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BDEW: „Wiederverwendung von Grauwasser wäre Rückschritt ins Mittelalter“

(22.3.2017; Weltwassertag) Deutschland nimmt mit seiner umfassenden Abwasserreinigung eine Spitzenstellung in Europa ein: 96% des Abwassers wird in Kläranlagen aufbereitet. 576.000 km Kanalnetz und 9.307 Kläranlagen stehen für die jährlich 9,3 Mrd. m³ Abwasser bereit. „Ohne Abwasserreinigung wären die Erfolge im Gewässerschutz in Deutschland nicht realisierbar. Dies ist auch eine wesentliche Grundlage für eine sichere Trinkwasserversorgung“, betonte Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser, anlässlich des Weltwassertages der Vereinten Nationen in Berlin - in diesem Jahr mit dem Thema „Wastewater - Abwasser“.

Der BDEW betont, das Ziel der Vereinten Nationen, den Anteil unbehandelten Abwassers weltweit zu halbieren, grundsätzlich unterstützen zu wollen. Kritisch sieht Weyand allerdings die Empfehlung der Vereinten Nationen, Abwasser und Grauwasser - etwa aus der Dusche oder Waschmaschine - wie auch aufgefangenes Regenwasser wiederzuverwenden. Grauwasser und Regenwasser enthalten heutzutage eine Vielzahl chemischer Stoffe wie Mikroplastik und potentielle Krankheitserreger, die sich beispielsweise im Kot der Vögel befinden.

„Wollen wir allen Ernstes in die unhygienischen Zustände des Mittelalters zurückfallen?“ fragt Weyand. Man könne nicht auf der einen Seite die vierte Reinigungsstufe fordern und gleichzeitig die Bevölkerung ungereinigtem Abwasser aussetzen. Eine Gefährdung der Bevölkerung wäre nur dann auszuschließen, wenn Desinfektionsmittel großflächig eingesetzt würden. Dies wäre jedoch ein Rückschritt für den nachhaltigen Einsatz von Chemikalien.

Weyand sieht auch entsprechende Vorstöße der Europäischen Kommission für eine pauschale Abwasser- und Grauwasserwiederverwendung kritisch: Landwirtschaftliche Erzeugnisse, wie Gemüse oder Erdbeeren, die mit wiederverwendetem Abwasser erzeugt wurden, müssten mindestens hygienisch überprüft und für die Verbraucher gekennzeichnet werden.

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