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The True Cost of Solar Power: „Solarkonzerne werden sinkende Kosten nicht an Kunden weitergeben“

(16.4.2007) Solarstrom wird ab 2010 z.B. in Süddeutschland für 15 Cent und in Kalifornien für 11 Cent pro kWh produziert werden können. Branchenführer werden Solarstrom in Spanien sogar für 8 Cent/kWh herstellen, was den Stromgestehungskosten aus neuen Braunkohlekraftwerken entspricht. Also könnten sich schon bald sehr große Märkte für Solarenergie ergeben - dies sind einige der Ergebnisse einer internationalen Studie von PHOTON Consulting, welche Anfang April vorgestellt und deren Stichhaltigkeit von Vorständen großer Solarunternehmen bestätigt wurde. Voraussichtlich wird die Solarbranche die sinkenden Kosten allerdings auch weiterhin nicht automatisch an die Kunden weitergeben.


Bild aus dem Beitrag "Neues Nachführsystem für bis zu 60m² große Solarmodule" vom 1.8.2006

2006 kostete die Produktion von Solarstrom aus einer üblichen 4-Kilowatt-Dachanlage in Süddeutschland 24 Cent/kWh, in Kalifornien 18 Cent und in Spanien 15 Cent. Die Herstellungskosten einschließlich der Installation der Anlage lagen bei 2.880 Euro je kW, bei besonders effizienten Produzenten auch bei 2.400 Euro. Bis zum Jahr 2010 werden sie auf 2.083 Euro fallen. Die Analysten der Studie „The True Cost of Solar Power“ sind dabei von Solarkonzernen ausgegangen, welche die komplette Wertschöpfungskette in sich vereinen - von der Silizium-, Zell- und Modulproduktion bis zum Betrieb des Solarkraftwerks in Eigenregie. Als Beispiele für solche Konzerne, nennt die Studie 13 Unternehmen, darunter die amerikanische Sunpower Corp., die deutsche Solarworld AG und die chinesische Suntech Power Co. Ltd.

Solarstrom stand lange in dem Ruf, eine besonders teure Energiequelle zu sein. Hierbei wurden allerdings nur die Preise der Anlagen und die im Vergleich mit anderen erneuerbaren Energien sehr hohen Förderbeträge pro Kilowatt installierter Leistung bzw. die Einspeisevergütungen betrachtet. Demnach beträgt der Einspeisetarif 2007 hierzulande für Solarstrom für eine neue 4-KW-Dachanlage 49,21 Cent/kWh. Anlagen kosten aktuell in Deutschland rund 4.600 Euro/kW. Für die Wettbewerbsfähigkeit entscheidend sind allerdings nicht die Verkaufspreise der Anlagen oder die Einspeisevergütung, sondern deren Kosten für Herstellung und Installation. Sobald die Herstellungskosten für Solarstrom unter die von Kohlestrom fallen, wird es für Stromproduzenten lukrativer, in die Produktion und den Betrieb von Solaranlagen einzusteigen, statt z.B. neue Kohlekraftwerke zu bauen. Bei Betrachtung allein der Kostenseite könnte Solarstrom bereits im Jahr 2010 in 50% der OECD-Länder unter dem dortigen Strompreis liegen und damit einen Markt von rund 1.500 Gigawatt erreichen.

Für Hauseigentümer, welche eine Solaranlage kaufen möchten, ergeben sich durch Kostensenkungen in der Produktion aber nicht zwingend Vorteile. Michael Rogol, Autor der Studie: „Die Preise für Solarstrom haben sich im Jahr 2004 von den Kosten abgekoppelt. Weil die Nachfrage weitaus größer ist als das Angebot, werden Kostensenkungen nicht mehr automatisch an die Kunden weitergegeben. Diese Situation dürfte noch mehrere Jahre so bleiben.“ So hat eine Anfang 2007 durchgeführte Markterhebung der Fachzeitschrift PHOTON ergeben, dass die Preise für Solarstromanlagen in Deutschland heute so hoch sind wie im Jahr 2004. Sie seien zwar in den letzen Monaten deutlich zurückgegangen, doch insgesamt betrachtet von 2004 bis 2007 nicht gesunken.

2006 wurden gemäß einer Marktanalyse von PHOTON weltweit Solarzellen mit einer Leistung von 2.536 MW hergestellt. 36% davon stammten aus japanischer, 20% aus deutscher und 15% aus chinesischer Produktion. Nach einer ersten Erhebung wurden mit rund 1.150 MW knapp die Hälfte aller weltweit hergestellten Solarstromanlagen auf deutschen Dächern und Freiflächen installiert.

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