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Hohe Schiefer-Handwerkskunst für rut-wießen Jeckenturm

(23.7.2008) Die Ulrepforte wurde 1220 als eines der Stadttore der freien Reichsstadt Köln erbaut (siehe Bing-Maps und/oder Google-Maps). Der Name der Pforte leitet sich von den hier einst ansässigen Töpfern ab - nämlich den Ulnern oder Eulern. 1885 verlieh Dombaumeister Vinzenz Statz der Ulrepforte mit der neugotischen zwanzigeckigen Turmhaube ihre heutige Gestalt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Bauwerk dem Karnevalsverein „Kölsche Funken rut-wieß vun 1823 e.V.“ zur Nutzung als Pächter überlassen. Die Karnevalisten entschutteten das liebevoll „Ühlepooz“ genannte Bauwerk und machten es zu ihrem Stammsitz. Mit Hilfe des Vereins der Freunde und Förderer der Ühlepooz e.V. und der Fritz Everhan Stiftung wird das Bauwerk instand gehalten. Jedes Jahr wurde der rund 20 Meter hohe Turm mit einem Steiger sorgfältig abgefahren und überprüft. 2007 stand dann die Neueindeckung des Daches mit Moselschiefer in der Altdeutschen Deckung an.

Zwanzig Segmente und zehn Spitzgauben

Der Turmhelm ist ein Zwanzigeck. Die Aufschieblinge im unteren Sechstel der Dachfläche verleihen dem hohen Dach eine gewisse Eleganz und erheben sich schützend über dem Turmwehrgang. Die Dachfläche unterteilt sich in zwanzig spitz zulaufende Schieferflächen. Jedes dieser zwanzig Dreiecke stellt für sich eine eigenständige Dachfläche dar. Die Flächen sind mit Moselschiefer in Altdeutscher Deckung mit scharfem Hieb in Rechtsdeckung eingedeckt. Jedes zweite Segment trägt zudem kurz über dem Aufschiebling eine Spitzgaube.

Schiefer-Fachtechnik

Am jeweils linken Grat einer Segmentfläche wurde mit einem eingebundenen Stichanfangort begonnen. Der Abschluss der einzelnen Deckgebinde an der rechten Gratkante erfolgte durch einen eingebunden Doppelendort. Prägendes Merkmal der Altdeutschen Deckung ist unter anderem die Verarbeitung unterschiedlich hoher und breiter Decksteine. Das führt dazu, dass die Steinhöhen der Schiefer zur Turmspitze hin abnehmen. Insgesamt wurden Decksteine aus drei Gattungen verarbeitet.

Die Einbindung der Spitzgauben in die Turmfläche erfolgte durch rechte, vom Einfäller aus gedeckte und zwanglos eingebundene, bzw. linke, mit Schwärmer eingebundene Sattelkehlen. Bei der Wahl der Steinform dieser kunstvoll gedeckten Kehlen entschied man sich für einen Kehlstein mit rundem Bruch.

Ausgeführt wurden die Arbeiten von der Firma Frohn GmbH & Co KG Bedachungen aus Köln. Architekt H.C. Wolf, selbst Mitglied bei den Kölsche Funken rut-wieß vun 1823 betreute diese Dachbaustelle. Heute präsentiert sich das Dach der Ulrepforte wieder im edlen Glanz des Moselschiefers von Rathscheck Schiefer.

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