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Schaumglas bietet neue Optionen bei Metalldachkonstruktionen

(28.10.2019) Metalldächer werden heutzutage gerne als unbelüftete Warmdächer ausgeführt. Hierbei wiegen allerdings bauphysikalische Aspekte schwerer als beim belüfteten Kaltdach. Denn das Warmdach muss anders als das Kaltdach diffusionsdicht sein. Ist dies nicht der Fall, sind Feuchteschäden und ein beeinträchtigter Wärmeschutz die Folge.

Neue Möglichkeiten bei der Metalldachausführung mit dem Foamglas-Metalldachsystem (Foto © Hoffmann-Janz Architekten) 

Bauphysikalische Sicherheit bei Warmdächern verspricht das Foamglas-Metall­dach­system. Die Dämmplatte aus Schaumglas kombiniert materialgegebene Wasser- und Dampfdichtheit mit einer konstanten Wärmdämmwirkung mit einem λD-Wert von 0,041 W/mK. Zudem können nach den Fachregeln des Klempnerhandwerks Titanzink, Aluminium, Kupfer und Edelstahl auf Foamglas verarbeitet werden. Auch Architektendächer mit unterschiedlichen geometrischen Formen sind realisierbar.

  
Foamglas-Metall­dach­system

  
1) Betonuntergrund mit Voranstrich
2) Verklebung in Heißbitumen
3) Foamglas Platten
4) Heißbitumendeckabstrich
5) Krallenplatte
6) Trennlage (Bitumenschweißbahn)
7) Befestigungshaften
8) Metalldeckung
  
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Das Foamglas-Metalldach unterscheidet sich von einem konventionellen System nicht nur durch den Wegfall der Dampfsperre, sondern auch in der Befestigung der Metalleindeckung. Im traditionellen Warmdach mit Mineralfaser- oder Hartschaumdämmung wird die gefalzte Metalleindeckung mittels Verbindern bzw. Distanzprofilen in der tragenden Konstruktion befestigt. Die dadurch entstehenden Unterbrechungen in der Dämmschicht sowie Perforierungen der Dampfsperre führen zu Wärmebrücken. Ein Durchfeuchten der Dämmung oder die Korrosion der Befestigungsmittel sind dabei nicht ausgeschlossen. Die Montage der Metalleindeckung innerhalb des Foamglas-Warmdachs erfolgt hingegen über Krallenplatten in der Dämmschicht. Durch den Wegfall einer durchgehenden mechanischen Befestigung ist diese Konstruktion wärmebrückenfrei.

Der Untergrund des Systems kann variabel aus Trapezblech, Holz oder Beton bestehen. Bei Beton ist zunächst ein Voranstrich, bei Holz eine Behelfsabdichtung erforderlich. Die Foamglas-Dämmplatten werden dann mit Heißbitumen bzw. Bitumenkaltkleber vollflächig und -fugig auf der Tragkonstruktion verklebt:

Im Anschluss wird ein Heißbitumendeckabstrich auf die Dämmschicht aufgebracht. Im regelmäßigen Abstand werden die Krallenplatten in die Dämmschicht gesetzt. Durch Anflämmen des Deckbitumens unterhalb der Krallenplatte verflüssigt sich die Masse, so dass eine kraftschlüssige und auszugsfeste Haftung der Befestigung beim Andrücken entsteht. Anschließend wird eine Bitumenabdichtungsbahn abschnittsweise und Stoß an Stoß aufgeschweißt. Durch diese hindurch erfolgt die Verschraubung der Haften für die Metalleindeckung. Im letzten Schritt werden die Metallbleche als oberer Abschluss des Dachpakets montiert. Die Anzahl der Befestigungspunkte ist in der Fläche sowie im Rand- und Eckbereich an die Gebäudehöhe anzupassen.

Das Einarbeiten der Krallenplatten in die Dämmung erfolgt durch Anflämmen und Eindrücken. 

Die von Pittsburgh Corning entwickelten Krallenplatten haben ein Format von 15 mal 15 cm und sind in verzinktem Stahl oder auf Anfrage in Kupfer oder Edelstahl erhältlich. An zwei Seiten verfügen sie über Krallenkränze. Ihre Windlast-Auszugsfestigkeit ist nach UEATC geprüft und übertrifft mit einem Wert von ≥ 400 N pro Befestigungspunkt die Anforderung der Klempnerrichtlinie. Hinsichtlich ihres Korrosionsverhaltens ist die Krallenplatte unbedenklich und für alle Arten von Metalleindeckungen geeignet, wie ein Gutachten des Materialprüfungsamtes in Dortmund (MPA NRW) bestätigt.

Weitere Informationen zum Foamglas-Metalldach können per E-Mail an Foamglas angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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