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Brick Award 2012 ist entschieden

(6.5.2012) Die Gewinner des Wienerberger Brick Award 2012 stehen fest: Fünf internationale Architekten wurden am 3. Mai im Wiener Rathaus für ihren herausragenden Umgang mit dem Baustoff Ziegel prämiert. Zum Gesamtsieger und Kategorie-Sieger „Speziallösung mit Ziegel“ kürte die fünfköpfige Jury den südafrikanischen Architekten Peter Rich für das Museum Ma­pungubwe Interpretation Centre in Südafrika.

Mit dem Award, den der weltweit größte Ziegelproduzent seit 2004 im 2-Jahres-Rhythmus vergibt, prämiert das Unternehmen besonders gelungene Beispiele für moderne Ziegelarchitektur. Der Preis ist mit 27.000 Euro dotiert. „Mit dem Wienerberger Brick Award wollen wir aufzeigen, wie innovativ und vielfältig der Baustoff Ziegel in der modernen Architektur zum Einsatz kommt“, erklärte Wienerberger-CEO Heimo Scheuch anlässlich der Prämierung. „Bei allen Projekten ist spürbar, wie die Archi­tekten mit Fingerspitzengefühl auf die Umgebung Rücksicht ge­nommen haben, das sich wiederum in der Materialwahl wider­spiegelt.“

Internationale Architekturkritiker und -journalisten haben die hervorragenden Bauten aus Ziegelprodukten eingereicht. Nominiert waren 50 Projekte aus 28 Ländern und fünf Kontinenten. Die finale Entscheidung über die Sieger fällte die internationale Jury, der die Architekten Plamen Bratkov (Bulgarien), Rudolf Finsterwalder (Deutschland), Hrvoje Hrabak (Kroatien), John Foldbjerg Lassen (Dänemark) und Zhang Lei (China) angehörten.

Speziallösung mit Ziegel: Museum Mapungubwe Interpretation Centre

Gesamtsieger und Preisträger der Kategorie „Speziallösung mit Ziegel“ ist der Südaf­rikaner Peter Rich gemeinsam mit Michael Ramage und John Ochsendorf für das Mu­seum Mapungubwe Interpretation Centre in Südafrika (siehe Google-Maps). Das Ziel war die Schaffung einer Ausstellungsfläche im gleichnamigen Nationalpark - seit 2003 UNESCO Welt-Kulturerbe - auf der die Fundstücke in ihrer ursprünglichen Lage ausgestellt werden können.

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Das Besucherzentrum interpretiert historische Gewölbetechniken neu und verwendet dazu höchst ausgereifte, wissenschaftlich fundierte Bauweisen. Als Basis analysierte der Architekt in Zusammenarbeit mit der University of Cambridge, UK, und Massachu­setts Institute of Technology, USA, die mediterrane Kuppel. „Die Balance zwischen Lowtech und Hightech sowie die Bezüge zu der außergewöhnlichen Landschaft ließen eine Architektur mit einer universellen und zeitlosen Dimension entstehen,“ sagt Jury-Mitglied Hrvoje Hrabak.

Ober seine Architekturtätigkeit hinaus engagiert sich Peter Rich für die Region und forscht über die Siedlungen der Völker der Ndebele, Bantwane und Tswana: „Ich schaue mir ihre Räu­me an und entwerfe etwas, dessen Philosophie aus der Sinn­lichkeit des Ortes herrührt.“ Deshalb legte das Büro Peter Rich großen Wert darauf, die lokale Bevölkerung in die Realisierung einzubinden. Für den Bau des neuen Komplexes, der größten­teils aus gewölbten Pavillons verschiedener Größe besteht, verwendeten die Architekten handgefertigte Ziegel – herge­stellt von lokalen Arbeitskräften aus Lehmboden, Zement und Wasser.

Nicht-Wohnbau: Olympisches Umspannwerk in London

In der Kategorie „Nicht-Wohnbau“ setzte sich das schottische Architekturbüro NORD mit einem Umspannwerk für die Olympischen Spiele 2012 durch, das auf dem Olym­piagelände im Londoner East End realisiert wurde (siehe Bing-Maps und/oder Google-Maps). Bei diesem Gebäude erkennt man die reine geometrische Lösung, interpretiert allerdings durch eine prächtige kohl­schwarze Ziegeltextur: 

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Vor allem spürt man den Kontrast in der Fassadengestaltung zwischen dem massiven Sockel und dem aufgelockerten oberen Teil. „Die Jury hält das Projekt aufgrund seiner äußerst klaren Idee und der perfekten Ausführung der Ziegelfassade für sehr gelun­gen“, erklärt Jurymitglied Zhang Lei. Architekt Alan Pert: „Die monolithische Schlicht­heit hebt sich bewusst von den spektakulären Formspielen der Sportstätten ab.“

Einfamilienhaus: „Kaninchenbau“ im belgischen Gaasbeek

In der Kategorie „Einfamilienhaus“ überzeugte Architekt Bart Lens mit dem Projekt „Kaninchenbau“ im belgischen Gaasbeek: Die Erweiterung eines halb verfallenen Bauernhauses aus Ziegel in ein Wohnhaus mit angeschlossener Tierarztpraxis. Darüber hinaus wurde ein trichterförmiger Anbau als Zwischenraum der beiden Gebäude rea­lisiert.

