohnraumnutzung durch medizinorientierte gewerbliche Nutzungen zu ergänzen sowie insbesondere durch die Entwicklung neuer, qualitätsvoller Wohnbebauung weiterzuentwickeln. So werden unter anderem Läden für medizinischen Bedarf, Arztpraxen und eine Ebene mit Operationssälen realisiert.

Weitere Informationen zu Balkonverglasungen können per E-Mail an Solarlux angefordert werden.

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