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BG BAU sieht Impulse für den Arbeitsschutz durch neue Technologien

Karl-Heinz Noetel, Leiter des Fachausschusses (5.10.2009) "Der regelmäßige Einsatz fortgeschrittener Technologie wie RFID wird auf deutschen Baustellen in absehbarer Zeit keine Zukunftsvision mehr sein. Eine rasante Entwicklung gibt es besonders im Bereich der Persönlichen Schutzausrüstung", sagte Karl-Heinz Noetel, Leiter des Fachausschusses "Persönliche Schutzausrüstung (PSA)" der BG BAU, auf der Jahrestagung des Arbeitskreises Baufachpresse e.V. am 3. Oktober 2009 in Dresden. Zudem versprechen neue Instrumente wie das Arbeitsschutz-Managementsystem AMS BAU den Unternehmen wirksame Unterstützung. In diesem Zusammenhang sei für eine moderne Baustelle aus Sicht der BG BAU kennzeichnend, wenn die Akteure, also Bauherr, beteiligte Unternehmer und Arbeitnehmer den Arbeitsschutz gemeinsam planen, organisieren und durchführen.

RFID erkennt notwendige persönliche Schutzausrüstung

"In Zukunft könnte die Arbeit auf Baustellen mit Unterstützung moderner Technik sicherer werden. Ein Schlüsselbegriff ist die Radio Frequenz Identifizierung (RFID), ein System, das die Identität eines Objektes oder einer Person drahtlos per Funkwellen übermittelt", sagte Noetel. Notwendig sind eine RFID-Antenne, ein RFID-Lesegerät und ein PC zur Datenverarbeitung. Ein Forschungsprojekt der Bergischen Universität Wuppertal habe für den Einsatz der PSA eine neue Software entwickelt. Diese prüfe anhand hinterlegter Profile die Vollständigkeit der Schutzausrüstung, wie Helm, Gehörschutz, Fußschutz, Sicherheitsgeschirr und Handschuhe direkt am Menschen. Noetel: "Die Beschäftigten gehen durch ein Portal. Dort leuchtet ein Bildschirm je nach Prüfungsergebnis rot oder grün. Auf die Baustelle darf nur, wer richtig geschützt ist". (siehe z.B. auch Charts zum Vortrag "PSA mit RFID - Eine Zukunftsidee?" von Prof. Dr.-Ing. Manfred Helmus bei der VI. Internationalen PSA-Konferenz.)

Leuchtende Schutzhelme

Ein weiteres Beispiel für Innovationen bei PSA sei ein selbst leuchtender Schutzhelm, der die Sichtbarkeit der Beschäftigten bei schlechten Sichtverhältnissen, zum Beispiel im Tunnelbau, erhöht. Der Helm gemäß DIN EN 397 sei aus einer speziellen Granulatmischung gefertigt. Bei einer 20 Sekunden dauernden Lichtbestrahlung an einer dezentralen Aufladestation erreiche er eine Nachleuchtdauer von etwa zwölf Stunden. Bei einem ebenfalls neu entwickelten Helm könne abgelesen werden, wie weit der Alterungsprozess des Materials fortgeschritten ist und wann ein neuer Helm fällig wird. Ein UV-Indikator messe Dauer und Intensität der Sonnenstrahlen, ist der Messpunkt rot gefärbt, müsse der Helm ausgetauscht werden. Das Problem, so Noetel: "Nach den Erfahrungen der Praktiker werden Helme häufig noch nach Ablauf ihrer Lebenszyklen getragen. Das erhöht die Verletzungsgefahr bei Unfällen. Das Kunststoffmaterial wird bei Arbeiten im Freien von der Sonneneinstrahlung spröde, da dem Kunststoff durch die UV-Strahlen die Weichmacher entzogen werden. Abhilfe schafft ein zeitiger Austausch".

Arbeitsschutz-Managementsystem AMS BAU

Als Beispiel für zukunftsweisende Instrumente zur Einbeziehung des Arbeitsschutzes in die betriebliche Organisation nannte Karl-Heinz Noetel das Managementsystem AMS-BAU: "Damit unterstützt die BG BAU gerade kleine und mittlere Betriebe. Sie erhalten auf die jeweiligen Bedingungen zugeschnittene Lösungen und werden in die Lage versetzt, den Arbeitsschutz in die Entscheidungsprozesse und in die Organisation zu integrieren". Damit habe die Berufsgenossenschaft eine Lücke geschlossen. Bei diesem System für den betrieblichen Arbeitsschutz würden erstmals auch schwierigste Randbedingungen der Bauwirtschaft berücksichtigt: Ständig wechselnde Arbeitsplätze, Witterungsbedingungen oder die besonderen Vertragsformen. Bei der Entwicklung von AMS BAU untersuchen die Experten der BG BAU vor allem die personellen, wirtschaftlichen und organisatorischen Betriebsabläufe. Bis Anfang September 2009 sind von der BG BAU 340 Betriebe begutachtet worden - siehe auch bgbau.de/d/ams_bau.

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