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Die zentrale Herausforderung war die Frage, wie ein altes Gehöft an die heutigen Wohnbedürfnisse anpasst werden kann, ohne den landwirtschaftlichen Charakter zu zerstören. Bart Lens: „Ziegel werden hier nicht bloß als Baumaterial genutzt, sondern als Konzept, um Existierendes zu stärken. Der Ziegel ist das bindende Element zwi­schen Vergangenheit und Gegenwart.“ Der Jury sprang vor allem die Umsetzung des Zwischenraums ins Auge: „Es ist wirklich inspirierend, wenn man im Bereich der Tier­arztpraxis steht, durch diesen neu geschaffenen Durchgang schaut und nicht sehen kann, was auf der anderen Seite passiert, so dass man sich vom Licht führen lassen muss,“ argumentiert Plamen Bratkov.

Wohnbau: Seniorenresidenz Alcácer do Sal

Die Lissaboner Architekten Francisco und Manuel Aires Mateus gewannen die Katego­rie „Wohnbau“ mit der Seniorenresidenz Alcácer do Sal. Sie entwarfen einen Wohn­raum, der gleichzeitig funktional und gemütlich ist sowie die Bedürfnisse der Gemein­schaft erfüllt.

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„Uns ging es im Entwurf darum, den Bewohnern ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Zusammenleben in der Gemeinschaft pflegebedürftiger Senioren und dem respekt­vollen Schutz der Privatsphäre zu garantieren,“ argumentierten die Architekten. So sieht der Entwurf zum Beispiel Innenräume vor, über dessen Verwendungszweck selbst entschieden werden kann.

Jurymitglied Rudolf Finsterwalder: „Architektur wird als Skulptur verstanden und steht so in der Tradition der beiden portugiesischen Großmeister Álvaro Siza und Eduardo Souto de Moura. Das zweischalige, wärmegedämmte Mauerwerk wurde außen verputzt und mit einer glänzenden weißen Farbe gestrichen, was dem Gebäude Ausdruckskraft und Spannung verleiht.“

Umbau: Vom Ziegelbrennofen zum Architektenstudio

In der Kategorie „Umbau“ kürte die Jury das Wochenendstudio des slowakischen Architekten Pavol Panák zum Gewinner des Wienerberger Brick Award 2012. Panák transformierte einen ehemaligen Ziegelbrennofen in Cachtice am Fuße der Karpaten in mehr als zehnjähriger und großteils eigenhändiger Sanierungsarbeit zu seinem persön­lichen Architektur-Refugium aus Ziegel um: 

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Jury-Mitglied John Foldbjerg Lassen: „Das Gebäude ist aufregend, weil es so viel Emo­tion ausdrückt, in der Art, wie es Raum schafft und mit der natürlichen Umgebung verschmilzt.“ Die räumliche Grundform des Ateliers bestimmt sich durch den ursprüng­lichen Ziegelbrennofen. Aus der Überzeugung heraus, dass Architektur Ordnung, Tra­dition und Evolution benötigt, basiert das Atelier auf der nahezu perfekten Einhaltung der Regeln der kartesischen Geometrie. „Das geschaffene Atelier ist eine Hommage an Tradition, Kontinuität, den Ort und die Ziegelherstellung. Das Brennen der Ziegel war eine besonders anspruchsvolle Arbeit, die Konzentration, Geduld und Geschick erfor­derte“, beschreibt Architekt Pavol Panák seine Hingabe zum Projekt.

Brick’12: Das Buch

Alle Details zu den prämierten und nominierten Projekten fin­den sich im zweisprachigen Buch „Brick’12“, das begleitend zum Wienerberger Brick Award im Callwey-Verlag erscheint. Im zweiten Teil des 240 Seiten starken Buches wird das neue Magazin Brick+ präsentiert: Dort erfährt der Leser, wo Topar­chitekt David Chipperfield Urlaub macht, warum Literatur-No­belpreisträgerin Elfriede Jelinek von Kunstkeramiker Kurt Ohn­sorg schwärmt und wie Nachwuchs-Architekten aus ganz Eu­ropa Leidenschaft für das Bauen mit Ziegel entwickelt haben. Das Buch „Brick’12“ ist im deutschsprachigen Buchhandel oder auch bei Amazon erhältlich.

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