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Kupfer (C), Indium (I), Selen (S): Würth Solar eröffnet CISfab

(29.10.2006; upgedatet am 30.3.2013) Ein Jahr nach dem Spatenstich hat Würth Solar am 27. Oktober in Schwäbisch Hall feierlich die neue Produktionsstätte für CIS-Solarmodule eröffnet: die CISfab.

CISfab von Würth Solar für CIS-Solarmodule aus Kupfer (C), Indium (I), Selen (S), Sonnenenergie, Sonnenlicht

Würth Solar will mit der CISfabein neues Kapitel der Photovoltaik aufschlagen, denn erstmalig laufen dort CIS-Solarmodule in Großserie vom Band. CIS-Solarmodule kommen im Gegensatz zu den herkömmlichen Modulen ohne den derzeit knappen Rohstoff Silizium aus und gelten vielfach als zukunftsweisend. „Würth Solar wird die Produktionskapazität bis zum Jahresende kontinuierlich hochfahren und wie geplant zum Jahreswechsel die Vollauslastung in der CISfab erreichen. Damit sind wir Vorreiter bei einer Zukunftstechnologie der Photovoltaik und setzen einen Meilenstein in der boomenden Solarbranche“, versprach Karl-Heinz Groß, Geschäftsführer von Würth Solar, im Rahmen der Eröffnung. Ab 2007 will Würth Solar jährlich rund 200.000 CIS-Solarmodule fertigen können - dies entspricht 14,8 Megawatt. In der CISfab sollen ab 2007 175 Mitarbeiter arbeiten, davon 35 beim Vertriebspartner Würth Solergy.

Rund 400 Mitarbeiter und geladene Gäste wohnten der feierlichen Inbetriebnahme der vollautomatisierten Produktionslinie bei, unter ihnen der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Günther H. Oettinger und Reinhold Würth, Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrates der Würth-Gruppe. „Ich freue mich, dass mit der CIS-Technologie von Würth Solar eine herausragende Innovation nicht nur in Baden-Württemberg entwickelt und bis zur Serienreife geführt wurde, sondern nun auch hier produziert wird“, hob Oettinger zur Eröffnung hervor. Der Ministerpräsident betonte, dass eine der zentralen Herausforderungen für eine nachhaltige Politik der Klimaschutz sei. Der Schlüssel dazu liege in einer verantwortungsbewussten Energiepolitik, die auf einem Energiemix beruhe: „Wir wollen Baden-Württemberg zum Spitzenreiter bei der Erforschung und beim Einsatz erneuerbarer Energien machen. Die CISfab leistet dazu einen wichtigen Beitrag.“


v.l.n.r.: Günther H. Oettinger, Reinhold Würth und Karl-Heinz Groß

Von der Vision zur Realität

Zur Erinnerung: Würth Solar wurde 1999 von Reinhold Würth mit dem Ziel gegründet, eine noch junge, viel versprechende Solartechnologie zur industriellen Serienreife zu bringen. EU, Bund und Land förderten die Grundlagenforschung. Weiter entwickelt wurden die Technologie selbst sowie die Produktionstechnologie von Würth Solar und dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg (ZSW). Seit dem Jahr 2000 betrieb Würth Solar Pilotlinien in Marbach / Neckar. In den Bau der neuen Produktionsstätte in Schwäbisch Hall investierte die Würth-Gruppe 55 Millionen Euro - die höchste Einzelinvestition in der Unternehmenshistorie der Würth-Gruppe.

Bei der CIS-Technologie ersetzt eine chemische Verbindung aus Kupfer (C), Indium (I) und Selen (S) den bisher verwendeten und derzeit knappen Halbleiter Silizium. Die CIS-Technologie birgt ein großes Potenzial, da sie im Vergleich zur bereits weitgehend ausgereiften Silizium-Technologie hinsichtlich Produkteigenschaften und Produktionstechnologien große Entwicklungsmöglichkeiten hat (siehe auch Beitrag "Energie aus der Sonne - ganz ohne Silizium" vom 6.9.2006).

Die CIS-Module von Würth Solar haben aktuell einen Wirkungsgrad von durchschnittlich 11,5% und liegen damit auf Augenhöhe mit siliziumbasierten Solarmodulen. Sie sind außerdem ästhetisch ansprechend und lassen sich flexibel dimensionieren. Daraus ergeben sich interessante Anwendungsmöglichkeiten: Die Module können beispielsweise in semitransparenter oder bedruckter Ausführung direkt in Fassaden integriert werden.

Update

Mitte März 2013 gab Würth gekannt, dass sich der Konzern auch von dem verblie­benen Teil der Würth-Solar GmbH trennen werde. Die Baywa (Baye­rische Warenvermittlung) hat Handel, Vertrieb und Montage des Fachhandel-Bereichs übernommen. Nur noch zu einem kleinen Teil will Würth im Solargeschäft aktiv blei­ben: Das Warten, Reparieren, Überwachen und Nachrüsten bestehender Anlagen. Dazur wurde eine neue Gesellschaft gegründet - die E³ Energie Effizienz Experten GmbH.

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