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Deutschland wird zum "Solar Valley"

  • Zehn neue Solarfabriken - vor allem in Ostdeutschland - festigen Technologieführerschaft

(23.6.2006) Deutschland wird als Standort für die Solarindustrie immer attraktiver. Schon heute zählt das Land 150 Fabriken zur Herstellung von Solartechnik zur Wärme und Stromproduktion. Die meisten Neuansiedlungen erfolgen in Ostdeutschland vor allem in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) können deutsche Photovoltaikhersteller ihren Weltmarktanteil kontinuierlich ausbauen. Im letzten Jahr sei die heimische Produktion von Solarzellen um 67 Prozent gesteigert worden. Aufgrund explodierender Öl- und Gaspreise erleben auch Solarwärmeanlagen derzeit einen Boom. Für beide Technologiefelder erwartet der BSW auch für dieses Jahr Produktionssteigerungen im zweistelligen Prozentbereich und einen Gesamtumsatz von über vier Milliarden Euro (siehe auch Grafiken zur Marktentwicklung von Solarthermie und Photovoltaik).

Allein im Bereich der Dünnschichttechnologie entstehen derzeit am Standort Deutschland über zehn neue Fertigungsstätten. Mittels hochmoderner Produktionstechnik sollen hier auf der Basis von Silizium und anderen Halbleitermaterialien besonders dünne und damit preisgünstige Solarzellen und Solarmodule produziert werden. Carsten Körnig, BSW-Geschäftsführer (Bild rechts), stellte bei der Eröffnungs-Pressekonferenz zur Intersolar 2006 fest: "Deutschland wird zum Solar Valley und ist erfolgreich dabei, seine Technologieführerschaft in wachsende Markterfolge umzusetzen. Die Herzstücke einer Solaranlage kommen zunehmend aus deutscher Produktion." Nach Berechnungen des BSW stammen inzwischen rund ein Viertel der weltweit installierten Solarzellen und über 40 Prozent der Wechselrichter aus deutscher Fertigung. Vor fünf Jahren lag der Weltmarktanteil deutscher Solarzellen noch bei unter zehn Prozent.

Da sich in naher Zukunft auch im Ausland ein Solarboom abzeichnet, verstärken die Solarunternehmen derzeit ihre Exportaktivitäten. "Allein für Südeuropa erwarten wir eine Verzehnfachung des Photovoltaikmarktes bis zum Jahr 2010. Die Exportchancen für Solartechnik 'made in germany' steigen damit gewaltig", erwartet Carsten Körnig. Nach Informationen des BSW sind inzwischen 90 Prozent der Hersteller, Zulieferer und Fachgroßhändler auch im Ausland aktiv. Ziel der Branche sei es, die Exportraten bei Solarzellen von derzeit rund 35 Prozent in den nächsten Jahren zu verdoppeln. Die Einführung von Einspeisevergütungen mit ähnlich attraktiven Fördersätzen wie in Deutschland werden die Nachfrage nach Solarstromanlagen in Spanien, Italien, Frankreich und Griechenland und das Geschäft deutscher Hersteller beflügeln.

Der Bundesverband Solarwirtschaft erwartet, dass durch zunehmende Massenproduktion und technologischen Fortschritt in allen Stufen der Wertschöpfungskette die Produktionskosten in den nächsten Jahren deutlich sinken werden. Während die Preise konventioneller Energien kontinuierlich steigen, werde Solarenergie zunehmend wettbewerbsfähig.

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