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Zeitgenössische Klinkerfassade für nachbarschaftliches Wohnquartier in Nürnberg

(15.11.2019) Für die meisten Nürnberger war die Fläche zwischen der Straßenbahn-Wendeschleife und dem Ortsrand St. Johannis lange Zeit ein weißer Fleck. Doch das hat sich mit dem neuen Wohnquartier St. Johannis geändert. Benannt nach dem gleichnamigen Viertel, beherbergt es nun nach zweijähriger Bauzeit 74 Mietwohnungen sowie eine integrative Kinderkrippe, ein Kundencenter der Wohnungsgesellschaft und einen sozialen Treffpunkt - eingehüllt in eine Klinkerfassade von Gima.

alle Fotos © Alexander Bernhard 


  

Am westlichen Stadteingang von Nürnberg, wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt, bildet die Gebäudehülle von St. Johannis im Westen, Norden und Osten einen städtischen „Rücken“, der die offenere Südseite mit ihren Freibereichen vor Schallemissionen schützt (siehe Google-Maps). Verglaste Balkone sowie ein Relief aus leicht in der Tiefe versetzten, unterschiedlich großen Fensterrahmen lockern die Blockstruktur auf.

Entworfen wurde das St. Johannis Quartier von Christian Kern und Tom Repper vom Münchner Architekturbüro Blauwerk im Auftrag der Wohnungsbaugesellschaft wbg. Für die Fassadengestaltung des sechsgeschossigen Ensembles wählten sie Klinker in einem individuell entwickelten Farbton in Beige-Grau, der sich ideal u.a. den Glasfaserbetonprofilen an Fensterbänken und Attica anpasst. Auch die Mischsortierung aus Erbusco FK und Ebella FK sorgt für eine lebhafte Außenhülle und spiegelt dabei die heterogene Bewohnerschaft des Hauses wider: „Die Fassade ist in ihrer Materialität und Reliefstruktur eigenständig und durch ihre Qualität gestalterisch nachhaltig. Sie trägt zur Identifikation der Bewohner mit Ihrem Gebäude und dem Viertel bei“, beschreibt Architekt Christian Kern.

Wohn- und Lebensraum für alle Bevölkerungsgruppen

18 der insgesamt 74 Wohneinheiten werden einkommensorientiert gefördert. Im Rahmen der Wettbewerbsauslobung war aber nicht nur eine soziale Infrastruktur verlangt, auch ein hoher energetischer Standard und die Nachhaltigkeit des Baumaterials standen auf der ToDo-Liste.

Auf dem Dach des Gebäudekomplexes wurde daher eine Photovoltaikanlage installiert, die das wbg-Kundencenter im Erdgeschoss mit einem Energiebedarf von 86,97 kWh/m²a versorgt. Der Klinker wiederum basiert auf natürlichen Rohstoffen aus der Region. Hinzu kommt, dass die Fassade ganz ohne künstlichen Farbauftrag auskommt und auch auf Biozide verzichtet werden kann - siehe auch Algen, Moose und Pilze im Fassaden Magazin.

Neben dem Farbton ist auch das Format eine Maßanfertigung der Firma Gima: Das schlanke Riegelformat mit einer Länge von 490 mm verleiht dem Bau eine moderne Note. Der Stein in Überlänge ist eine Spezialität des niederbayerischen Klinker-Herstellers und rückt das klassische Klinkermaterial in ein neues Licht.

Weitere Informationen zu schlanken Klinkern in Überlänge können per E-Mail an GIMA angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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