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Brick Award 2010 geht nach Liechtenstein, Indien, Deutschland


Wienerberger Brick Award Trophäen (Bild vergrößern)  

(10.4.2010) Die Wienerberger AG, weltweit größter Ziegelproduzent und Nummer 1 bei Tondachziegel in Europa, verlieh am 8. April 2010 zum vierten Mal den mit insgesamt 21.000 Euro dotierten "Brick Award". 260 Projekte aus 32 Ländern wurden zum diesjährigen Wettbewerb durch Architekturkritiker eingereicht. Eine internationale Expertenjury wählte die Preisträger aus dieser Vielzahl an Einreichungen. Dabei waren neben der innovativen äußeren architektonischen Gestaltung und dem Umgang mit dem Material Ziegel auch die Funktionalität und Ökologie der Gebäude ausschlaggebende Kriterien.

"Die gebaute Umwelt hat einen erheblichen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Es ist daher wichtig, sich bei Architektur nicht nur mit dem Gegenwärtigen zufrieden zu geben, sondern an der Zukunft des Bauens mitzuwirken. Es freut mich besonders, dass bei einigen Projekten, die zum diesjährigen Brick Award eingereicht wurden, der Gedanke der Nachhaltigkeit eine bedeutende Rolle spielt. Dabei zeigt sich, dass Nachhaltigkeit nicht nur durch eine Technologisierung der Architektur, sondern durch die zum Einsatz kommenden Materialien, intelligente Baukonzepte und Formen sowie die Bezugnahme auf geografische und klimatische Gegebenheiten erreicht wird. Diese Faktoren wirken sich positiv auf die energetische Gesamtbilanz eines Gebäudes aus und nicht nur auf dessen Energiebedarf", erklärt Heimo Scheuch, Vorstandsvorsitzender der Wienerberger AG. "Auch wir tragen diesem Gedanken mit unserem e-Programm, dem Konzept für ein energieeffizientes Ziegelhaus, Rechnung."

Die Preisverleihung des "Wienerberger Brick Award 2010" fand im Rahmen einer großen Gala-Veranstaltung am 8. April im Liechtenstein Museum in Wien statt. Mehr als 300 internationale Gäste sowie der Vorstand der Wienerberger AG wohnten der Award-Zeremonie bei - siehe auch Gruppenbild der Gewinner.

Architekturbildband "Brick 2010"

/baulinksdeNeben der Auszeichnung der Architekten und Übergabe der Trophäen wurde der Architekturbildband "Brick 2010" vorgestellt (59,95€ bei Amazon), in dem die Siegerprojekte plus 35 weitere außergewöhnliche Ziegelbauwerke aus aller Welt präsentiert werden. Wohn- bzw. Nichtwohnbauten, in denen Sicht-, Hintermauer-, Dachziegel sowie Pflasterklinker zum Einsatz kommen, zeigen eindrucksvoll, wie man mit guter Ziegelarchitektur eine Einheit zwischen Funktionalität und Konstruktion, Ökonomie und Ökologie, aber auch Wohlbefinden und künstlerischem Wert erzeugt. Leitartikel über Nachhaltigkeit und fernöstliche Architektur aus Ziegel wie ein Magazinteil komplettieren das 240 Seiten starke Buch.

Brick Award 2010 – Die Preisträger

Siegerprojekt: Landesforum und Landesparlament des Fürstentums Liechtenstein in Liechtenstein

Der neu gebaute Landtag in Vaduz (auch auf dem Buch-Cover) blickt auf eine mehrstufige Entstehungsgeschichte zurück. Nachdem der Bebauungsplan aus einem ersten Wettbewerb abgelehnt wurde, ging der Entwurf des Architekten Hansjörg Göritz in einem zweiten Wettbewerb im Jahr 2000 als Sieger hervor und konnte 2008 eingeweiht werden.


Die beiden neuen Gebäude des Landesparlaments – das "Hohe Haus" und das "Lange Haus" – befinden sich am Fuß des Schlossbergs unter dem Sitz des Regenten sowie neben dem Amtssitz der Regierung des Fürstentums Liechtenstein - siehe Google-Maps. Göritz interpretierte den ursprünglichen Bebauungsplan neu und schuf zwei Gebäude, die durch ihre außergewöhnlich einfachen, fast sakralen Formen Vaduz in städtebaulicher Hinsicht aufwerten und durch die einheitliche Materialität und Konsequenz in der ausschließlichen Verwendung ockergelber Sichtziegel den Betrachter in den Bann ziehen. 680.000 eigens angefertigte Ziegel bedecken von der Tiefgarage bis in die Sitzungssäle Wände und Decken des Gebäudes. Das warme Licht, das von den Ziegelflächen ausgeht, schafft eine besondere Atmosphäre im Inneren und Äußeren der Gebäude (Bild von Außen).

Zweiter Platz Südasiatisches Dokumentationszentrum für Menschenrechte, Indien

Angewandtes Design und Kreativität machen das neue Bürogebäude des South Asian Human Rights Documentations Centers (SAHRDC) in Delhi zu einem außergewöhnlichen, poetischen Bauwerk. Auf 50 m² Fläche und mit einem begrenzten Budget entwickelte das Architektenduo Valbhav Dimri und Madhav Raman räumlich effiziente und kostengünstige Büroflächen (siehe Google-Maps).

Bei dem Projekt war es wichtig, die Arbeitsplätze vor Lärm, visuellen Ablenkungen der Straße und Sonneneinstrahlung zu schützen. Dies gelang, indem die ansonsten minimalistische Außenhaut des Gebäudes durch eine extravagante Ziegelfassade an der längeren Seitenwand gegliedert wurde. Inspiriert durch die traditionelle Baukunst wurde ein einzelnes, sich wiederholendes Ziegelmodul mit einem optisch sehr komplexen Muster geschaffen (weiteres Bild). Dieses entstand nach Art der prunkvoll geschnitzten jalis (brise soleils), die in der indischen Architektur eine lange Tradition haben. Dabei wurden 230 x 115 x 75 mm große Sichtziegel verwendet, die Standardgröße für Ziegel in Indien.


