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Bundesarchitektenkammer e.V.: Starke öffentliche Bauherrn gefragt

(20.11.2001) Für die Qualität öffentlicher Bauten ist ein verantwortungsvoller Bauherr unabdingbar, so das gemeinsame Fazit des zweiten Architekturgesprächs im Reichstagsgebäude am 15. November 2001. Zum Thema "Möglichkeiten und Grenzen des Bauherrn Demokratie" hatten der Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen Kurt Bodewig und der Präsident der Bundesarchitektenkammer (BAK) Peter Conradi geladen.

Kurt Bodewig eröffnete das Gespräch mit einem Bekenntnis zur baukulturellen Verantwortung und zur Vorbildfunktion des öffentlichen Bauherrn. Als Beispiel nannte er die Regierungsbauten in Berlin. Außerdem hob Bodewig die Verpflichtung der Bauverwaltungen hervor, bei allen geeigneten Bundeshochbauten grundsätzlich offene Wettbewerbe vorzusehen. Der Minister wies auch auf den vom Bund erarbeiteten Leitfaden nachhaltiges Bauen hin, der die Finanzbaufachverwaltungen der Länder verpflichtet, die über den Lebenszyklus des Gebäudes mitlaufenden Betriebs- und Nutzungskosten einzukalkulieren.

Die Architektin Dörte Gatermann (Köln) und der Architekt Stefan Behnisch (Stuttgart) betonten, dass es viele unterschiedliche öffentliche Bauherren gebe. Gatermann forderte starke Bauherrn mit dem Willen zur Qualität. Entscheidend sei "eine tragende Person über die Zeit", so Gatermann wörtlich. Die Realität sehe jedoch häufig anders aus: "Eine Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Bauherrn ist oft nicht möglich. Es gibt zu viele Gremien. Einer versteckt sich hinter dem anderen." Gatermann forderte außerdem eine stärkere Beachtung technischer Bauten.

Am Beispiel des Olympiaparks München unterstrich Stefan Behnisch, dass "das Wagnis architektonischer Abenteuer" nur mit einem Bauherrn gelingen könne, der solche Projekte politisch trage. Behnisch kritisierte die ausgeprägte Tendenz zur Scheinprivatisierung: "Mir erscheint, als würden von öffentlicher Seite alle Anstrengungen unternommen, selbstgeschaffene Regularien zum Schutz des Bauens zu umschiffen, zu umgehen und zu vermeiden." Als Beispiel nannte er die Erstellung und Finanzierung öffentlicher Bauten oder von Bauten mit öffentlicher Nutzung durch Investoren. Über den Umweg "pseudoprivatisierter öffentlicher Gesellschaften" würden "alle qualitätssichernden Aspekte ausgehebelt".

In der abschließenden Diskussion verwies Kurt Bodewig auf die gemeinsame Initiative "Architektur und Baukultur", die wesentlich das Ziel habe, für Qualitätsbewusstsein zu werben und den Dialog darüber aufzunehmen. Der Minister dankte dem BAK-Präsidenten: "Ohne Sie, Peter Conradi, wäre eine solche Initiative nicht möglich."

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