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Deloitte-Studie zur Bauindustrie analysiert die umsatzstärksten Unternehmen Europas

(4.8.2013) Die europäische Baubranche hat im Jahr 2012 laut Deloitte-Report „European Powers of Construction 2012“ (EPoC 2012) ein Umsatzplus von sieben Prozent verzeichnet. Unter den 50 untersuchten Unternehmen fällt der größte Um­satzanteil auf französische Unternehmen, gefolgt von Firmen aus Spanien, Großbritannien und Deutschland. Hochtief ist in den Top 10 vertreten.

Die meisten Baukonzerne setzen weiterhin auf Internationali­sierung und Diversifikation. Alle Weltregionen bieten moderate bis gute Wachstumschancen; in der Europäischen Union wird allerdings erst 2014 wieder ein leichtes Wachstum erwartet. Insgesamt kämpfen die Bauunternehmen weiter mit sinkenden Margen, doch soll sich die finanzielle Gesamtsituation im Ver­gleich zum Vorjahr leicht verbessert haben.

„Die Euro-Krise wirkt sich stark auf die Bilanz der Baufirmen aus, zudem besitzen die europäischen Märkte nur noch wenig Wachstumspotenzial - so dass diese insbesonde­re in die asiatischen Märkte und nach Australien expandieren. Aber auch in den GUS-Staaten, Nord- und Südamerika sowie im Nahen Osten gehen wir von einem Nachfra­geplus aus“, erklärt Michael Müller, Partner und Leiter Real Estate bei Deloitte.

Platz Unternehmen Umsatz 2012
(Mio. Euro)
Herkunftsland
1 (1) Vinci SA 38.634    Frankreich
2 (3) Activ. de Constr. y Serv. SA (ACS) 38.396    Spanien
3 (2) Bouygues SA 33.547    Frankreich
4 (3) Hochtief AG 25.528    Deutschland
5 (7) Skanska AB 14.861    Schweden
6 (6) Eiffage SA 14.035    Frankreich
7 (8) Balfour Beatty Plc 13.439    Großbritannien
8 (N/A) COLAS SA 13.036    Frankreich
9 (5) Strabag SE 12.983    Österreich
10 (10)  Fomento de Constr. y Cont. SA (FCC) 11.152    Spanien
11 (10)  Bilfinger SE 8.509    Deutschland

Frankreich weiterhin an der Spitze - Deutschland auf Rang vier

Der Umsatz der Top-50-Baukonzerne stieg um sieben Prozent. Vier französische Un­ternehmen verbuchen zusammen knapp ein Drittel des Gesamtumsatzes von 334 Mrd. Euro, es folgen spanische und britische Konzerne. Deutschland ist mit insgesamt drei Unternehmen in den Top 50 präsent, die zusammen für gute zehn Prozent der Ge­samtleistung stehen. Hochtief ist als europäische Nummer vier das größte in Deutsch­land ansässige Bauunternehmen.

Euro-Krise setzt Baubranche weiterhin zu

Seit 2009 verzeichnet die Baubranche in Europa stetig sinkende Investitionen - ein leichtes Wachstum wird erst wieder für 2014 prognostiziert. Im laufenden Jahr sind innerhalb der Euro-Zone nur in Deutschland, Österreich, Slowenien und der Slowakei Umsatzsteigerungen zu erwarten. Insgesamt wurden 2012 in Deutschland 260 Mrd. Euro in Bauleistungen investiert, in Frankreich waren es 259 Mrd. Euro. Auf Platz drei folgt mit bereits großem Abstand Großbritannien mit 167 Mrd. Euro.

Internationalisierung und Diversifizierung

Elf der Top-20-Unternehmen erzielen mehr als die Hälfte ihres Umsatzes nicht im Her­kunftsland. Konzerne wie Hochtief, ACS oder Skanska erwirtschaften sogar mehr als drei Viertel ihrer Erlöse außerhalb ihres Heimatlandes. Sieben der Top 20 haben ihr Leistungsangebot so stark diversifiziert, dass sie mittlerweile über 40 Prozent außer­halb des klassischen Baugeschäfts erwirtschaften. Bei Bilfinger ist es sogar deutlich mehr als die Hälfte der Gesamtleistung.

Margen weiter auf Talfahrt

Der Abwärtstrend der Margen setzt sich weiter fort. 2012 lag die durchschnittliche EBIT-Marge aller Geschäftsaktivitäten der Top 20 bei 4,6 Prozent. Im Baugeschäft selbst lag die Marge mit 2,6 Prozent noch darunter. Der bei Bauleistungen profita­belste Konzern 2012 war die spanische Ferrovial-Gruppe, die insgesamt höchste Marge erzielte die OHL Gruppe aus Spanien.

Korrelation Diversifizierung und Profitabilität

Die in der Bauwirtschaft in den letzten Jahren verfolgte Diversifizierungsstrategie zur Margensteigerung war erfolgreich: Während der Margenschnitt im Bausektor bei 2,6 Prozent liegt, werden bei Leistungen außerhalb des angestammten Kerngeschäfts in­nerhalb der untersuchten Unternehmen sogar 11,2 Prozent erreicht. Die Stoßrichtun­gen der Diversifizierung sind unterschiedlich: Die meisten Unternehmen haben das Ge­schäft mit Industriedienstleistungen ausgebaut, weitere Diversifizierungssegmente sind das Konzessionsgeschäft, der Energiesektor, die Umwelttechnik und die Wasser­wirtschaft.

„Über die Jahre hat sich eine Korrelation zwischen dem Diversifizierungsgrad und der Profitabilität eines Unternehmens herauskristallisiert. Die traditionell niedrigen Margen der Baubranche stehen den deutlich höheren Margen anderer Tätigkeitsfelder gegen­über. Zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit werden Kompetenzen und Aktivitäten in anderen Geschäftsfeldern entwickelt, um das Unternehmen weniger anfällig gegen Krisen zu machen“, prognostiziert Michael Müller.

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