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Deutscher Ziegelpreis 2011: ein Hauptpreis, zwei Nachwuchspreise, sechs Anerkennungen

(13.2.2012) In Kooperation mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtent­wicklung (BMVBS), der Bayerischen Architektenkammer sowie weiteren Partnern und Sponsoren hat das Ziegel Zentrum Süd e.V. (ZZS) Mitte 2011 bundesweit den Deut­schen Ziegelpreis mit einer Preissumme von insgesamt 20.000 Euro ausgelobt. Die Fachjury unter Vorsitz von Prof. Georg Sahner wählte nun aus über 50 Einsendungen einen Hauptpreis, zwei Nachwuchspreise und sechs Anerkennungen aus - allesamt Ziegelgebäude, die in erster Linie energetisch vorbildlich ausgeführt wurden sowie ge­stalterisch überzeugen.

Ziegelpreis-Gewinnerin des Hauptpreises, Prof. Christine Remensperger (2. von links)
Gewinnerin des Hauptpreises, Prof. Christine Remensperger (2. von links) aus Stuttgart mit der strahlenden Familie Berner (Mitte) bei der Ehrung durch Ministerialrat Hans-Dieter Hegner (rechts), BMVBS, und dem Vorstandsvorsitzenden des Ziegel Zentrum Süd, Johannes Edmüller (links). (Bild vergrößern)

In feierlichem Rahmen nahm Ministerialrat Hans-Dieter Hegner, BMVBS, gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden des ZZS, Johannes Edmüller, die Verleihung vor.

Hauptpreis für Wohnhaus Berner in Stuttgart

Ziegelpreis für Wohnhaus Berner von Architektin Prof. Christine Remensperger in Stuttgart
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(Foto: Antje Quiram, Stuttgart)
  

Prof. Christine Remensperger, Architektin aus Stuttgart, ist die Gewinnerin des mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreises des Architekturwettbewerbs. Ein unprätentiöses und doch nobles Wohnhaus im historischen Kontext des Ortsteils Rotenberg in den Weinbergen am Rande von Stuttgart ging bei der Jury­sitzung am 28. Oktober als Sieger hervor. Familie Berner, für die dieses moderne Ziegelhaus geplant und gebaut wurde, nahm freudestrahlend die Urkunde entgegen. Johannes Edmül­ler überreichte der erfolgreichen Architektin die Siegerprämie und beglückwünschte sie zu der "bemerkenswerten Angemes­senheit der Mittel, die zum Entstehen dieses subtilen, massi­ven Ziegelhauses führte, das Energieeffizienz und gestalteri­sche Ausdruckskraft überzeugend vereint."

Nachwuchspreise für experimenta in Heilbronn und Education Center in Ruanda

Die Vergabe eines Nachwuchspreises entstand auf besonderen Wunsch des Bundes­ministeriums. Hans-Dieter Hegner, der die Kooperation des BMVBS mit dem Ziegel Zentrum Süd als Ansprechpartner des Ministeriums betreute und als Experte in der Jury aktiv war, war entsprechend erfreut, als sich bei der Jurysitzung zwei Projekte für diese Kategorie durchsetzten.

Einen dieser Nachwuchspreise - mit 3.000 Euro dotiert - er­hielt das junge Architekturbüro studioinges aus Berlin für die Planung und Umsetzung ihres Wettbewerbserfolges für das "Experimenta Science Center" im Binnenhafen von Heilbronn (siehe Bing-Maps und/oder Google-Maps - möglicherweise noch ohne Neubau). Hier wurde ein historischer Ölsaaten­speicher mit seiner Klinkerhülle saniert, um einen Neubau ähnlicher Höhe und Hüllkonstruktion erweitert und mit moder­nem, leuchtend grünem Innenleben an der Schnittstelle der beiden Bauteile zu einem Synonym für einen erfolgreichen Neuanfang in der ehemaligen Industriebrache ausgestattet - siehe zudem Baulinks-Beitrag "Deubau-Preis 2012 für junge Architektinnen und Architekten entschieden" vom 17.4.2011.

Der zweite Nachwuchspreis ging nach München an den Archi­tekten Dominikus Stark und sein Team, denen mit ihrem Edu­cation Center in Ruanda ein überaus beeindruckendes Gebäu­deensemble mit bestechend einfachem Materialkonzept gelang: Regional hergestellte Ziegelsteine als dominierendes Baumaterial für ein Low-Tech-Ausbildungszentrum.

