Baulinks -> Redaktion  || < älter 2026/0037 jünger > >>|  

Dokas Traggerüst überspannt 22 m beim Brückenneubau in der Schweiz

(15.1.2026) Im Kanton Bern wird im Auftrag des Bundesamts für Straßen (ASTRA) an der Nationalstraße N16 (Transjurane) ein Ersatzneubau zweier Autobahnauffahrten zwischen Tavannes und Biel realisiert. Das Projekt Tavannes–Bözingenfeld TP2 ist durch äußerst eingeschränkte Platzverhältnisse geprägt: In dem engen Tal verlaufen neben der Autobahn eine Bahnlinie sowie der Fluss Schüss, zudem befinden sich zwei bestehende Brücken im direkten Umfeld. Der verfügbare Bauraum erlaubte lediglich eine stark begrenzte Logistik mit wenigen Lkw-Anlieferungen pro Tag.

Die koppelbaren UniKit-Träger sorgen für ein uneingeschränktes Lichtraumprofil für den laufenden Verkehr und überspannen bis zu 22 m von Stütze zu Stütze in den jeweiligen Baufeldern. (Bild: Doka) 

Vor diesem Hintergrund entwickelten die Ingenieure von Doka ein detailliertes Schalungs- und Logistikkonzept. Grundlage bildete das Traggerüstsystem UniKit, das aufgrund seiner modularen Bauweise eine flexible Anpassung an die komplexen Randbedingungen ermöglichte. Die Anlieferung von mehr als 700 Tonnen Material wurde für jedes Baufeld exakt terminiert und koordiniert. Pro Tag waren maximal drei Lkw vorgesehen.

Bau unter Verkehr

Die N16 verläuft über rund 84 km durch die Juraketten bis zur französischen Grenze und ist durch zahlreiche Tunnel- und Brückenbauwerke gekennzeichnet. Die Erneuerung der beiden Zufahrten erfolgt im Rahmen der Substanzerhaltung und mit Blick auf einen späteren Ausbau bei laufendem Verkehr. Dies erforderte eine enge Abstimmung zwischen dem ausführenden Bauunternehmen Walo Bertschinger AG und Doka als Schalungspartner.

Die 22 m langen HEB800-Träger lagern auf zwei Lasttürmen 1000 mit 1000 kN Tragkraft pro Stütze. Die großzügigen Konsolbühnen sorgen für die notwendige Sicherheit für die Arbeiter beim Ein- und Ausschalen. (Bild: Doka) 

Große Spannweiten ohne Zwischenunterstützung

Mit dem System UniKit konnten sieben Brückenfelder mit Spannweiten von bis zu 22 m ohne Zwischenunterstützungen realisiert werden. Zum Einsatz kamen HEB800-Längsträger mit hoher Tragfähigkeit. Doka-Projektleiter Stephan Kutmon erläutert:
„Die Tragkraft war ein wichtiger Grund für den Zuschlag. Dank der überbrückbaren Spannweite von 22 m konnten wir auf zusätzliche Stützen in den einzelnen Bauabschnitten verzichten und dem Bauunternehmen so Zeit, Material und auch Kosten sparen. Gleichzeitig sind die Träger schlank genug, dass wir die vorgeschriebene lichte Höhe für die unterquerende Straßen- und Bahnverbindung jederzeit gewährleisten konnten.”

Das UniKit-System gewährleistet die vorgeschriebene lichte Höhe für die Durchfahrten und fungiert sowohl als Traggerüst als auch als Schutztunnel für die darunterliegenden Trassees. (Bild: Doka) 

Modularer Systemeinsatz

Nach Fertigstellung der ersten Brücke wurde das Material vor Ort umkonfiguriert und zunächst für den Rückbau der bestehenden Brücke genutzt, anschließend für den Neubau der zweiten Überführung. Projektleiter Antonio D’Onofrio von der Walo Bertschinger AG erklärt: „Das System ist für jeden einfach zu bedienen und zeitgewinnend. Gerade bei einem Projekt, wo unterschiedliche Objekte gebaut werden müssen, wie hier die zwei Brücken, eignet sich das System dank seiner Flexibilität besonders, da es sich modular umbauen lässt und damit Zeit und Kosten einspart.”

Bei der Koppelfuge wurde das Traggerüst einseitig an den bereits bestehenden Betonierabschnitt aufgehängt. (Bild: Doka) 

Sichere Ausbildung der Bauabschnitte

Das neue Bauwerk ist als Mehrfeldbrücke konzipiert und wird abschnittsweise hergestellt. An den Übergängen zwischen den Betonierabschnitten bestand die Gefahr von Verformungen des Traggerüsts. Christoph Merdian vom Team Traggerüst bei Doka Deutschland beschreibt die Lösung: „Bei dieser Bauweise wird das Brückenfeld nur zu ca. 20 % seiner Länge hergestellt. Dort schließt der nächste Überbau an – und genau hier besteht die Gefahr, dass an diesem Punkt ‚die Schalung aufmacht’.”
Zur Absicherung kam eine Koppelfugenanspannung zum Einsatz. Das Lehrgerüst wurde mit Ankern am bereits hergestellten Betonierabschnitt befestigt und mithilfe von UniKit-1000-Hydraulikpressen vorgespannt.

Digitale Betondruckkontrolle

Ergänzend wurde bei der Herstellung einer Stützmauer das System DokaXact Pressure eingesetzt. Die kabellosen Sensoren überwachten den Frischbetondruck in Echtzeit. Gearbeitet wurde mit vormontierten Top-50-Schalungselementen bei einer Schalungshöhe von 8,00 m und einer Betonierhöhe von 7,50 m. Der gemessene Spitzendruck lag bei rund 50 kN/m². Perspektivisch wird das System in die digitale Plattform Doka 360 integriert.

Der Abschluss der Bauarbeiten ist für 2026 vorgesehen.

Weitere Informationen können per E-Mail an Doka angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

Impressum | Datenschutz © 1997-2025 BauSites GmbH