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Schwungvolle Fassade per Klinker-Sonderstein direkt an der Weser

(15.11.2019) Über 100 Jahre pochte das Herz von Bremens Wirtschaft im Überseehafen. Doch die geänderten Anforderungen an die Stückgutfracht und die beengten Verhältnisse ließen den Hafenbetrieb in den 1990er Jahren auf Grund laufen.

Fotos © Ulrich Hoppe 

Aber wo ein Ende, dort auch ein Anfang: Seit der Jahrtausendwende entsteht am selben Ort die „Überseestadt“. Ein architektonisches Highlight sind hier die Deichhäuser mit ihren geschwungenen Backsteinfassaden (siehe Google-Maps). Die Wellenform verdanken sie einem Sonderstein der Ziegelmanufaktur Deppe, der hinsichtlich seiner Form und Farbe auf die besonderen Wünsche des Bauherrn Justus Grosse und des ausführenden Architekturbüros Kauert & König abgestimmt wurde.

Die Überseestadt im Bremer Westen ist eines der größten Hafenrevitalisierungsprojekte in Europa: Auf einer Fläche von rund 40 Hektar wächst nur zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt ein urbanes Stadtquartier, das sich durch eine Mischung aus Gewerbe, Hafenwirtschaft, Logistik, Freizeit, Kultur und Wohnen auszeichnet.

Die Deichhäuser an der Hafenkante, entworfen vom Berliner Architektenbüro Springer, wollen mit ihrer charakteristischen Fassade aus rot-braun-blau-buntem Klinker maritimes und urbanes Flair vereinen. Insbesondere das Äußere der drei Gebäude nimmt dabei Bezug auf die Speicher und Hafengebäude, aber auch auf die früh-moderne Ziegelarchitektur in Bremen. Die sanfte Wellenform der Außenhülle erinnert zudem an die Weser, auf die die Bewohner der Deichhäuser blicken.

Gegliedert werden die lebendigen Fassaden von weißen Betonlinien auf Decken- und Brüstungshöhe. Großflächige Fenster sowie großzügige Balkone und Sonnenterrassen lassen die 118 Wohnungen hell werden und bieten einen weiten Blick über das noch junge Stadtviertel.

Launisches Farbenspiel

Auch das Raue und Launische der nicht weit von Bremen entfernten Nordsee spiegelt das wechselhafte Farbenspiel der Fassaden aus Backsteinen wider: Hellere und dunklere Nuancen der Wechselsortierung aus der Ziegelmanufaktur lassen die Steine verspielt und je nach Lichteinfall immer wieder anders wirken. Andererseits resultiert die rau anmutende Optik aus dem Verzicht auf die normalerweise bei diesem Stein zum Einsatz kommenden und Glanz verleihenden Engoben. Das Ergebnis wirkt spröder und griffiger.

Weitere Informationen zu Klinkerfassaden in Wellenform können per E-Mail an Deppe angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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