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Keine chemischen Holzschutzmittel mehr im Innenbereich von Gebäuden

(12.10.2011) Nach dem Inkrafttreten einer entscheidenden Änderung der Holzschutz­norm DIN 68800-1, allgemeiner Teil, am 4. 10.2011 sollten im Innenbereich von Woh­nungen, Wohnhäusern und Bürogebäuden keine chemischen Holzschutzmittel mehr Anwendung finden. Die Norm regelt den Stand der Technik zur Verwendung von Holz­schutzmitteln und hat durch die Übernahme in die Landesbauordnungen de facto Ge­setzescharakter.

Laut Deutschem Naturschutzring (DNR), der sich jahrelang für den Vorrang des bau­lichen Holzschutzes vor dem chemischen Holzschutz  eingesetzt hatte, würden die gesamte deutsche holzverarbeitende Wirtschaft, der Bund Deutscher Zimmermeister und die Fertighausindustrie diesen Paradigmenwechsel aus der Erkenntnis heraus mittragen, dass getrocknetes Holz, wenn es vor Feuchtigkeit und Insekten fachge­recht geschützt ist, nicht gefährdet ist.

Seit den 70er Jahren kommt es immer wieder zu erheblichen Gesundheitsschäden beim Einsatz chemischer Holzschutzmittel. DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen bezeichnet es als Skandal, dass die Bundesregierung auf Anfrage der Grünen erst kürzlich erklären musste, über die verwendeten Mengen chemischer Holzschutzmittel in Deutschland und über die Belastung der Umwelt durch Biozide aus dem Bauten­schutz keinerlei Informationen zu haben. Dabei habe eine zweijährige Fütterungsstudie über die Auswirkungen eines heute noch eingesetzten Holzschutzmittels mit dem Wirkstoff Kupfer-HDO ergeben, dass 80% (!) der beim Test eingesetzten Versuchs­tiere einen Darmtumor erlitten.

Umso verhängnisvoller sei jetzt die Entscheidung der Bauchemie, gegen die neue Holzschutznorm von der Öffentlichkeit unbemerkt beim DIN per Schiedsgerichtsver­fahren vorzugehen. Der Normungsexperte der Umweltverbände, Karl-Jürgen Prull betonte als einen wichtigen positiven Aspekt der Neuregelung, dass Dachstühle von Wohngebäuden sich zukünftig rechtlich gesehen nicht mehr wie bisher außerhalb vom Gebäude befinden, sondern zum Innenbereich gehören - was insbesondere eine große Bedeutung beim nachträglichen Ausbau zu Kinder- oder Schlafzimmern habe. Das En­de des chemischen Holzschutzes sei auch aus Gründen des Arbeitsschutzes für Zimmerleute wichtig und verringere zudem die Menge von Sondermüll in Form von chemisch behandelten Hölzern.

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