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Kastulus Bader gibt nach 36 Jahren Unipor-Vorsitz ab, Anton Hörl wird sein Nachfolger

(18.11.2012) Ende einer Ära: Nach 36 Jahren hat Kastulus Bader (72) am 9. November seinen Posten als Vorstandsvor­sitzender der Unipor-Ziegel-Gruppe abgegeben. Zu seinem Nachfolger bestimmten die selbstständigen Unipor-Mitglieds­werke den Dachauer Ziegelunternehmer Anton Hörl (60).

1976 kam in München - im Hotel „Deutscher Kaiser“ - eine Gruppe mittelständischer Ziegelhersteller zusammen, die sich nach anfänglicher Verzögerung schließlich den Namen „Unipor“ gab. Von Anfang an mit dabei war der Ingenieur und Unterneh­mer Kastulus Bader, der seitdem ohne Unterbrechung das Amt des Vorstandsvorsitzenden der Unipor-Ziegel-Gruppe ausübte. Und das mit Erfolg: Dank zahlreicher Produkt-Entwicklungen verfügt der mittelständisch geprägte Unternehmensverbund inzwischen im Bereich Mauerziegel über einen bundesweiten Marktanteil von nicht weniger als 25 Prozent. Rund jeder zehn­te Neubau in Deutschland wird aus Unipor-Mauerziegeln errichtet. „Unipor wird bei Architekten, Bauunternehmern und Fachplanern schon seit langem als ‚Qualitätsmarke‘ wahrgenommen“, erklärte Kastulus Bader während seiner Abschiedsrede.

Als Gründungsmitglied hat er lange zum Erfolg der Unipor-Gruppe beigetragen. „In sei­ner Funktion als Vorstandsvorsitzender hat Kastulus Bader über drei Jahrzehnte das Bild und den Kurs unseres mittelständischen Unternehmensverbundes nachhaltig ge­prägt. Er gilt als ökologischer und ökonomischer Vordenker in der gesamten deutschen Ziegelindustrie“, erklärt sein gewählter Nachfolger Anton Hörl, Geschäftsführer des Unternehmens Hörl & Hartmann Ziegeltechnik (Dachau). „Wir danken unserem langjäh­rigen Vorsitzenden für seinen hohen Einsatz und das viele Herzblut, das er in unser gemeinsames Projekt investiert hat und wünschen ihm für die nächsten Jahre alles Gute im Kreise seiner Familie.“

Erfolg durch ständige Innovation

Als Unipor-Vorstand war Kastulus Bader auch maßgeblich an der Einführung der hochwärmedämmenden „Coriso-Mauerzie­gel“ im Jahr 2007 beteiligt - siehe auch Baulinks-Beitrag „Ent­hüllung in Orange: Neuer 0,08er Unipor mit Mineral-Granulaten gefüllt“ vom 12.1.2007. Diese massiven Mauerziegel sind in ih­ren Lochkammern mit einer rein mineralischen Dämmstoff-Fül­lung aus natürlichem Basaltgestein versehen. Damit erhöhen sie nicht nur die Wärmedämmung des massiven Mauerwerks, sondern verbessern auch den bereits hohen Schallschutz des traditionellen Mauerziegels nochmal erheblich. Zudem verfügen Coriso-Mauerziegel über einen hervorragenden Feuerwider­stand, was kürzlich auch durch zwei Brandwand-Zulassungen vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt., Berlin) belegt wurde.

Als langjähriges Mitglied der Unipor-Ziegel-Gruppe war das von Kastulus Bader geleite­te Familienunternehmen Leipfinger-Bader (Vatersdorf) in hohem Maße an der erfolgrei­chen Weiterentwicklung des Mauerziegel-Sortiments von Unipor beteiligt und nahm als eines der ersten Mitglieder Coriso-Mauerziegel ins Produktprogramm auf - siehe Beitrag „Coriso-Mauerziegel-Produktion gestartet“ vom 21.9.2007.

Geschichte, die bewegt und weiterlebt

Kastulus Bader blickt insgesamt auf eine lange Karriere in der Ziegelindustrie zurück: Bereits 1963, im Alter von 23 Jahren, begann er als junger Ingenieur im elterlichen Be­trieb zu arbeiten und entwickelte diesen fortan konsequent weiter. Zehn Jahre später, im Jahr 1973, wurde ihm schließlich die Leitung der Ziegelwerke Leipfinger-Bader in vierter Familien-Generation übertragen. Unter der Führung von Kastulus Bader fand 1983 auch die Akquisition des traditionsreichen Ziegelwerkes der J.J. Deplatz KG in Mainburg-Puttenhausen statt, das seitdem als zweiter Standort zur Leipfinger-Bader KG gehört. Nach 48 Jahren im Betrieb - davon 38 Jahre als Firmenchef - hat Kastulus Bader im letzten Jahr die operative Leitung des Unternehmens an seinen Sohn Thomas Bader (38) übergeben.