Die Errichtung der aufwändigen Fassadenwand war das Ergebnis eines fünfwöchigen Lern- und Umlernprozesses sowie des Experimentierens mit Verlegetechniken auf der Baustelle. Die wellige Struktur der Wand ist ein schönes Beispiel dafür, welch einzigartige, architektonische Effekte erzielt werden können, wenn die einfache Form des Ziegels den Weg weist und durch die ihm eigene Beschaffenheit komplexere Muster, Strukturen und Öffnungen vorgeben darf.

Dritter Platz: Haus Morjan-Poeten, Deutschland

Das von Architekt Nikolaus Bienefeld gebaute Jagdhaus setzt auch archaische Einfachheit. Neben einem Augenmerk auf ökologische Bauweise machen raumorganisatorische Umsicht das 62 Quadratmeter große Gebäude zu einem kleinen Meisterwerk.


Der Architekt selbst sorgte für jedes noch so kleine konstruktive Detail. Die gemauerte Haushülle erweckt einen robusten, archaischen aber auch feinen Eindruck und zeugt von der Raffinesse, mit der die Ziegelarchitektur hier geplant und realisiert wurde. Umgesetzt wurde das Projekt mit einer preisgünstigen Ziegelsorte, deren Vermauerung Erfahrung und Übung voraussetzte. Fenster- und Türstürze sowie die Giebelkante bringen Abwechslung in die regelmäßigen Ziegellagen, und Details lassen erkennen, welchen faszinierenden Gestaltungsspielraum das Material Ziegel bietet. Kunstvolle Fassadendetails wie Briefkasten und Klingel, die nicht als Standardware an das Haus geschraubt wurden, machen die Liebe zum Detail deutlich (weiteres Bild).

Sonderpreis: Öffentliche Einrichtungen, Republik Mali

Für den Architekten Emilio Caravatti bedeutete Architektur von jeher mehr als nur oberflächliches Design. Aus diesem Grund begann er in der Republik Mali - einer der ärmsten Nationen der Welt - gemeinsam mit den Menschen der Region zu bauen.


Alle Aufmerksamkeit richtet sich hier auf eine Architektur des Wesentlichen. Das prämierte Projekt entstand im Jahr 2005 als ein "work in progress”, das bis heute verschiedene öffentliche Infrastruktureinrichtungen geschaffen hat: Zwei Schulen, eine medizinische Fürsorgestelle und Wohnhäuser für die Lehrer - alle in einem kleinen Savannengebiet in der Region Beledougou, im westlichen Teil Malis. Dabei wird versucht, durch ein Erfahrungsnetzwerk, zusammen mit der Bevölkerung und vor allem durch die in jedem Dorf vorhandene soziale Organisation, Bauprojekte zu realisieren; letztere unter Verwendung der vor Ort verfügbaren Materialien und traditioneller, teilweise in Vergessenheit geratener Bautechniken. Nach den Erfahrungen auf diesen Baustellen haben die Lehrlinge vor Ort ihre Fähigkeiten in anderen Dörfern außerhalb ihrer Region angewandt, und in Zukunft können diese die erlernten Bautechniken wieder weitergeben.

Sonderpreis: Architekturmuseum Stiftung Insel Hombroich, Deutschland

Seit 1983 ließ der Mäzen und Kunstsammler Karl-Heinrich Müller auf der Insel Hombroich bei Neuss nach und nach kleine Ausstellungshäuser in einen Landschaftspark stellen. Seit kurzem hat der große portugiesische Baukünstler Álvaro Siza in Zusammenarbeit mit dem Stephanskirchener Architekten Rudolf Finsterwalder ein neues Architekturmuseum auf dem Gelände realisiert (Siza-Pavillon "Forum für räumliches Denken" auf der Raketenstation - siehe Google-Maps).


Das unprätentiöse, ruhige Gebäude wird fast gänzlich durch Ziegel geprägt. Wenn im warmen Sonnenlicht die Ziegelwände tiefrot und die Fenster und Türen aus Eiche honiggelb leuchten, verschmilzt der Bau mit seiner grünen Umgebung zu einem impressionistischen Gemälde, und die Naturhaftigkeit seiner Bauweise wird offenkundig.

Die Ziegel stammen von einem Abbruch, sind "recycelt" worden und daher schrundig und abgestoßen. Kaum einer von ihnen hat noch scharfe Ecken und Kanten. Etwa zwei Prozent der Ziegel tragen sogar noch die weiße Färbung eines früheren Anstrichs oder Reste davon und ergeben somit eine lebhaft gemusterte, feurige Wand.

Wienerberger Brick Award prämiert internationale Ziegelarchitektur

Seit 2004 zeichnet Wienerberger mit dem "Brick Award" alle zwei Jahre die kreativsten Ziegelarchitekturen der Welt sowie deren Architektinnen und Architekten aus - siehe Beiträge:

Mit dem Award will der weltweit größte Ziegelproduzent dem Platz des Ziegels als nachhaltigem und ökologischen, aber auch modernen und avantgardistischen Baustoff Rechnung tragen. Insgesamt wurden zum "Brick Award 2010" mehr als 260 Projekte aus 32 Ländern durch Architekturkritiker eingereicht. Die Zahl der Einreichungen hat sich damit seit 2004 (120) mehr als verdoppelt.


Weitere Informationen zur Ziegelarchitektur / Ziegelbauweise können per E-Mail an Wienerberger angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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