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Wenn ein audiovisuelles Medieninstitut eine Fassade braucht ...

(20.11.2006) Bei einem Festakt auf der glasstec 2006 erhielt das neue SGG CREA-LITE eine Auszeichnung im Rahmen des "1. Innovationspreises Architektur und Glas". Prämiert wurde u.a. das niederländische Institut für audiovisuelle Medien (Nederlands Instituut voor Beeld en Geluid) in Hilversum/NL, dessen Fassade aus 2.244 Glasscheiben SGG CREA-LITE besteht, die 374 unterschiedliche Filmszenen darstellen - siehe auch Bing-Maps sowie Google-Maps:

Den Filmszenen liegen Fotos zugrunde, die von Künstlern bearbeitet wurden. Die Motive sollten - so der Wunsch der Architekten Neutelings Riedijk/NL, des Projektarchitekten Frank Beelen und des Fassaden-Designers Jaap Drupsteen - den Betrachtern einen größtmöglichen dreidimensionalen Effekt vermitteln. Und damit die inhaltliche Aufgabe des Gebäudes - das Thema Medien - bereits an der Fassade ablesbar machen. Realisiert wurde dies mit dem neuen Glas SGG CREA-LITE , hergestellt bei SAS GLAS (Niederlande): Das Glas wird in einem Arbeitsschritt mit CNC-Emaillierung bedruckt und dann bei hoher Temperatur thermisch verformt und verschmolzen. Unterstützt vom Forschungs- und Entwicklungszentrum Bauglas (FEB) in Herzogenrath und in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Forschungs-Institut TNO entwickelten Architekten, Künstler und Bauherren in vielen Versuchen unter dem Motto "trial and error" das Projekt vom Anfang bis zum außergewöhnlichen Ergebnis.

Um das gewünschte Relief für die Fassade zu bekommen, wurde eine spezielle Software entwickelt, die die ausgewählten Filmszenen in Schablonen übertragen kann. Die farbigen Bilder wurden dabei in verschiedene Schwarzschattierungen transformiert. Die Intensität der Schwarzschattierungen bestimmt die Tiefe des Reliefs. Für die Gestaltung der Scheiben-Innenseite wandelten die Techniker die Fotowerte in RGB um (also von vier Farben in drei Farben), diese Daten wurden in einem komplett digitalisierten Prozess zur Farbmischung genutzt. Dann wurde jedes Bild zunächst dem Motiv entsprechend mit Emaillefarben gepulvert. Anschließend wurde mit der Holzschablone im Ofen der Abdruck in Sand vorbereitet. Beim Schmelzprozess von rund 800° C sinken die Farbpigmente in das Glas und gleichzeitig das Glas in die Schablonen - so entsteht das typische, unverwechselbare Aussehen der SGG CREA-LITE-Scheiben. Im letzten Schritt wurde jede Scheibe zu Einscheiben-Sicherheitsglas - einschließlich Heat-Soak-Test - weiterverarbeitet.

Medienfassade Glasfassade mit SGG CREA-LITE

Insgesamt wurden 748 unterschiedliche Relief-, Guss- und Farbformen hergestellt. Jedes Motiv erscheint dreimal an unterschiedlichen Stellen der Fassade - und jede Scheibe hat ihren eigenen Platz in der Fassade. Zusätzlich zu den sich so ergebenden 2.244 Scheiben wurden noch 240 komplett durchsichtige, vorgespannte SGG SECURIT-Elemente verbaut.

Je zwei Scheiben stellen eine Filmszene dar, die Größe jedes Motivs entspricht im Verhältnis dem überdimensionalen TV-Breitbandformat 16:9. Die Gesamtfassade ändert durch die natürliche Reflexion des Sonnenlichts ständig ihr Erscheinungsbild. Nachts wird sie von hinten angeleuchtet und vermittelt wiederum einen völlig anderen Eindruck als tagsüber. Aber zu jeder Zeit, so die Bauherren, Architekten und Künstler, zeigt die Fassade das, was sich alle Beteiligten wünschten: ein unvergleichliches Erlebnis von "eingefrorenen", dreidimensionalen Filmszenen aus Glas - bunt, transparent, dynamisch und strahlend.

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