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Prekär? Martin Bruno Schmid gewinnt „Kunst am Bau“-Wettbewerb 2015

(20.12.2015) Der Künstler Martin Bruno Schmid hat den Kunstwettbewerb für das neue Geo- und Umweltzentrum der Universität Tübingen gewonnen (siehe Google-Maps). Die Fertigstellung ist für 2018 avisiert.

Nach den Vorstellungen des Künstlers werden die fünf tragenden Säulen der Eingangs­halle jeweils mit einem senkrechten Säge-Schnitt in ganzer Länge in zwei Hälften ge­spalten. Damit, so die Jury, greift Schmid erheblich in die Statik des Gebäudes ein und lotet die Grenzen der Belastbarkeit aus.

„Mein Entwurf widmet sich diesem unscheinbaren aber elementar wichtigen Teil des Gesamtgefüges Architektur; er rückt die Säulen, deren Material und die Statik des gesamten Baukörpers in den Fokus der Betrachtung", erklärt Schmid. Die Schnitte und Bohrungen machen nicht nur das Innere der 7,5 Meter hohen Säulen sichtbar - vielmehr erzeugen sie ein permanentes prekäres Gefühl. Können diese schmalen Säu­len trotz Schnitt und Perforation der Deckenlast und dem Druck des Gebäudes stand­halten?

„Antworten auf diese Fragen müssen Fachleute geben“, sagt der Künstler, der mit sei­ner Arbeit zugleich ein Spannungsfeld zwischen Mensch und Natur erzeugt, in dem es stets auch um Themen wie Eingriff, Macht und Vertrauen geht. Schmid: „In Zusam­menarbeit mit Architekten, Handwerkern und Statikern werden die Schnitte und die Löcher so berechnet, verteilt und gesetzt, dass jede einzelne Stütze zwar sicher und dauerhaft ihren Dienst erfüllt, dabei aber spürbar nahe an das Limit ihrer Tragfähig­keit gebracht werden soll. Der Extrem- und Idealfall wäre dieser: ein Loch zu viel, ein Schnitt zu breit, und der gesamte Organismus der Architektur fällt in sich zusammen. Stürzt ein. Dieses Extrem gilt es zu spüren - und zu vermeiden.“ Bohrschnitt, prekär wird so zu einem Werk mit übergeordnetem Symbolgehalt für die prekäre Situation der Zivilisation in Zeiten fragiler Geologie-, Ökologie- und Ökonomiesysteme.

Schmid hat sich mit seiner Arbeit in einem einstufigen Kunstwettbewerb durchgesetzt. Die Aufgabenstellung sah einen Kunstbeitrag im Innenraum oder Außenraum des Neu­baus vor. Der Neubau des Geo- und Umweltforschungszentrums (GUZ) Tübingen soll nach Vorstellungen des renommierten Rotterdamer Architekturbüros KAAN Architecten auf bis zu sieben Geschossen Platz für Büroflächen, Labore, Veranstaltungs- und Se­minarräume sowie einen Hörsaal bieten.

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