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Warum beschlagen dreifach verglaste Fenster? Und zwar außen!

(15.5.2008) Manchmal überraschen moderne Dreifach-Isolierglasfenster ihre stolzen Besitzer, wenn die Fensterscheiben nach besonders kalten Nächten von außen beschlagen. Eigentlich ein sicheres Zeichen für die guten Wärmedämmeigenschaften des Dreifachglases, wird dies dennoch als störend empfunden.

Gut funktionierende Wärmedämm-Isolierverglasungen leiten wenig Wärme von innen nach außen. Die Folge ist, dass die Außenscheibe verhältnismäßig kalt bleibt. Genau das fördert aber die Bildung von Kondenswasser. Ursache ist der Temperaturunterschied zwischen Luft und Fensteroberfläche. Luft kann mit zunehmender Temperatur mehr Wasser speichern, die Luftfeuchtigkeit nimmt also zu. Ist nun die Glasoberfläche kälter als die auftreffende Luft - und das ist bei Dreifachglas eher der Fall als bei Zweifachglas, dann muss sie gespeichertes Wasser irgendwie abgeben, und die Glasscheibe liegt da am nächsten. Die Folge sind kleine Wassertropfen, die die Sicht durch die Scheibe behindern. Dieser Effekt tritt aber nur in den Morgenstunden in Erscheinung und der Beschlag verschwindet, sobald sich die Temperatur der Scheibe bzw. der umgebenden Luft erhöht - das Phänomen ist also jahres- und tageszeitlich begrenzt.

Man kennt diesen Effekt übrigens auch von im Freien geparkten Autos. Und genau so schlägt sich auch Feuchtigkeit auf opaken Außenverkleidungen von hochwärmegedämmten Fassaden nieder - mit dem Unterschied, dass der Beschlag hier kaum sichtbar ist. Was nach sternenklaren Nächten als Morgentau manchmal romantisch wirken kann, wird auf Fensterscheiben als eher lästig empfunden.

Titandioxid-Beschichtung vermeidet beschlagene Fenster

Wer sowohl eine hervorragende Wärmedämmung des Fensters als auch jederzeit klare Sicht haben möchte, für den bietet sich eine selbstreinigende Titandioxid-Beschichtung auf der Außenscheibe des Fensters an. Beschichtungen mit Selbstreinigungsfunktion wie Pilkington Activ oder SGG Bioclean sind heutzutage keinesfalls mehr exotisch. Die Beschichtungen verhalten sich hydrophil (wasseranziehend; siehe Bild) und bewirken dadurch eine geringe Oberflächenspannung. Die Feuchtigkeit verteilt sich daher nicht in Form von Tröpfchen, sondern als durchsichtiger, abfließender Wasserfilm auf der Glasoberfläche. Das gilt auch für Beschlag auf der Außenseite des Fensters. Nur bei gefrierendem Kondensat kann die Selbstreinigungsbeschichtung an ihre Grenzen stoßen.


Sichtbarer Unterschied: Links eine Isolierverglasung mit außen liegender Titandioxid- Beschichtung, rechts ohne.

Die Titandioxid- Beschichtung wirkt nicht nur hydrophil, sondern auch photokatalytisch: Die UV-Strahlen des Tageslichts zersetzen den Schmutz. Der Wasserfilm nimmt beim Ablaufen die Verschmutzungen mit, so bleibt das Glas wesentlich länger sauber als herkömmliches.

Die transparente, selbstreinigende Beschichtung wird übrigens im so genannten Chemical-Vapour-Deposition-Verfahren auf das 600°C heiße Floatglas aufgebracht und ist dadurch fest mit der Glasoberfläche verbunden. Sie besitzt deshalb eine ebenso hohe Lebensdauer wie das Glas selbst - siehe auch "Vom Blitzeinschlag zum Hightech-Fenster" vom31.3.2008

Fazit

Als Faustregel gilt: je besser die Wärmedämmung eines Isolierglases funktioniert, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Kondenswasser die Aussicht nach außen zeitweise beeinträchtigt. Tauwasserbildung ist also in gewisser Weise ein Qualitätsmerkmal.

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