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Maßanzug aus Glas und feuerverzinktem Stahl für Hugo Boss

(10.6.2008) Die Hugo Boss AG gilt international als Musterschüler der Modebranche. Selbst in Zeiten der Konsumflaute schafft der Konzern Rekordgewinne mit einer dynamischen und edlen Markenpalette, die mal klassisch, mal sportlich bis trendy oder glamourös sein kann. Hugo Boss machte Metzingen zur "Hauptstadt des deutschen Fabrikverkaufs" und hält der 22.000-Einwohner-Stadt am Fuß der schwäbischen Alp seine Treue.

Auf einem beachtlichen Areal an der Nordtangente Metzingens, dem so genannten Hugo Boss-Campus (siehe Google-Maps), befindet sich ein Ensemble von Firmengebäuden für die verschiedenen Unternehmensbereiche, die ungewöhnliche Namen wie Moulin Rouge, Kreml, Vatikan oder Piccadilly tragen. Durch eine langfristige Planung ist ein in sich geschlossenes Firmengelände mit klarer Bereichsbildung entstanden, gegliedert in Funktionen wie Verwaltung, Produktentwicklung Produktion und Lager. Ein wesentliches Ziel war die Verbesserung von Kommunikationsmöglichkeiten durch eine klare Zentrumsbildung. Dies trägt zudem zur Vereinfachung der firmeninternen Orientierung bei. Eine zentrale Erschließung schafft zusätzlich eine attraktive Empfangssituation.

Dezember 2006 ist ein neues Verwaltungsgebäude mit dem Namenskürzel "d19" hinzugekommen (siehe Google-Maps). Es befindet sich in der Nachbarschaft eines Baus mit dem Namen Atrium und zitiert wichtige Elemente seiner Gestaltung. Von außen betrachtet gefällt das Gebäude durch eine einfache kubische Form, im Inneren zeichnet es sich durch Differenzierung und Flexibilität aus. Entmaterialisierung war das Leitmotiv der architektonischen Gestaltung. Es sollte eine möglichst neutrale Umgebung für die wechselnden Design-Produkte im Modebereich geschaffen werden, damit diese maximal zu Geltung kommen. "The product is the hero" - das Produkt steht im Mittelpunkt. Dies wird durch eine Vereinheitlichung des Erscheinungsbildes, vor allem durch die Beschränkung auf wenige Leitfarben und -materialien erreicht. Silber, weiß und schwarz beziehungsweise Beton, Glas und feuerverzinkter Stahl prägen das Gebäude.

Mit einer Gesamtfläche von 21.000 Quadratmetern auf vier Stockwerken verteilt bietet "d19" für 420 Mitarbeiter Büroflächen, Besprechungsräume, ein Betriebsrestaurant, ein Fitnessstudio, Show- und Eventflächen und eine Tiefgarage. Das als Atrium angelegte Gebäude ist ein hochflexibler Skelettbau mit der Möglichkeit zur Schaffung von bedarfsgerechten Einzel-, Gruppen- oder Großraumbüros.


Das Gebäude verzichtet auf eine Vollklimatisierung. Sämtliche Büroarbeitsplätze können über die Fenster belüftet werden und zeichnen sich zudem durch eine Tagesbelichtung aus. Möglich wird dies durch eine Doppelfassade. Sie dient als "zweite Haut" in zweifacher Funktion: Sie ist ein formbildendes Element und von zentraler Bedeutung für das Klima- und Energiekonzept der Gebäudes, denn sie nutzt solare Energie. Das Belüftungsprinzip von "d19" basiert auf einer freien Lüftung ohne mechanischen Antrieb. Ein wichtiger Faktor ist hierbei das großzügige Atrium, um das die Arbeitsplätze organisiert sind, da hier der für die Lüftung notwendige Auftrieb erzeugt wird

Die Innenfassade wurde als Pfosten-Riegel-Konstruktion aus rechteckig geformten Stahlhohlprofilen mit einer Ansichtbreite von 50 mm und unterschiedlichen Bautiefen ausgeführt. Die tragenden Profile sind raumseitig angeordnet. Auf die Stahl-Hohlprofile wurden EPDM-Dichtungen aufgesetzt, auf die eine Verglasung aus Weißglas erfolgte. Die Außenfassade von "d19" wurde über Kragarme aus Stahlflachprofilen an den vertikalen Fassadenpfosten befestigt. Die Glasscheiben der Sekundärfassade werden durch an den Kragarmen angebrachte Edelstahlpunkthalter fixiert. Zur Aussteifung wurden Gitterrostfelder zwischen den Kragarmen verschraubt. Sie dienen zusätzlich als Wartungsstege. Das Gewicht der Außenfassade wird durch an der Attika des Gebäudes angebrachte Kragarme über Zugstangen abhängt.

Neben Materialien wie Glas, Sichtbeton und geschliffenem Beton für die Böden kam feuerverzinkter Stahl aus gestalterischen Gründen in vielfältiger Weise zum Einsatz. Sämtliche Stahlteile der Innen- und Außenfassade inklusive der Kragarme, Zugstäbe und Gitterroste wurden feuerverzinkt ausgeführt. Zusätzlich wurde die Feuerverzinkung als Oberflächenveredelung im Innenbereich in außergewöhnlicher Weise verwendet. Die Deckenstirnbleche der offenen Geschosse, die Abdeckbleche der Treppenwangen und die Treppengeländer wurden gestalterisch effektvoll feuerverzinkt. Im Außenbereich wurden sämtliche Geländer und das Vordach der Anlieferung ebenfalls verzinkt ausgeführt. Die lebendigen feuerverzinkten Oberflächen harmonieren mit den Glas- und Betonflächen und tragen wesentlich zur entmaterialisierten Anmutung des Gebäudes bei.

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