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Imprägnierter Klinker zum Schutz vor Ausblühungen und Vergipsung

(15.6.2020) Weißliche Ausblühungen und Vergipsungen von Klinker-/Ziegelfassaden sind aus technischer Sicht kein Qualitätsmangel. Gleichwohl sieht sich die Ziegelbranche seit den 1990er Jahren mit unansehnlichen Kalk- und hartnäckigen Gipsablagerungen konfrontiert:

Fotos und Grafiken @ Vandersanden 

Vor diesem Hintergrund hat der Ziegelhersteller Vandersanden in Zusammenarbeit mit der belgischen Universität Leuven eine Imprägnierung für Ziegel-Verblender zur Vermeidung von Verkalkungen, Vergipsungen und anderen Verunreinigungen entwickelt. Dafür hat die familiengeführte Ziegelei eigenen Angaben zufolge 35 Mio. Euro in die Hand genommen.

Bereits 2017 hat das Unternehmen die erste vollautomatische Imprägnierlinie am größten Produktionsstandort im belgischen Spouwen installiert. Darauf folgten Schritt für Schritt weitere Standorte in Belgien und den Niederlanden. Seit dem Frühjahr 2020 sind nunmehr vier Fabriken an drei Produktionsstandorten mit der neuen Technik ausgestattet.

Mörtel versus Ziegel

Laut einer aktuellen Dissertation an der belgischen Universität Leuven sind diese Verschmutzungen größtenteils auf die verwendeten Mörtel zurückzuführen: Moderne Mörtel wurden und werden von den Herstellern immer weiter auf einfache Verarbeitungsfähigkeit, rasche Verarbeitungszeiten und Kostenreduktion getrimmt.

Gerade bei stark saugenden Ziegeln, wie sie oft für traditionelle Fassaden verwendet werden, können die modernen Mörtelrezepturen ausgesprochen problematisch sein. Denn bei Regenwetter tritt eine Sättigung im Ziegel ein, bei der der Stein Ingredienzien des Mörtels aufnimmt. Beim Abtrocknen transportiert die Feuchtigkeit diese Stoffe dann auf die Sichtseite des Ziegels, wo sie sich hartnäckig ablagern und zu einer verschmutzten Fassadenansicht führen.

Imprägnierte Verblender als Antwort

Vandersanden behandelt seine Fassadensteine nun nach dem Brennprozess mit einem eigens entwickelten Imprägniermittel. Die Eindringtiefe der Beschichtung in den Stein ist mit etwa 5 bis 15 mm angegeben - abhängig von der Struktur des Verblenders. Wichtig sei es an dieser Stelle gewesen, den Nachhaltigkeits- und Umweltschutzaspekt nicht aus den Augen zu verlieren. Das Imprägniermittel soll daher keinerlei Schadstoffe für Mensch und Umwelt enthalten. Außerdem durfte sich der Prozess des Imprägnierens, der im Fachjargon als Hydrofuge bezeichnet wird, keinesfalls auf die Erscheinung der Ziegel-Verblender auswirken.

Da außerdem die Poren des imprägnierten Steins weiterhin offen sind, sollte auch die Frostbeständigkeit des Ziegels erhalten bleiben: Feuchtigkeit, die sich im nicht imprägnierten Kern des Ziegels befindet, kann entweder über die nicht imprägnierten Lagerflächen entweichen oder entlang der imprägnierten Sichtseiten des Ziegels verdampfen (Stichwort: Dampfdiffusion). Auch dabei sollen keine Stoffe wie Kalk oder Mineralien an die Oberfläche gelangen: Das Austreten dieser potenziellen Verschmutzungen wird im Kern des Ziegels hinter der imprägnierten Schicht blockiert. Dadurch entsteht ein positiver Nebeneffekt: Vergipsungen dürfen und sollen im Kern des Ziegels auftreten. Denn dadurch verstopfen die Poren zusätzlich, und bilden so eine zusätzliche Barriere gegen das Auslaugen nach außen. Diese Porenverstopfung nennen Ziegelfachleute „pore clogging“.

Diese Imprägniertechnik gibt es übrigens schon länger in ähnlicher Form für Dachziegel. Vandersanden hat die Technologie nun für Fassadenverblender im großen Stil verfügbar machen können.

Weitere Informationen zu imprägnierten Klinkersteinen, Vormauerziegeln bzw. Ziegelverblendern können per E-Mail an Vandersanden angefordert werden.

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