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Forschungsverbund zum Holzbau präsentiert Ergebnisse

(13.7.2008) Das Ergebnis ist keine große Überraschung: Holz ist ein Baustoff der Zukunft - sowohl ökologisch wie auch ökonomisch. Doch werkstofftechnisch sind die Potentiale des Holzes längst nicht vollständig erforscht und werden daher in der Baubranche meist nicht ausgenutzt. Im Forschungsverbund "Holzbau der Zukunft", der die vergangenen drei Jahre im Rahmen der High-Tech-Offensive Bayern mit 3,1 Millionen Euro gefördert wurde, sind daher Projekte rund um den biogenen Baustoff Holz gebündelt worden. Koordinator des größten Forschungsverbunds, den es bisher zum Thema Holzbau in Deutschland gab, ist Professor Stefan Winter, Ordinarius für Holzbau und Baukonstruktion an der Technischen Universität München (TUM).


Holz - hier in Verbindung mit Beton: Holzbeton

In dem Forschungsverbund arbeiteten 52 Wissenschaftler von der Technischen Universität München (TUM), der Fachhochschule Rosenheim und dem Institut für Fenstertechnik, Rosenheim, darunter Forstwissenschaftler, Materialwissenschaftler, Bauingenieure und Architekten. Ziel war es, die bisherigen Möglichkeiten für Holz in der Baubranche zu verbessern und neue Einssatzmöglichkeiten zu erforschen. Die Ergebnisse der insgesamt 20 Projekte wurden am 10.7. auf dem Symposium "Holzbau der Zukunft" im Audimax der TU München präsentiert.

Einige ausgewählte Projekte

Hochwertige Bauprodukte aus starkem Stammholz: Als Baumaterial konkurriert Holz mit vielen hochwertigen Bauprodukten. Das Teilprojekt von Professor Gerd Wegener, Ordinarius für Holzkunde und Holztechnik an der TU München, befasste sich mit der Beurteilung der Holzqualität von starkem Stammholz. Aus Erfahrung wussten Zimmerleute von je her, dass das Holz außen wesentlich stabiler ist als im Inneren eines Baumstammes. Am Lehrstuhl von Professor Wegener wurde nun eine maschinelle Festigkeitssortierung entwickelt, die die Tragfähigkeit des Holzes auch nachweisbar macht. Weiter gelang es durch klugen Einsatz von starkem Stammholz und neuen Möglichkeiten der Kombination von Einschnitten unterschiedlicher Qualität, die Tragfähigkeit von kombinierten Holzprofilen drastisch zu erhöhen.

Holzbeton: Holzbeton besteht aus Holzspänen, Zement und Wasser. Der Vorteil dieses Betons ist, dass Holz als Zuschlag im Gegensatz zu herkömmlich eingesetzten mineralischen Materialen ein nachwachsender Rohstoff ist. Den Forschern um Professor Detlef Heinz vom Centrum für Baustoffe und Materialprüfung (CBM) an der TUM ist es gelungen, neue vielversprechende Bindemittel-Holzkombinationen herzustellen. Dabei gelang es, Bindemittel mit verbesserter Verträglichkeit zwischen Holz und Zement herzustellen und damit den Herstellungsprozess von Holzbeton zu vereinfachen. Holzbeton hat ab er auch in der Nutzung Vorteile gegenüber herkömmlichen Beton, vor allem im Schallschutz. In Österreich gibt es daraus bereits die ersten Schallschutzwände an Autobahnen. Doch nicht nur dafür kann Holzbeton verwendet werden: "Erste Anwendungen von Holzbeton als konstruktivem Werkstoff waren sehr Erfolg versprechend," berichtet Professor Heinz.

Anlagentechnischer Brandschutz: Holz als Rohstoff liegt zwar voll im Trend, doch das ausreichende Maß an Brandsicherheit spielt bei der Verwendung vor allem von mehrgeschossigen Gebäuden eine wichtige Rolle. Mit der Möglichkeit von innovativen Löschsystemen beschäftigte sich Professor Hausladen, Ordinarius für Bauklimatik und Haustechnik an der TUM. Entwickelt und getestet wurde ein Löschsystem, dass an die gängigen haustechnischen Trinkwasser-Installationen angeschlossen werden kann.

Energetische Sanierung von Bestandsgebäuden: Untersucht wurde außerdem der Einsatz von Holz und Holzwerkstoffen für die energetische Sanierung von bereits bestehenden Gebäuden. Holz soll hier als Dämm- und Bekleidungsmaterial verwendet werden. Im Rahmen des Projektes von Professor Hauser, Ordinarius für Bauphysik an der TUM, wurde ein Sanierungsleitfaden erstellt. Der Fokus lag auf der energetischen Bewertung des Bestandsgebäudes, der Darstellung möglicher Sanierungsansätze, der Definition von Auswahlkriterien und einer Untersuchung der Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen.

Ganzheitliche Planungsstrategie - Konzeption und Umsetzung: Der Lehrstuhl für Entwerfen und Bautechnik, Fachgebiet Holzbau an der TU München sowie der Fachbereich Innenarchitektur an der Fachhochschule Rosenheim setzten die Forschungsergebnisse der einzelne Teilprojekte schließlich in einen Plan für ein mehrstöckiges Gebäude um. Damit konnten die Wissenschaftler zeigen, dass die Ergebnisse der Teilprojekte durchaus umsetzbar sind und miteinander vernetzt werden können.

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