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EPoC 2011 - Deloitte-Studie zur europäischen Bauindustrie: die Durststrecke hält an

EPoC 2011 : Deloitte-Report
  

(8.10.2012) Der Umsatz der großen europäischen Bauunter­nehmen hat 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Prozent zugelegt, die Profitabilität ging jedoch deutlich zurück. Die größten und in den Top 50 zahlenmäßig am stärksten ver­tretenen Unternehmen kommen nach wie vor aus Frankreich, gefolgt von Spanien, Großbritannien und Deutschland - mit Hochtief und Bilfinger sind zwei deutsche Baukonzerne in den Top Ten vertreten. Länderübergreifend war auch in 2011 die Strategie vieler Konzerne von Internationalisierung und Diver­sifikation gekennzeichnet. Zumal Wachstumschancen in allen Weltregionen zu finden sind - mit unterschiedlichen Schwer­punkten und Ausprägungen.

Die großen deutschen Konzerne zählen bereits heute zu den am stärksten international ausgerichteten Bauunternehmen. Aber auch die Bemühun­gen um Schuldenabbau waren in der Branche deutlich spürbar - oft verbunden mit dem Rückzug aus Geschäftsfeldern. Das zeigt der Deloitte-Report "European Pow­ers of Construction 2011", der erstmals auch die Korrelation von EBIT-Marge und Nettoverbindlichkeiten untersucht.

"Die wirtschaftlichen Umstände machen es den europäischen Baukonzernen nicht leicht - sie müssen ihre Anstrengungen intensivieren und neue Geschäftsfelder er­schließen bzw. ausgliedern. Der Druck bleibt hoch: Trotz eines um 7,5 Prozent höhe­ren Branchenumsatzes ist die Marktkapitalisierung der einzelnen Unternehmen um ein Fünftel gesunken", erklärt Franz Klinger, Partner Real Estate bei Deloitte.

Platz Unternehmen Umsatz 2011
(Mio. Euro)
Herkunftsland
1 (1) Vinci SA 36.956    Frankreich
2 (2) Bouygues SA 32.706    Frankreich
3 (4)  Activ. de Constr. y Serv. SA (ACS) 28.472    Spanien
4 (3) Hochtief AG 13.282    Deutschland
5 (7) Strabag SE 14.326    Österreich
6 (5) Eiffage SA 13.732    Frankreich
7 (6) Skanska AB 13.149    Schweden
8 (8) Balfour Beatty Plc 12.715    Großbritannien
9 (10)  Fomento de Constr. y Cont. SA (FCC) 11.755    Spanien
10 (11)  Bilfinger SE 8.209    Deutschland

Ranking fast unverändert

Wie in den letzten Jahren vereinen französische Baukonzerne in Summe die größten Umsätze auf sich, vor spanischen, britischen und deutschen Unternehmen aus den Top 50. Die drei größten französischen Baukonzerne konnten 2011 ein Umsatzplus von 6,7 Prozent verbuchen. Deutschland ist mit insgesamt drei Unternehmen in den Top 50 präsent, zwei davon - Hochtief und Bilfinger - sind in den Top Ten. Nach Marktka­pitalisierung stehen die beiden deutschen Vertreter auf Platz 8 und 9, den Spitzen­platz belegt die französische Vinci.

Weniger Investitionen

Nur Rumänien und Schweden konnten beim Verhältnis Investitionen zum BIP um mehr als 200 Basispunkte zulegen, in acht Ländern hingegen sank der Wert um mehr als 200 Basispunkte. In der gesamten EU - mit wenigen Ausnahmen, insbesondere Deutsch­land und Polen - wird nicht mit einer Verbesserung bis 2013 gerechnet. Für das lau­fende Jahr gehen Experten von einem EU-weiten Absinken der Investitionen um 0,4 Prozent aus. Insgesamt wurden 2011 in Deutschland insgesamt 256 Mrd. Euro in die Bauwirtschaft investiert, mehr als in jedem anderen europäischen Land.

Internationalisierung und Diversifizierung

In 2011 erzielten die 50 größten europäischen Baukonzerne insgesamt erstmals den überwiegenden Teil ihrer Umsätze, nämlich 52%, außerhalb der eigenen Landesgrenzen bzw. außerhalb des klassischen Baugeschäfts. Konzerne wie Hochtief oder Skanska erwirtschaften sogar mehr als drei Viertel ihrer Erlöse jenseits der eigenen Landes­grenzen, bei Bilfinger wird deutlich mehr als die Hälfte der Leistung außerhalb des klassischen Baugeschäfts erbracht. Beide Tendenzen haben sich in 2011 gegenüber den Vorjahren verstärkt.

Margen sinken

Die durchschnittliche EBIT-Marge der untersuchten Bauunternehmen sank von 2010 auf 2011. Der im Baugeschäft profitabelste Konzern 2011 war die türkische Enka Gruppe, die insgesamt höchste Rendite erzielte die spanische OHL. Dies wirkte sich auch auf die Marktkapitalisierung aus: nur Bilfinger und die österreichische Strabag konnten 2011 ihre Marktkapitalisierung im Verhältnis zum Buchwert steigern.

Fremdfinanzierung im Fokus

Wachsende Diversifikation und Internationalisierung erfordern Finanzierungsanstren­gungen und haben in den letzten Jahren zu ansteigendem Fremdkapitalbedarf geführt. In 2011 haben es die 20 größten europäischen Baukonzerne gleichwohl geschafft, ihren Verschuldungsgrad in Summe leicht von 54% auf 51% zu reduzieren, allerdings mit großen Unterschieden in der Einzelbetrachtung. Den Unternehmenswerten hat das kaum geholfen, denn die Marktkapitalisierung war insgesamt noch stärker rückläufig als die Schulden.

"Angesichts der aktuellen Entwicklung in Europa sind die Aussichten für die nächste Zeit nicht besonders gut. Daher versuchen viele Konzerne, mit einer zunehmenden Internationalisierung ihrer Aktivitäten gegenzusteuern. Besonders attraktiv ist dabei der südamerikanische Markt: Hier werden fürs laufende Jahr Investitionen in Höhe von über 230 Milliarden Euro erwartet. Auch der asiatische Raum, wo Hochtief schon heu­te stark vertreten ist, bleibt interessant", ergänzt Franz Klinger.

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