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Kein Platz für Leckagen: Abdichtung zwischen Klimazentrale und historischen Schätzen

(11.7.2012) Ausstellungsräume in Museen richtig zu temperie­ren oder sogar eine objektbezogene Luftfeuchtigkeitsanpas­sung zu gewährleisten, ist schon fast eine Wissenschaft für sich. Abhängig von Alter und Beschaffenheit benötigen die Exponate ein spezielles und vor allem konstantes Raumklima, um den Sammlungsbestand zu sichern und zu erhalten. Die Feuchtigkeitssensibilisierung der Objekte hängt hauptsächlich vom Werkstoff ab. Holz fordert beispielsweise eine höhere Luftfeuchtigkeit als Metall oder Papier. Je größer und histo­risch bedeutender der Bestand eines Museums ist, desto auf­wändiger sind auch die Klimazentralen konzipiert, mit denen die Gebäude ausgestattet sind.

Eines der ältesten Museen Deutschlands

Das LVR-LandesMuseum Bonn, das Rheinische Landesmuseum für Archäologie, Kunst- und Kulturgeschichte, ist nicht nur das größte Museum des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR). Das 1820 als Museum Rheinisch-Westfälischer Alterthümer in Bonn gegründete Haus gehört auch zu den ältesten Museen Deutschlands. Der Bau wurde im Laufe der Zeit immer wieder erweitert und umgebaut. Die letzte Neueröffnung als Themenhaus (siehe Bild rechts oben, Bing-Maps und/oder Google-Maps) fand 2003 statt.

In drei räumlich getrennten, dachseitigen Klimazentralen ist die Technik unterge­bracht, die die Räume konstant auf 20°C und 50% Luftfeuchtigkeit temperiert. Für die 6000 m² Dauer- und Wechselausstellungsflächen stehen zwei redundante Systeme bereit, die stündlich 100.000 cm³ Luft umwälzen und in der Lage sind, 15 unterschied­liche Klimazonen individuell zu regeln. Um zu verhindern, dass im Falle von Leckagen an den Klimageräten oder bei Reinigungs- und Wartungsarbeiten austretendes Wasser durch die Geschossdecken in die darunter liegenden Ausstellungsräume gelangen kann, wurden die Bodenflächen der Klimazentralen im November / Dezember 2011 mit Kemperol-Flüssigabdichtung neu abgedichtet.

Fachliches Können, wirtschaftliche Lösung

Die Flüssigabdichtung basiert auf Reaktionsharzen. Durch eine chemische Reaktion härtet das Material nach dem Abbinden zu einer dauerelastischen, rissüberbrückenden Abdichtung aus und verbindet sich während der Aushärtungsphase vollflächig mit dem Untergrund. Im Falle einer Leckage ist Hinterläufigkeit somit ausgeschlossen. Austretende Feuchtigkeit sammelt sich auf der Abdichtungsoberfläche, verdunstet, wird abgesaugt oder fließt über einen Notabfluss ab.

Flüssig zu verarbeitende Materialien werden ‚kalt‘, also ohne Einsatz einer offenen Flamme, verarbeitet und passen sich jeder Untergrundgeometrie an. Detaileinbindungen sind im Vergleich zu konventionellen Produkten technisch einfacher auszuführen. Auch niedrige Aufbauhöhen stellen in der Regel kein Problem dar.

Geschützte Exponate vliesarmiert

Ein Hauptkriterium einer Flüssigabdichtung ist ihre vollflächige Haftung auf dem Unter-grund. Die richtige Untergrundvorbehandlung gilt als eine wesentliche Bedingung für eine dauerhaft funktionsfähige Abdichtung. Betonuntergründe wie im Bonner Museum müssen sauber, trocken und frei von haftmindernden Stoffen sein. Auf den so präpa-rierten Beton wurde zunächst eine Kemperdur EP-Grundierung aufgebracht, um den Haftverbund sicherzustellen. Anschließend wurde Kemperol im standardisierten Drei­schrittverfahren verlegt: Die erste Schicht wird vorgelegt, das Armierungsvlies blasen-frei eingebettet und mit einer zweiten Schicht satt überarbeitet.

Kemperol Abdichtungen sind immer vliesarmiert. Das Vlies erfüllt mehrere Auf­gaben. Es erhöht die Reißfestigkeit, ermöglicht eine sichere Rissüberbrückung und be­schränkt die Dehnung. Flüssigkunststoffe ohne Vlieseinlage gelten als Beschich­tungen und erfüllen qualitativ andere Anforderungen.

An den Seitenwänden, den Betonsockeln der Klimaanlagen sowie an allen Aufkantungen und Durchdringungen wurde die fugenlose Abdichtung so weit wie möglich hochgezogen. Aus dieser „Wannenkonstruktion“ kann das Wasser im Schadensfall über einen Notablauf abfließen (Bild rechts).

Die ausgehärtete Oberfläche ist mechanisch belastbar und für Wartungszwecke begehbar. Die Klimazentralen werden nur von Technikern betreten, deshalb war eine zusätzliche verschleiß­feste Nutzschicht technisch nicht erforderlich.

Weitere Informationen zu Flüssigabdichtungen können per E-Mail an Kemper System angefordert werden.

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