Sechs Anerkennungen an Architekturschaffende aus ganz Deutschland

Sechs Anerkennungen wurden an Architekturschaffende aus ganz Deutschland ver­liehen. Prof. Hans Klumpp aus Stuttgart nahm eine der mit je 1.500 Euro dotierten Anerkennungen für das Wohnhaus des Ehepaars Cammerer in Adelberg entgegen:

Wohnhaus Cammerer in Adelberg von Klumpp + Klumpp Architekten aus Stuttgart erhielt eine Anerkennung.
Foto: Zooey Braun, Stuttgart (Bild vergrößern)

Das eigenwillige, erdfarbene Ziegelhaus wurde von der Jury als dringend notwendiger Beitrag zum demografischen Wandel gesehen, der durch die Nutzungsvariabilität dieses kompakten Wohnhauses zum Tragen kommt. Zudem nimmt die Heizungsanlage des Hauses an einem bundesweiten Praxistest für Brennstoffzellen-Heizgeräte teil.

Das Ateliergebäude Lüps aus Schondorf am Ammersee erhielt eine
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(Foto: Thomas Huber, Schondorf)
  

Das Atelier Lüps aus Schondorf bietet sowohl in seiner Erschei­nung als auch bezüglich des Energiekonzepts einen ganz ande­ren Denkansatz. Eine an drei Seiten weitestgehend geschlos­sene, speicherfähige, massive Ziegelhülle wird an der Südseite durch eine gläserne Doppelfassade geschlossen. Das komplexe Innenleben des Ateliers entwickelt sich über drei Ebenen, ge­krönt von einer Wohnung mit großzügiger Dachterrasse.

Die Architekten Neumeister & Paringer aus Landshut freuten sich über eine Anerkennung für den kleinen Neubau eines Pfarramtes für die Erlöserkirche aus dem Jahr 1963 von Archi­tekt Hans Döllgast in Landshut. Das schmale Bürogebäude wurde von der Jury als anspruchsvolles, hochwertiges Verbindungsglied zwischen den bestehenden kirchlichen Bauten eingeschätzt:

Das Pfarrhaus der Erlöserkirche in Landshut von den Architekten Neumeister & Paringer, Landshut, erhielt eine Anerkennung.
Foto: Rolf Sturm, Landshut (Bild vergrößern)

Die ungewöhnliche Kombination von tragender, hochwärmedämmender Ziegelkonstruk­tion mit einer ansprechend gestalteten Hülle aus Klinker ohne Zusatzdämmung war viel diskutiert und wurde als interessanter, vollwertiger Beitrag zu diesem Wettbewerb gesehen.

Das Unterkunftsgebäude für den offenen Vollzug der JVA in Berlin-
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(Foto: Christian Richter, Münster)
  

Eine weitere Anerkennung ging an die Architekten MGF aus Stuttgart für das Unterkunftsgebäude für den offenen Vollzug der JVA in Berlin-Zehlendorf. Es erinnert durch seine Fassade aus Kohlebrand-/Wasserstrichziegel in Kombination mit mehr­fach nutzbaren, schmalen Drehläden aus Metall eher an Klas­siker der Ziegelbauweise von Heinz Bienefeld als an Vollzug bedingte Kargheit.

Zwei Anerkennungen wurden an das Architekturbüro von Prof. Andreas Meck aus München verliehen. Zusammen mit seinem Team wurde er für das Dominikuszentrum im Münchner Norden und für St. Nikolaus in Neuried bei München (Bild) ein zweites Mal geehrt - vergleiche "Ziegel Zentrum Süd verleiht Archi­tekturpreis für herausragende Ziegel-Bauten" vom 14.2.2010. Weil der Preis erstmals bundesweit ausgelobt war, konnten diese Projekte noch einmal eingereicht werden. Die zudem komplett anders besetzte Jury kam dann jedenfalls einstimmig zu dem Schluss, dass die „architektonische Ge­samtkomposition des Dominikuszen­trums, die Ausgestaltung seiner Details und das anspruchsvolle, künstlerische Gestaltungskonzept sich hier zu bedeutenden Interpre­tationen des Themas 'sakraler und sozialer Mittelpunkt' zusammengefunden haben“.

Das Dominikuszentrum, München, Meck Architekten, München, erhielt eine Anerkennung.
Michael Heinrich, München (Bild vergrößern)

Festlicher Empfang und Ausstellungseröffnung

Ein festlicher Empfang im großen Saal im Haus der Architektur der Bayerischen Archi­tektenkammer bildete den Abschluss der Verleihung des Deutschen Ziegelpreises. Preisträgerinnen und Preisträger mischten sich mit dem Fachpublikum und interessier­ten Architekturbegeisterten, die der Einladung des Ziegel Zentrums Süd und seiner Kooperationspartner gefolgt waren.

Zudem wurde die Ausstellung zum Deutschen Ziegelpreis im Foyer des Hauses der Architektur eröffnet und ist bis zum 16. März dort der Öffentlichkeit zugänglich.

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