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Wettbewerb für den Sitz der Bundesstiftung Baukultur entschieden

(22.6.2008) Der zukünftige Sitz der Bundesstiftung Baukultur befindet sich auf dem von kultureller Nutzung geprägten Areal der Schiffbauergasse in Potsdam. Der Wettbewerb zum Umbau des Hauses Schiffbauergasse 3 (Google-Maps und/oder Bing-Maps) wurde als begrenzt offener, anonymer Realisierungswettbewerb nach GRW 95 mit 20 Teilnehmern nach einem vorgeschalteten, ebenso anonymen Bewerberverfahren durchgeführt. Die Bildung von Arbeitsgemeinschaften aus Architekten, Landschaftsarchitekten und Innenarchitekten war dringend empfohlen worden. Die Auswahl der 20 Teilnehmer aus 148 Bewerbungen erfolgte durch ein Auswahlgremium am 7. Februar 2008. Es wurden 18 Arbeiten eingereicht.


1. Preis: Springer Architekten, Berlin

Am 18. Juni 2008 hat das Preisgericht unter dem Vorsitz von Frau Prof. Gatermann in Berlin getagt. Folgende Preisverteilung wurde einstimmig beschlossen:

  1. Preis, 13.000 Euro: Springer Architekten, Berlin, Entwurfsverfasser: Dipl. Ing. Jörg Springer, Architekt BDA, Mitarbeiter: Lars Pahlisch, Torsten Richter; Landschaftsarchitekt: Weidinger Landschaftsarchitekten, Berlin, Verfasser: Dipl. Ing. Jürgen Weidinger (siehe auch Bild oben sowie Bild mit Lageplan, Grundriss, Schnitt)
     
  2. Preis, 7.800 Euro: Lüderwaldt Verhoff Architekten, Köln, Entwurfsverfasser: Dirk Lüderwaldt, Josef Verhoff; Landschaftsarchitekt: Dirk Melzer, Köln (Bild mit Lageplan, Innenraumperspektive, Ansicht)
     
  3. Preis, 5.200 Euro: Sturm und Wartzeck Architekten BDA Innenarchitekten, Dipperz; Entwurfsverfasser: Susanne Wartzeck, Jörg Sturm; Mitarbeiter: Steffen Heil, Tobias Schmitt, Ulrike Gollbach; Landschaftsarchitekten: Mann Landschaftsarchitekten, Kassel; Entwurfsverfasser: Tobias Mann (Bild mit Lageplan, Grundriss, Ansicht)

Ihrem Selbstverständnis entsprechend stellt die Bundesstiftung Baukultur außerordentlich hohe Ansprüche an den zeitgemäßen Entwurf der gebauten Umwelt in Verbindung mit einem verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Geschichte. Diese Haltung fordert im Glauben an die Kraft der zeitgenössischen Architektur ausdrücklich eine angemessene Lösung für die Transformation vom Alten zum Neuen. Wenn sich der respektvolle Umgang mit dem Alten nicht als Kopie sondern als sich stets ändernde Vergewisserung der Vergangenheit im Prozess des Bauens versteht, wird das Neue wie selbstverständlich Synergien mit dem Vorgefundenen eingehen.

Vor diesem Hintergrund war es der Jury ein Anliegen, aus den eingereichten Arbeiten den Beitrag auszuwählen, der die oben beschriebenen Ansprüche entwurflich umzusetzen vermag. Dabei mussten auch energetische Anforderungen den gestalterisch hohen Ansprüchen genügen. Der ausgewählte Entwurf verfügt über die geforderte Zeichenhaftigkeit, das Haus schafft Identität und steht gleichsam für eine zeitgemäße Architekturhaltung, die national sowie international das Anliegen der Stiftung kommunizieren.

Das Preisgericht beurteilte den ersten Preis folgendermaßen:

"Mit ebenso maßvollen wie präzisen Maßnahmen wird der Versuch unternommen, die ehemalige Villa nicht nur der neuen Nutzung anzupassen, sondern sie in einen neuen Kontext zu stellen. Zunächst geschieht dies über die Gestaltung der Außenanlagen: der bisher dominierende axiale Bezug zum Hauptgebäude der Kasernenanlage tritt zurück zugunsten der neuen, großzügig angelegten Eingangssituation von Nordosten. Dabei ergibt sich auch ein wohlproportionierter Platz, der dem gesamten Quartier zugute kommt.

Die andere, in der Ausführung nicht minder konsequente Maßnahme ergibt sich nach der Demontage der bestehenden Dachkonstruktion. Diese wird durch einen flachen Aufbau ersetzt, dessen inneres Gefüge sich schlüssig aus der Grundrissstruktur und aus der Tektonik des Altbaus ableitet.

Erdgeschoß und 1. Obergeschoß sind typologisch unverändert, bzw. nur dort verändert, wo es gilt, sich der neuen Nutzung anzupassen. Auch wenn der Brandschutz nicht endgültig geklärt ist, wäre der Luftraum über der Teeküche hervorzuheben. Das vertikale Raumvolumen zentriert das Gebäude, schafft Blickbeziehungen und sorgt nicht zuletzt dafür, dass das Gebäude als 'Haus' und nicht nur als ehemals 'gestapelter Wohnungsbau' erlebt werden kann. Das neue Dachgeschoss wiederholt im Wesentlichen die vorgegebene Grundrissstruktur. Scheiben aus Ziegel-Gittermauerwerk und großformatige Verglasungen schaffen nach außen hin eine eigene Prägnanz. Dieses plastische wie geometrische Spiel soll eine eigenständige Zeichenhaftigkeit entwickeln und damit der Besonderheit der Bundesstiftung Baukultur gerecht werden. Ob das Motiv des Gittermauerwerks mit seiner Ambivalenz des weder 'offenen noch geschlossenen' das richtige Mittel ist, wurde in der Jury kritisch diskutiert - nicht zuletzt wegen des Konflikts zwischen diesem Gestaltungsmittel und der ansonsten ebenso präzisen wie unprätentiösen Haltung im Umgang mit der ehemaligen Villa. Insgesamt handelt es sich um einen wertvollen Beitrag zur gestellten Aufgabe."

Das Preisgericht empfiehlt einstimmig, den ersten Preis zur Grundlage der weiteren Bearbeitung zu machen und den Ideenteil für die angrenzende Platzgestaltung gleichzeitig zu realisieren.

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