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8 Hinweise zur Planung und Ausführung von Wohnungstreppen

(14.11.2008) Gerade oder gewendelt, mit Spindel oder Podest, Holz pur oder ein Materialmix, deckend lackiert, transparent lasiert oder nur geölt? Die Wünsche an den modernen Treppenbau sind ebenso vielfältig wie die Fragen zahlreicher Bauherren, wenn es um die Auswahl einer wirklich passenden Treppe geht. Hersteller sind natürlich darauf eingerichtet und bieten eine breite Palette von ansprechendem Treppendesign. Doch so einfach wie der Kauf eines Wohnzimmerschrankes ist die Auswahl der Treppe meistens nicht. Dipl.-Ing. Heinz Lammers, technischer Leiter der Treppenmeister Partnergemeinschaft erklärt, worauf zu achten ist.


Hinweis 1: Primär entscheidend ist immer der Platz, der einer Wohnungstreppe zugewiesen wird. Eine Treppenraumfläche von unter drei Quadratmetern weist meist auf eine sehr kleine und somit auch steile Treppe hin.

Hinweis 2: Größtenteils werden Treppen heute viertel- oder halbgewendelt geplant, drehen sich also von der Antrittsstufe bis zum Austritt um 90 oder 180 Grad. Eine wirklich bequem begehbare Treppe mit einer nutzbaren Laufbreite von 90 bis 100 cm beginnt ab circa 3,5 Quadratmetern.

Das Steigungsverhältnis verschiedener Treppen

Je flacher der Winkel, desto bequemer und sicherer wird eine Treppe, wobei zwischen 22 bis 45° immer gilt: Zweifache Steigung plus ein Auftritt =59 bis 65 cm Schrittmaß. Quelle: Treppen-ABC (Bild vergrößern)

Hinweis 3: Entscheidend ist die Bauweise der Treppe, also ...

  • klassisch mit Wandwange oder
  • offen wirkend, wobei hier die Stufen nur mit schallmindernder Bautechnik direkt in der Wand verankert werden sollte.

Hinweis 4: Ob Treppenbauart und Geländer stabil genug sind - Fachleute sprechen hier von der Verkehrsbelastung, darüber gibt der bauaufsichtliche Standsicherheitsnachweis Auskunft. Ihm liegt die DIN 1055 zugrunde (Lastenannahme für Bauten, Verkehrslasten). Demnach muss ...

  • eine Wohnungstreppe pro Quadtratmeter Grundrissfläche 300 kg aufnehmen und
  • das Geländer pro Laufmeter 50 kg Seitendruck in Handlaufhöhe standhalten.

Hinweis 5: Alle Treppenkonstruktionen benötigen einen entsprechenden Nachweis ihrer Standsicherheit in Form einer bauaufsichtlichen Zulassung, der für viele Bauprodukte inzwischen europaweit vereinheitlicht wurde, seit 2006 auch für Wohnungstreppen. Treppenmeister-Partner beispielsweise fertigen alle Treppen nach der so genannten "Europäische Technische Zulassung", die Treppenmeister seinerzeit als erstem Unternehmen erteilt worden ist.

Hinweis 6: Mit der "Europäischen Bauprodukten-Richtlinie" hat die EU ein Verfahren ermöglicht, mit dem Verbraucher Sicherheit und Qualität eines Produktes besser kontrollieren können. Allerdings sollte diese Kontrolle immer im Zusammenhang mit den regionalen Bau-Vorschriften geschehen werden, denn eine europäische Zulassung bedeutet noch lange nicht, dass die Treppen den hierzulande geltenden Regeln entsprechen müssen - darüber geben die Kennwerte des Zeugnisses Auskunft.

Hinweis 7: Von diesem Nachweis ausgenommen sind lediglich die so genannten "handwerklichen Holztreppen", deren Stabilität man seit Jahrhunderten kennt - gemeint sind gestemmte und teilweise auch  aufgesattelte Wangentreppen. Vorausgesetzt, die Konstruktionen entsprechen den Regeln der Handwerksverbände des Zimmerer- und Tischlerhandwerks.

Hinweis 8: Bauherren kann nur geraten werden, sich vor der Entscheidung in einem Treppen-Studio nicht nur die verschiedenen Varianten anzusehen und zu begehen, sondern sich auch ausführlich bezüglich der Normen und Vorschriften von einem Treppen-Fachmann beraten zu lassen.


Neben allen sicherheits- und bequemlichkeitsrelevanten Aspekten zählt natürlich zu den wichtigsten Auswahlkriterien das Design. Beginnend bei der Holzsorte: für Treppen sollten grundsätzlich Harthölzer ausgesucht werden. Variantenreichtum entsteht bei jeder Treppe vor allem durch unterschiedliche Geländerausführungen und durch attraktive Lasur- beziehungsweise Farbanstriche. Beim Geländer wird viel mit Edelstahl oder Glas kombiniert. Wird Farbe gewünscht, so stehen derzeit dunkel getönte Lasuranstriche in Trend. Naturbelassene Holztöne sind jedoch nach wie vor die Favoriten. Anstriche auf ökologischer Basis (ölen, wachsen) kommen außerdem immer öfters zum Zuge.

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