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Dramatischer Anstieg der Bauarbeitslosigkeit: 382.000 Bauleute im Februar ohne Arbeit

(21.3.2003) Die anhaltende baukonjunkturelle Talfahrt bleibt nicht ohne Auswirkung auf den Bauarbeitsmarkt. Wie der Hauptverband am 19. März in Berlin mitteilte, ist die Bauarbeitslosigkeit im Februar 2003 dramatisch angestiegen: Die Anzahl der Arbeitslosen lag um 25.500 über dem Wert von letztem Jahr. Insgesamt waren 382.000 Bauleute ohne Arbeit! Das ist der höchste Werte seit sieben Jahren. Die wegbrechenden Umsätze im deutschen Bauhauptgewerbe - im letzten Jahr ist die Bauleistung um 5,9 Prozent zurückgegangen - hinterlassen auf dem Arbeitsmarkt tiefe Spuren. Gleichzeitig nimmt aufgrund der schlechten Konjunktur die Zahl der offenen Stellen ab. Im Februar kamen auf eine offene Stelle 40 Arbeitslose. Im Durchschnitt des letzten Jahres waren es noch 20.

"Wenn nicht bald etwas geschieht, werden noch mehr Arbeitslose hinzukommen," prophezeit der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, RA Michael Knipper. "Wir brauchen dringend eine Wende in der Investitionspolitik und keine halbherzigen Kreditprogramme," fordert Knipper. "Darüber müssen wir im 'Branchengespräch Bau' am 1. April 2003 mit den Bundesministern Dr. Stolpe und Clement sprechen. Ansonsten werden noch mehr Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren."

Im Dezember des letzten Jahres waren nur noch 849.000 Beschäftigte im Bauhauptgewerbe tätig, 563.000 Personen weniger als 1995. Der anhaltende Rückgang der Baunachfrage - im letzten Jahr von 6,2 Prozent - lässt auch für die Zukunft nichts Gutes erwarten. Die schlechten Zahlen sind schon in die Pläne der Unternehmen eingeflossen. Laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages planen 56 Prozent der befragten Bauunternehmen ihre Belegschaft in diesem Jahr weiter abzubauen.

Der Hauptverband geht davon aus, dass auch in diesem Jahr bis zu 50.000 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren werden. "Diese werden, aufgrund der schlechten gesamtwirtschaftlichen Lage, keine Chance haben, in einer anderen Branche eine Beschäftigung zu finden. Ein weiterer Anstieg der Arbeitslosenzahlen ist somit vorprogrammiert," bedauert Knipper. "Die schlechte Baukonjunktur bleibt eine Belastung für den gesamten Arbeitsmarkt."

Insbesondere der ostdeutsche Arbeitsmarkt leidet unter der Krise am Bau: 11,3 Prozent der Arbeitslosen kommen aus der Bauwirtschaft. Mit 198.400 Personen sind in den neuen Bundesländern mehr Bauarbeiter arbeitslos als in den alten (183.600). Inzwischen nehmen jedoch die Arbeitslosenzahlen im westdeutschen Bauhauptgewerbe stärker zu als im ostdeutschen: Während die Zahl der arbeitslosen Bauarbeiter in den neuen Bundesländern durch das Fluthilfeprogramm im Februar "nur" um 5,3 Prozent zunahm, stieg die Zahl der arbeitslosen westdeutschen Bauarbeiter um 9,2 Prozent. Dass sich die Lage auf dem westdeutschen Bauarbeitsmarkt noch verschärfen wird, dafür spricht die Entwicklung der westdeutschen Baunachfrage: Während der ostdeutsche Auftragseingang um 3,8 Prozent zurückging, musste der westdeutsche ein Minus von 7,0 Prozent hinnehmen.

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