Ein Bild aus den Anfangsjahren bei Unipor: Kastulus Bader bei einer Fachveranstaltung. (Bild vergrößern)

Neben seinen Aktivitäten für die Unipor-Ziegel-Gruppe und die Leipfinger-Bader-Werke war Kastulus Bader noch in zahlreichen anderen Organisationen ehrenamtlich aktiv. Dazu zählen beispielsweise seine Tätigkeiten als ...

Im Rahmen dieser ehrenamtlichen Tätigkeiten setzte er sich vor allem für die Interes­sen der mittelständisch geprägten Familien-Unternehmen in der deutschen Baustoffin­dustrie ein. „Kastulus Bader gelang es dabei stets, Aufmerksamkeit und Sympathie für die Anliegen unseres Berufsstandes zu wecken - und zwar in Politik, Wissenschaft und breiter Fach-Öffentlichkeit“, so Anton Hörl.

Vielfach ausgezeichnet und geehrt

In der Vergangenheit wurde Bader für sein unternehmerisches und ökologisches Wir­ken mehrfach geehrt: in den 90er Jahren mit dem „Bundesverdienstkreuz am Bande“ sowie der „Bayerischen Umweltmedaille“ und 2003 mit der „Bayerischen Staatsmedail­le“ für seine Verdienste um die heimische Wirtschaft. Auf Vorschlag des Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) wurde ihm 2011 vom Bundespräsidenten auch das „Bundesverdienstkreuz 1. Klasse“ verliehen.

Neben seinen beruflichen Aktivitäten liegt Kastulus Bader auch seine Heimat rund um die Gemeinden in Buch am Erlbach (Region Landshut) sowie Mainburg-Puttenhausen (Landkreis Kelheim) besonders am Herzen. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Elfriede Ba­der-Nusser gründete er 2010 die „Kastulus-Bader-Stiftung“ die sich der Förderung gemeinnütziger und kirchlicher Projekte widmet und sich bis heute erfolgreich um die sozialen Belange der beiden Gemeinden kümmert. Die Organisation unterstützt dabei zahlreiche Projekte in der Region mit Sach- und Geldspenden.

Einstimmigkeit und Konstanz in der Nachfolge

Anton Hörl, Hörl & Hartmann -Werke
Anton Hörl (Bild vergrößern)
  
Rudolf Bax, Geschäftsführer des Klinker- und Ziegelwerkes Franz Wenzel
Rudolf Bax (Bild vergrößern)
  

Auf der turnusgemäßen Unipor-Mitgliederversammlung am 9. November in Landshut wählten die anwesenden Unternehmen Anton Hörl einstimmig zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Der 60jährige Dachauer ist ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt in der deutschen Wandbaustoff-Industrie: Die von ihm geleiteten Hörl & Hartmann -Werke in Dachau (Region München) und Gersthofen (Region Augsburg) zählen zu den größten und mo­dernsten Ziegelwerken in Deutschland - und sind ebenfalls seit Generationen familiengeführt. Zudem ist Hörl amtierender Vor­sitzender des Bayerischen Ziegelindustrieverbandes (BZV). „Die Wahl Anton Hörls stellt somit auch zukünftig die konsequente Ausrichtung der Unipor-Ziegel-Gruppe als mittelständisch ge­prägter und hoch innovativer Unternehmensverbund sicher“, erklärt Unipor-Geschäftsführer Dr. Thomas Fehlhaber.

Der Posten des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden bei Unipor wurde auch neu besetzt: Rudolf Bax (51), Geschäfts­führer des Klinker- und Ziegelwerkes Franz Wenzel (Hainburg, Hessen), wurde von den Mitgliedswerken ebenfalls einstimmig in dieses Amt gewählt. Er folgt damit auf Kunibert Gerij (63) von den Baustoffwerken Hüning (Olfen, NRW), der den stell­vertretenden Vorsitz lange Jahre innehatte und jetzt einem jüngeren Fachmann das Feld überlassen wollte.

„Wir danken Kunibert Gerij für sein unermüdliches Engagement in Sachen Ziegel und Unipor, insbesondere für seine ehrenamt­liche Normungs- und Lobbyarbeit in Berlin und Brüssel. Da er unserer Branche auch weiterhin erhalten bleibt – als Interes­senvertreter der deutschen Wohnungswirtschaft – freuen wir uns auf die künftige Zusammenarbeit mit ihm“, erklärt der neue Unipor-Vorsitzende Anton Hörl.


v.l.n.r.: Kunibert Gerij, Kastulus Bader, Anton Hörl, Thomas Bader (Aufsichtsrat), Dr. Thomas Fehlhaber (Geschäftsführer) (Bild vergrößern)

Mit der Neubesetzung der Vorstandsspitze schließt die Unipor-Ziegel-Gruppe einen Ge­nerationenwechsel auf der Führungsebene ab, der bereits seit längerer Zeit geplant ist. „Die von den selbstständigen Mitgliedswerken getroffene Nachfolge-Regelung gewährleistet mit den gewählten Personen ein hohes Maß an Branchenkenntnis und Fachkompetenz an unserer Spitze. Besser hätten wir es nicht machen können“, so Geschäftsführer Dr. Thomas Fehlhaber.

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