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Modernes Büro- und Geschäftsgebäude mit historischem Charme

(17.9.2011) Im ehemaligen Industriegebiet gelegen, ist die Hanauer Landstraße in Frankfurt-Ostend keine klassische Flaniermeile (siehe Google-Maps und/oder Bing-Maps). Dennoch gewinnt sie zunehmend an Attraktivität. Infrastrukturell sehr gut erschlossen, siedeln sich in der so genannten umsatzstärksten „Automeile Deutschlands“ nun auch Outlets, Hotels, Clubs und verschiedene Firmen an. In der historischen Handelsstraße befinden sich neben Neubauten viele Gebäude aus der Gründerzeit. So auch eine Fabrik aus dem Jahr 1910, die im Auftrag der Bauherrengemeinschaft Henryk und Maik Sznap vom Büro Karl Dudler Architekten aufwändig saniert wurde - siehe auch Google-Street-View.

Entwurfsgetreue Rekonstruktion

Rote Vormauerklinker und grün glasierte Sohlbänke aus Formziegeln prägen eine für damalige Zeiten typische Industriefassade. Um die Originalfarbe bestimmen zu können, wurden die Außenwände vor der Sanierung aufwändig mit einer Salzwasser­lösung gereinigt. Während die Fassade vor allem im unteren Bereich zum Teil mit Klinkern im neuen Reichsformat (RF) ausgebessert werden musste, wurden beim neu errichteten fünften Geschoss ausschließlich Normalformate verarbeitet. In Farbe und Form angepasst, fällt der Unterschied zwischen alten und neuen Bereichen kaum auf.

Bei nahezu allen Fensterbänken entschied sich das Büro für eine hundertprozentige Rekonstruktion. Die Anfertigung der Sonderformate nach Originalmuster übernahm die Wienerberger-Manufaktur im Werk Buchwäldchen, welche sich auf individuelle Detaillösungen spezialisiert hat. Eingesetzt werden die Produkte vor allem bei historischen Bauwerken. Neben der Farbe wurden Form und Struktur der alten Sohlbänke exakt bestimmt. Die im zweiten Brennverfahren aufgetragene Glasierung erfolgte ebenfalls im Werk. „Wir verfügen über einen Fundus an Farben, die vor allem in der Gründerzeitarchitektur verwendet wurden. In dieser Zeit dominierten Grün, Braun, Weiß und Schwarz. Dies macht uns das Ermitteln der Originalfarbe einfach“, erläutert Karsten Letsch, Leiter der Manufaktur Buchwäldchen.

Schönheitspackung

Um der sanierten Fassade langfristig ein „jugendliches“ Aussehen zu verleihen, wurde diese vor und nach der Sanierung mit Hilfe eines Schlämmverfahrens verfugt. Während dieser hydrophobierenden Abdichtung wird die Oberflächenspannungsdifferenz zwischen Baustoff und Wasser stark erhöht, so dass Wasser am Wandbildner abperlt und nicht eindringen kann. „Obwohl die Baustoffporen verschlossen werden, bleibt die Wasserdampfdurchlässigkeit der Steine erhalten. Ziegel als saugfähiger Baustoff eignet sich für diese Imprägnierung besonders“, erläutert Projektleiter Thomas Lotz vom Büro Karl Dudler Architekten. Mit der Wahl der Wienerberger Vormauerziegel setzten die Planer auf ein formstabiles, absolut frostbeständiges Naturprodukt. Die qualitativ hochwertigen Steine besitzen eine geringe Wasseraufnahmefähigkeit und sind wartungsfrei.

Historische und zeitgemäße Elemente

Besonders identitätsstiftend ist die Fassade. Pilaster - teilweise in den Mauerverbund integrierte Pfeiler mit Basis und Kapitell - sowie Rücksprünge geben dem Gebäude ein unverwechselbares Gesicht. Die Wandgestaltung wurde im neuen oberen Bereich fortgeführt, was für ein harmonisches Gesamtbild sorgt. Vor allem am Abend kommt dies durch das Lichtkonzept zum Tragen und erhöht zugleich den Wiedererkennungswert (siehe Eingangsbild ganz oben rechts).

Ein bewusst gewählter Kontrast zur historischen Fassade ist die Aufstockung – ein ringsum verglastes Geschoss, welches dem Baukörper eine moderne Ausstrahlung verleiht. Die zusätzliche Etage lockert ihn auch optisch auf. Die großen Industriefenster wurden gegen neue ausgetauscht, wobei die Gliederung in Anlehnung an die alte Sprossenaufteilung erfolgte. In dunklem Grau gehalten, setzen sie zusammen mit den hellgrauen Stahlbetoneinfassungen Akzente.

Die aufwändige Planung des Büros Karl Dudler Architekten, die professionelle Beratung und Produktion originalgetreuer Bauelemente durch die Wienerberger GmbH sowie die fachmännische Umsetzung der Fassadensanierung verleihen dem alten Fabrikgebäude heute - nach über 100 Jahren - einen neuen Glanz.

Weitere Informationen zu Backstein-Sonderformaten nach Originalmustern können per E-Mail an Wienerberger angefordert werden.

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