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Heizkostenabrechnung 2019: Norden wärmer, Süden kälter, Kosten insgesamt höher


  

(3.2.2020) 2019 lagen die Durchschnittstemperaturen im Bundesgebiet 2,3% unter denen des Vorjahres. In der Folge nahm der Verbrauch von Raumheizwärme in vielen Regionen Deutschlands zu - dies geht aus einer aktuellen Analyse des Energiedienstleisters Techem hervor. Insbesondere Mieter von gasbeheizten Wohnungen werden deshalb in vielen Fällen nachzahlen müssen - denn in diesem Segment stieg nicht nur der Verbrauch, sondern auch der Brennstoffpreis: Der durchschnittliche Erdgaspreis legte 2019 um 3,8% zu – was eine Erhöhung der Raumheizkosten um durchschnittlich 6,2% bedeutet.

Erdgas wird teurer, Heizöl günstiger

Inwieweit die Bewohner von ölbeheizten Häusern vom 2,2-prozentigen Rückgang des Heizölpreises profitieren werden, hängt wiederum vom Einkaufszeitpunkt ab: Im Einzelfall wurden entweder im Vorjahr beschaffte Reserven verfeuert oder aber später und damit preiswerter eingekauftes Öl. Im Bundesdurchschnitt gleicht wohl der Ölpreisrückgang den witterungsbedingten Mehrverbrauch weitgehend aus: Laut Techem-Prognose ist für ölbeheizte Liegenschaften nur mit einer minimalen Heizkostenerhöhung von 0,1% zu rechnen. Zum Vergleich: 2018 lag dieser Wert trotz der seinerzeit wärmeren Witterung aufgrund massiv gestiegener Heizölpreise bei 12,8.

Küstenregionen waren 2019 klimatisch im Vorteil

Während 2018 vor allem im deutschen Norden Nachzahlungen für gestiegene Heizkosten zu leisten waren, können Verbraucher in diesen Regionen für 2019 sehr wahrscheinlich aufatmen: In Greifswald beispielsweise werden die Heizkosten für ölbeheizte Wohnungen voraussichtlich um 6,1% sinken; bei Gasheizungen beträgt der Rückgang immerhin 0,4%. Auch in Cuxhaven, auf Helgoland und Norderney werden sich Nutzer von Ölheizungen vermutlich über geringere Heizkosten freuen können. Viele von ihnen mussten allerdings im Vorjahr eine mehr als 20-prozentige Kostensteigerung verkraften.

Ganz anders ist die Situation im Süden Deutschlands: Konstanz etwa gehörte 2018 noch zur Liga der Regionen mit dem größten Verbrauchsrückgang. 2019 hingegen stiegen dort dagegen die Heizkosten selbst für ölbeheizte Wohnhäuser temperaturbedingt um voraussichtlich 11,9%. Damit rangiert die Bodenseemetropole nach Kempten im Allgäu 2019 an der Spitze der Regionen mit dem höchsten Mehrverbrauch.

„In Deutschland muss mehr für höhere Effizienz in der Wärmeerzeugung und Nutzung getan werden. Neben den Klimaaspekten müssen wir auch die finanziellen Aspekte des Heizwärmeverbrauchs im Auge behalten“, kommentiert Techem CEO Matthias Hart­mann - und stellt fest: „Wir halten die Digitalisierung gerade für den Gebäudebereich für einen sehr wichtigen Hebel, um kostengünstig ein großes Potential an Energieeffizienz, Treibhausgasvermeidung und Heizkostenersparnis zu erreichen.“ Erfahrungsgemäß lasse sich der Wärmeverbrauch in vielen Fällen schon mit geringinvestiven Lösungen und Technologien reduzieren - zum Beispiel durch eine dynamische Optimierung der Anlageneinstellung.

Grundlage der vorliegenden Verbrauchsprognose ist ein Vergleich von Gradtageszahlen, die auf Temperaturdaten des Deutschen Wetterdienstes aus den Jahren 2018 bis 2019 sowie auf einer Auswertung der Erdgas- und Heizölpreise im betreffenden Zeitraum basieren. Wie hoch der tatsächliche Verbrauch und damit die Kosten im Einzelfall sind, lässt sich jedoch erst nach Erstellung der jeweiligen Abrechnung sagen. Alle ausgewerteten Verbrauchsdaten wurden von Techem im Rahmen der Vorarbeiten zur Energiekennwertestudie 2020 anonym erhoben. Die jährlich durchgeführte Studie gibt insbesondere auch einen Einblick in die energetische Situation von Wohngebäuden und lässt damit Ansatzpunkte für Einsparmaßnahmen erkennen.

Die Energiekennwertestudie für 2019 lässt sich als e-Paper kostenlos einsehen (PDF-Download).

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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